Weltenwechsel Nachdem ich den letzten Bösewicht in Besitz genommen habe, bleibt mir nur noch ein Jahr „Nachdem ich den letzten Bösewicht in Besitz genommen habe, bleibt mir nur noch ein Jahr“ 【Szene 01】Moderne Wohnung · Spätabends · Innenbereich Der Endbildschirm von Inner Lunatic läuft in einer Schleife auf dem Computermonitor. Leere Medikamentenflaschen, eine Diagnose und ein Aschenbecher drängen sich in der Ecke des Schreibtisches. Der Spieler lehnt sich in seinem Stuhl zurück, seine blassen Finger halten immer noch die Maus. Systemtext: Inner Lunatic Teil Eins wurde vollständig gelöscht. Gesamtanzahl der Clearings: 27. Spieler: Diesmal habe ich sogar den versteckten Erfolg bekommen. Wenn ich nächsten Monat nicht sterben würde, wäre das wirklich eine vollkommene Klarstellung. Er wirft einen Blick auf den Kalender an der Wand. Nur ein Quadrat bleibt ohne rotes X übrig. Nach einem Moment der Stille bewegt er den Cursor auf „Neuen Charakter erstellen“. Spieler: Es ist sowieso der letzte Lauf. Ein Mal noch. 【Szene 02】Bildschirm zur Charaktererstellung · Zeitlos · Innenraum Eine Charakterkarte erhebt sich aus der Dunkelheit. Der Spieler gibt den Namen „Karl“ ein und wählt dann „Genius of Swordsmanship and Combat“ und „Genius of Mana Perception“ aus. Unten steht in roter Schrift „Little Time Left“. Spieler: Ein Jahr Leben im Austausch für zwei geniale Eigenschaften. Bußgeld. Es handelt sich um eine Glaskanone. Systemtext: Zeichen erfolgreich erstellt. Charaktername kann nicht zugewiesen werden. Der Charaktername wurde zwangsweise geändert. Player: Was meinst du mit gewaltsam verändert? Blendende Elektrizität bricht aus dem Bildschirm aus. Der Spieler umklammert seine Brust, während ihm die Dunkelheit den Atem raubt. 【Szene 03】 Krankenstation Reinheiber Estate · Früher Morgen · Innenbereich Nox von Reinheiber richtet sich im Bett auf, seine Brust brennt, als wäre er in Brand gesteckt worden. Im Spiegel ist ein kränklich blasser Junge mit langen silberweißen Haaren und hellvioletten Augen zu sehen. Neben dem Bett steht das Dienstmädchen Rona. Rona: Junger Meister? Hattest du schon wieder einen Albtraum? Nox: Welches Jahr ist es? Rona: Kaiserliches Jahr 612. Hast du überhaupt deinen eigenen Geburtstag vergessen? Nox drückt eine Hand auf sein Herz. Scharlachrote Buchstaben tauchen auf. Systemtext: Verbleibende Lebensdauer: 365 Tage. Nox: Ich bin kein Spielcharakter. Ich bin wirklich auf diese Welt gekommen. 【Szene 04】Trainingsgelände des Anwesens · Morgen · Außenansicht Rona wirft Nox ein Holzschwert zu. Die Zwillinge Allen und Hartz lachen in der Nähe und sind überzeugt, dass der gebrechliche fünfte junge Meister keinen einzigen Austausch durchhalten wird. Allen: Ein verwöhnter junger Meister glaubt, er könne nach Elidien gehen? Hartz: Versuchen Sie, sich nicht zuerst das Handgelenk zu brechen. Nox schaut nach unten und ergreift das Schwert. Die Zeit scheint sich vor seinen Augen auszudehnen. Ihre Schwerpunkte, die Lücken um ihre Arme und sogar die Richtung des Windes werden vollkommen deutlich. Nox: Ihr beide. Komm auf mich zu. Die Holzschwerter kreuzen sich. Nox weicht drei Schritte zurück, dann dreht er plötzlich sein Handgelenk und schleudert Allens Schwert weg, bevor er Hartz den Knauf an die Kehle legt. Rona: Junger Meister... wann hast du das gelernt? Nox: Ab heute. 【Szene 05】Korridor des Reinheiber-Anwesens · Abenddämmerung · Innenbereich Das Familienoberhaupt Theo von Reinheiber steht im Schatten und beobachtet den gesamten Kampf. Als Nox sein Schwert in die Scheide steckt, bemerkt er, dass sein Vater nicht gegangen ist. Theo: Du hast es gut versteckt. Nox: Ich will einfach nicht sterben. Theo: Wenn du leben willst, lass niemanden dein wahres Schwert sehen. Nox: Lehrst du mich, Vater, oder warnst du mich? Theo: Beides. An Genies mangelt es Elidien nicht. Was ihm fehlt, sind Genies, die bis zum Ende überleben. Theo geht an ihm vorbei und bleibt neben der ältesten Schwertmarke auf dem Trainingsgelände stehen. Theo: Deine Brüder werden den Sieg als Ruhm betrachten. Das Imperium wird Talente als Verhandlungsmasse betrachten. Aber eine wirklich mächtige Person wird zuerst fragen, ob Sie verwendet werden können. Nox: Und was wirst du fragen, Vater? Theo: Ob dein Schwert seine Scheide für die Familie verlässt, wenn die Gefahr am größten ist. Nox sieht zu, wie sein Vater weggeht, ohne zu antworten. Der Ring der schwarzen Flamme in seiner Handfläche pulsiert schwach, als würde er ihn daran erinnern, dass auch die Familie Teil der Zukunft ist. 【Szene 06】Vorplatz des Anwesens · Abend · Außenansicht Das rothaarige Mädchen Talia Stileina springt aus einer Kutsche, ihr Umhang voller Staub. Sie geht geradewegs hinüber und versperrt Nox den Weg. Talia: Ich bin Talia. Die Ältesten sagen, dass ich dich eines Tages heiraten werde. Nox: Haben sie dir nicht gesagt, dass ich jung sterbe? Talia: Nein. Aber ich habe gehört, dass du mich hasst. Nox erinnert sich an die Szene aus dem Spiel, in der sie dem Dunklen Ritter ein Schwert durch die Brust rammte. Sein Blick wird kalt. Nox: Ich hasse Ärger. Talia: Dann werde ich dich an mich gewöhnen. 【Szene 07】Königliche Ställe · Nach dem Regen · Außen Es ist der Tag, an dem man sich für ein Pferd entscheidet. Ein junges, obsidianschwarzes Pferd liegt in einer Ecke, atmet schwach und niemand ist bereit, sich ihm zu nähern. Nox geht in die Hocke und lauscht seinem sterbenden Herzschlag. Stallknecht: Dieser wird nicht überleben, junger Meister. Nox: Sein Name ist Karl. Stallknecht: Er hat noch keinen Namen. Nox holt eine vergilbte Seite heraus. Schwarzer Nebel sickert wie Tinte in die Wunde des Pferdes. Karl öffnet wieder die Augen, in seinen Pupillen brennt gespenstisch blaues Feuer. Talia: Was hast du mit ihm gemacht? Nox: Hat ihm eine zweite Chance gegeben. Wir brauchen beide eins. 【Szene 08】Eingang zum Verlorenen Wald · Nacht · Außen Mondlicht ergießt sich über die verwinkelten Wälder. Nox reitet Karl am Warnschild vorbei, während Talia ihm heimlich folgt. Nox: Komm raus. Talia tritt hinter einem Baum hervor und umklammert ihr Kurzschwert. Talia: Ich bin dir nicht gefolgt. Ich wollte nur nicht, dass mein Verlobter im Rachen einer Bestie stirbt. Nox: Geh zurück. Talia: Sagen Sie mir zuerst, weshalb Sie gekommen sind. Nox: Der Ring der schwarzen Flamme. Wenn ich es bekomme, lebe ich vielleicht noch ein paar Tage. 【Szene 09】 Tief im verlorenen Wald · Nacht · Außen Ein Rudel grauer Wölfe bricht zwischen den Reben hervor. Talia wird gegen einen riesigen Baum getrieben und verliert ihr Kurzschwert. Nox stürmt zu Pferd heran und trennt mit seinem schwarzen Schwert das Vorderbein des Wolfskönigs. Talia: Links von dir! Sie nimmt einen Dolch und wirft ihn dem Wolfskönig direkt ins Auge. Nox nutzt die Öffnung, um sein Herz zu durchbohren. Schwarze Flammen steigen aus der Leiche auf und winden sich um seine Finger. Systemtext: Lebensdauerabsorption erfolgreich. Talia: Du hättest mich zurücklassen können. Nox: Wenn du hier sterben würdest, würden sehr viele Leute kommen und mich belästigen. Talia: Dann nehme ich das als deine Rettung an. 【Szene 10】Waldaltar · Morgendämmerung · Außen In der Mitte des zerstörten Altars ist der Ring der Schwarzen Flamme in einen Steinsockel eingebettet. Nox legt es an. Der Ring brennt einen blutigen Fleck in seine Handfläche, der sofort heilt. Talia: Es ernährt sich von deinem Blut. Nox: Und es wird mir Zeit von meinen Feinden stehlen. Talia: Was genau meinst du mit „noch ein Jahr zu leben“? Nox stoppt. Zum ersten Mal schickt er sie nicht sofort weg. Nox: Das bedeutet, dass ich innerhalb eines Jahres einen Krieg gewinnen muss, den alle anderen verloren haben. Talia: Dann gewinne es nicht alleine. 【Szene 11】Arbeitszimmer des Familienoberhauptes · Nachmittag · Innenraum Theo schiebt ein blondes Mädchen vor Nox. Das Mädchen verbeugt sich, ihr Rücken ist steif. Theo: Gitri de Rovellia. Von heute an ist sie Ihr persönliches Dienstmädchen. Gitri: Auf Ihren Befehl, junger Meister Nox. Theo: Sie wird mir deine Worte und Taten melden. Gitri reißt den Kopf hoch. Nox: Wenigstens ist Vater ehrlich. Was ist mit dir, Gitri? Gitri: ...Ich werde berichten. Ich werde aber auch jede Aufgabe ausführen, die Du mir gibst. Nox: Dann bleiben Sie. Ich brauche jemanden, der keine Angst vor mir hat. 【Szene 12】 Reinheiber Ahnenschwertkammer · Spät in der Nacht · Innenraum Das Ahnenschwert Stormbringer hängt über einer Steinplattform und Blitze peitschen ständig auf Nox' Arm ein. Theo hält die Zeit. Zehn Minuten fühlen sich an wie eine Hinrichtung. Theo: Lass los. Es wird dir jede Spur deines Manas entziehen. Nox: Mana ist nicht das, was es will. Systemtext: Lebensdauer wird verbraucht. Nox beißt sich auf die Lippe, als der Schwarzflammenring aufleuchtet. In der zehnten Minute lässt sich Stormbringer leise in seiner Hand nieder. Theo: Was hast du bezahlt? Nox: Ein kleines Stück meiner Zukunft. Theo: Von diesem Tag an darf dieses Schwert niemals mehr auf die Familie zeigen. Nox: Solange die Familie nicht zuerst ein Schwert auf mich richtet. Theo tritt vor und fasst ihn an der Schulter. Der Junge unter seiner Hand zittert heftig. Sturmbringers Blitzmuster kriechen über Nox‘ Handrücken, als wollten sie sich in sein Herz bohren. Theo: Glaubst du, wenn du es erhältst, bedeutet das, dass du es erobert hast? Nox: Nein. Ich habe es einmal ausgeliehen. Theo: Geliehener Strom muss immer zurückgezahlt werden. Nox: Dann töte ich genug Dinge, die den Tod verdienen, und verdiene den Preis zurück. Theo lässt ihn frei. Zum ersten Mal zeichnet sich auf seinem Gesichtsausdruck so etwas wie Besorgnis ab. Theo: Behandeln Sie Ihr eigenes Leben nicht als etwas, das gehandelt werden kann. 【Szene 13】Grenze des Chedes-Territoriums · Tag · Außenansicht Nox kommt mit der Unterwerfungstruppe unter der Führung seines zweiten Bruders Glein in Chedes an. Dorfbewohner verstecken sich hinter zerbrochenen Mauern, während der Schrei eines Greifs durch den fernen Himmel hallt. Glein: Du bist nur hier, um die Welt zu sehen. Stehlen Sie nicht den Ruhm. Nox: Ich nehme nur, was mir gehört. Gitri organisiert die Vorräte hinter sich. Gitri: Junger Meister, die Luft riecht nach verrottendem Fleisch und medizinischem Pulver. Jemand lockt die Monster hierher. Nox: Die Monster belagern die Stadt nicht. Jemand hat sie mitgebracht. 【Szene 14】 Chedes Kanalisationseingang · Abend · Innenbereich Nox folgt dem medizinischen Pulver in die Kanalisation und trifft dort auf die betrunkene Halbelfen-Alchemistin Elena. Sie umarmt eine Kiste mit explosiven Tränken, während zu ihren Füßen schimmelige Experimentiernotizen liegen. Elena: Mach noch einen Schritt und ich schicke dich mit den Ratten durch die Luft. Nox: Ihr Trankverhältnis ist um dreißig Prozent gesunken. Du bist derjenige, der fliegen wird. Elena erstarrt. Nox: Sie wollen ein Labor. Ich möchte jemanden, der Medikamente herstellen kann. Komm mit mir. Elena: Junge, was gibt dir das Recht, mich herumzukommandieren? Nox: Ich weiß, wie man das Herz eines Greifs in ein Windelixier verwandelt. 【Szene 15】Kaserne der Chedes-Wache · Nacht · Innenbereich Wachkapitän Tagen und Banditenhäuptling Long teilen ihre Beute auf einer Karte auf. Schultz drängt Gitri in die Enge, während sie Medikamente liefert und nach ihr greift. Schultz: Eine Magd aus einem gefallenen Adelshaus wagt es, mir diesen Blick zuzuwerfen? Ein schwarzes Schwert bohrt sich durch den Tisch und bleibt kurz vor seinen Fingern stehen. Nox kommt durch die Tür herein. Nox: Bewegen Sie Ihre Hand. Tage: Kleiner Meister Reinheiber, dies ist kein Ort, an dem Sie Ihr Gewicht herumwerfen können. Nox: Gut. Ab heute wird es nicht mehr Ihr Platz sein. 【Szene 16】 Chedes-Platz · Morgendämmerung · Außen Die Beweise, die Schmuggelbücher und das Pulver, das Monster anlockt, sind auf dem gesamten Platz ausgelegt. Tagen versucht, sein Schwert zu ziehen und zu fliehen, aber Nox bricht es mit Stormbringer. Die Dorfbewohner kommen näher. Long: Töte mich, und der Greif wird diese Stadt auseinanderreißen! Nox: Es kam, weil du es mit Menschenfleisch gefüttert hast. Jetzt wird es dich begraben. Gitri hebt das Hauptbuch auf. Gitri: Die Beweise dafür, dass die Chedes-Wache mit Banditen zusammengearbeitet hat, sind alle hier. Möchte noch jemand für sie sprechen? Niemand antwortet. Hinter dem Stadttor ist Flügelschlag zu hören. 【Szene 17】Stadtmauer von Chedes · Früher Morgen · Außenansicht Der Greif taucht ab, seine Krallen zerschmettern die Wand. Nox springt aus den zerbrochenen Steinen und treibt den Blitz des Sturmbringers in die Brust des Biests. Glein: Komm zurück! Es wird dich zerreißen! Nox: Dann werden wir sehen, wer von uns zuerst stirbt. Elena wirft ein Windelixier in die Luft. Nox schneidet die Flasche auf und der Sturm umhüllt seine Klinge, während sie das Herz des Greifs durchbohrt. Systemtext: Lebensdauerabsorption erfolgreich. Gitri sieht ihm mit roten Augen zu, wie er landet. Gitri: Junger Meister, du hast dich wieder einmal als Köder benutzt. Nox: Der Einsatz eines Köders lohnt sich nur, wenn er funktioniert. Glein stürmt mit seinem zerbrochenen Schwert in der Hand herbei, sein Gesicht ist dunkler als das Blut an der Wand. Glein: Du hast meine Unterwerfung gestohlen. Nox: Du hast die Truppen in einen Hinterhalt geführt. Wenn Gitri das Pulver nicht gerochen hätte, wäre die ganze Stadt gestorben. Glein: Du vertraust dem Wort einer Magd? Nox: Sie ist vertrauenswürdiger als Sie. Gitri friert ein. Nox hebt sein bluttriefendes Schwert und geht an seinem Bruder vorbei. Nox: Schicken Sie die Überlebenden zu Elena. Wenn Sie dennoch die Anerkennung wollen, lernen Sie zunächst, andere Menschen nicht als Köder zu benutzen. 【Szene 18】 Chedes Lord's Hall · Nachmittag · Innenbereich Der Gesandte des Kaisers verliest die Belohnung. Die Verwaltungsgewalt über Chedes wird Nox übertragen. Theo erfährt davon durch einen Brief, sein Gesichtsausdruck ist kompliziert. Gesandter: Seine Majestät fragt, ob Sie sonst noch etwas wünschen. Nox: Alchemistische Materialien, Genehmigung für die Stadtverteidigung und Geld, das das einfache Volk am Leben erhält. Gitri: Du möchtest keinen höheren Titel? Nox: Ein Titel kann kein Leben retten. Wände und Medikamente können. Elena umarmt das Herz des Greifs. Elena: Ich werde es zu einem Elixier verfeinern. Stirb nicht, bevor es fertig ist, junger Meister. 【Szene 19】Reinheiber-Arbeitszimmer · Nacht · Innenraum Theo befragt seinen Sohn bei Kerzenlicht. Nox steht vor einer Wand voller Ahnenporträts. Theo: Willst du die Familie erben? Nox: Nein. Theo: Chedes, ein Alchemist, Sturmbringer. Alles, was Sie tun, sieht aus wie eine Bewerbung um die Nachfolge. Nox: Ich sammle Verhandlungsmasse, um am Leben zu bleiben. Theo: Eines Tages wird die Familie im Zentrum des Sturms stehen. Nox: Genau aus diesem Grund kann ich nicht auf dem Thron des Familienoberhauptes gefangen sein. 【Szene 20】 Stadttor der Elidien-Akademie · Eröffnungstag · Außenansicht Türme und Hängebrücken verdecken den Himmel. Unter den neuen Schülern blickt Talia zum Wappen der Akademie auf. Eleanor de Rivalin steigt aus einer reich verzierten Kutsche und wirft Nox einen kalten Blick zu. Eleanor: Zu glauben, ich würde dir wieder begegnen. Der verwöhnte Herr von Chedes. Nox: Sogar der Goldene Fuchs kommt zur Schule? Eleanor: Ein Händler muss früh lernen, in wen es sich zu investieren lohnt. Talia hakt ihren Arm durch den von Nox. Talia: Er akzeptiert keine Investitionen. Eleanor: Das ist nicht seine alleinige Entscheidung. 【Szene 21】 Großer Saal der Akademie · Tag · Innenraum Die zierliche Schulleiterin Noah von Trinity betritt das Podium und bringt mit ihrer Anwesenheit den gesamten Saal zum Schweigen. Professor Bernon entfaltet neben ihr eine Teleportationsrolle. Noah: Elidien lehrt die Schwachen nicht, wie man sicher aufwächst. Die Aufnahmeprüfung dauert zehn Stunden. Finde den Manakristall im Labyrinth. Bernon: Diejenigen, die um Rettung rufen, werden eliminiert. Wer andere bestiehlt, wird eliminiert. Diejenigen, die sterben... werden ebenfalls eliminiert. Die neuen Schüler werden blass. Nox blickt auf das Insellabyrinth in der Ferne. Nox: Genau wie die erste Stufe im Spiel. Talia: Du sprichst von etwas, das niemand mehr versteht. Nox: Es ist nichts. Bleib in meiner Nähe. 【Szene 22】Noahs Versammlungslabyrinth · Tag · Innenraum Eiswände verschieben sich, während Insektenschwärme aus den Rissen strömen. Nox zieht sein Schwert und geht voran, doch Eleanor geht bewusst einen anderen Weg. Eleanor: Ich brauche dich nicht, um mich zu führen. Nox: Diese Route hat einen Nachtwandler. Eleanor: Woher weißt du das? Ein Schatten stürzt hervor. Nox fängt seine Krallen an seiner Klinge und Talia schneidet das Hinterbein des Monsters durch. Eleanor verstummt für einen Moment. Eleanor: Zufall? Nox: Zufall. Eleanor: Wenn du lügst, bewegen sich zuerst deine Augen. 【Szene 23】Oberste Etage des Labyrinths · Abenddämmerung · Innenbereich Nox springt allein auf eine Steinsäule, zerschmettert den Kern des Eistrolls und nimmt den einzigen schwarzen Manakristall. Die Glocke läutet und beendet den Prozess. Bernon: Erster Platz, Nox von Reinheimer. Noah beobachtet ihn durch einen Kristallschirm. Noah: Interessant. Es ist, als hätte er das Labyrinth im Voraus gelesen. Nox scannt die Menge, kann aber den Protagonisten nicht finden, der dort hätte sein sollen. Nox: Der ursprüngliche Protagonist ist verschwunden. Dann muss ich beide Rollen spielen. Auf dem Kristallbildschirm hilft Eleanor einem verletzten Schüler aus dem Labyrinth. Sie schaut über die Menge hinweg zu Nox und erinnert sich deutlich noch an seinen „Zufall“. Talia: Du warst zuerst dran. Warum siehst du nicht glücklich aus? Nox: Weil der erste Platz nicht meiner sein sollte. Talia: Wem sollte es dann gehören? Nox: Jemand, der nicht hätte verschwinden sollen. Talia versteht es nicht, aber sie legt ihm ihren Umhang über die Schultern. Talia: Wer auch immer diese Person war, du bist diejenige, die jetzt hier steht. Verliere dich auch nicht. 【Szene 24】Keller der Goblin-Taverne · Spätabends · Innenbereich Nox trägt eine Halbmaske und betritt eine Kammer mit Mondmustern. Das Mondlicht verdichtet sich zu den Umrissen einer Frau und Luna tritt aus den Schatten. Luna: Einem Studienanfänger ist es gelungen, Lunatic zu finden? Nox: Ich bin hier, um an der Mondscheinprüfung teilzunehmen. Luna: Wer versagt, verliert seinen Verstand. Wer Erfolg hat, verliert seinen Namen. Nox: Der Name wurde ursprünglich entlehnt. Luna lächelt und schiebt ihn durch das blutrote Mondtor. 【Szene 25】Versuchsgelände im Mondschein · Vollmondnacht · Außenansicht Eine unförmige Chimäre schleppt sich in Ketten vom Altar. Wahnsinniges Flüstern versucht, Nox‘ Verstand zu zerreißen, und er treibt den Ring der Schwarzen Flamme in seine eigene Handfläche. Lunas Stimme: Gib auf. Dir bleibt nur noch ein Jahr. Nox: Deshalb habe ich kein Recht aufzugeben. Die Chimäre macht einen Ausfallschritt. Nox blockiert seine Reißzähne mit Stormbringer, während Phantome von Talia, Gitri und jeder Sackgasse vor seinen Augen aufblitzen. Nox: Ich bin nicht hierher gekommen, um das Ende zu wiederholen. Er schneidet dem Monster den Kopf ab. Die Überreste der Chimäre zucken weiterhin. Blutnebel verwandelt sich in zahllose Phantome, die alle versuchen, Nox zu Boden zu ziehen. Phantom Talia: Lege das Schwert nieder. Du würdest sowieso sterben. Phantom Gitri: Junger Meister, bitte hören Sie auf, weiterzumachen. Nox schließt die Augen und lässt die schwarze Flamme durch seine Handfläche brennen. Nox: Du bist nicht sie. Sie beschimpften mich, stellten sich vor mich und zwangen mich, meine Medizin zu trinken. Lunas Stimme kommt von oben: Mit wem sprichst du? Nox öffnet seine Augen und fegt jedes Phantom mit seiner Klinge weg. Nox: Die Dinge, die wollen, dass ich mein Schicksal akzeptiere. 【Szene 26】Mondscheinaltar · Morgendämmerung · Außen Der Blutmond verblasst. Luna legt eine schwarz-silberne Uniform und eine Mondschattenmaske auf die Steinplattform. Nox: Habe ich die Prüfung bestanden? Luna: Nein. Das hast du sehr gut gemacht. Nox schaut auf. Luna: Willkommen bei Lunatic. Nox: Ich gehorche niemandem. Luna: Ich brauche auch keine Sklaven. Ich brauche Leute, die ein Schwert auf Dämonen richten können. 【Szene 27】Schlafsaal der Akademie · Nacht · Innenraum Während Gitri Nox verbindet, schlägt er eine Liste gemobbter Zimmermädchenlehrlinge auf den Tisch. Gitri: Du musst dich nicht für mich rächen, junger Meister. Nox: Ich weiß. Gitri: Warum hast du mir dann diesen Aufnahmekristall gegeben? Nox: Damit die Leute, die dich schikanieren, wissen, dass sie wie die Banditen von Chedes enden können. Gitri unterdrückt ein Lächeln. Gitri: Der junge Meister sagt immer, er sei ein schlechter Mensch. Nox: Das bin ich. Gitri: Dann werde ich immer hinter der schlechten Person stehen. 【Szene 28】Trainingsgelände der Akademie · Nachmittag · Außenansicht Edle Studenten schlagen den grauhaarigen Schwertkämpfer Paracelsus. Nox zieht sein Schwert und blockt ihre Angriffe ab. Die Schüler richten ihre Klingen auf ihn. Edler Student: Reinheiber will sich auch einmischen? Nox: Ich mische mich nicht ein. Ich hasse es einfach zu sehen, wie sich eine Menschenmenge gegen eine Person verbündet. Paracelsus: Ich brauche deine Hilfe nicht. Nox: Ich helfe dir nicht. Nimm dein Schwert und kämpfe gegen mich. Sie geraten heftig aneinander. Nox stoppt seine Klinge einen Zentimeter vor ihrem Ziel und Paracelsus senkt keuchend seine Waffe. Nox: Dein Schwert ist zu gerade. Wenn Sie stark werden wollen, hören Sie nur aus Wut auf, es zu schwingen. 【Szene 29】Gewächshaus der Akademie · Abend · Innenbereich Rick bietet Nox-Tee an und überreicht ihm einen kaiserlichen Geheimbefehl. Vor dem Blumenfenster spricht Eleanor mit Leuten aus der Händlergilde. Rick: Prinz Louis bewundert dich. Verlasse Reinheimer und das Imperium wird dir eine bessere Position verschaffen. Nox: Sind Sie fertig? Rick: Die dunkle Familie wird irgendwann ausgelöscht. Ein weiser Mann geht damit nicht zugrunde. Nox zerschmettert den Kommunikationskristall. Nox: Sprechen Sie noch einmal in diesem Ton über meine Familie, und ich werde dafür sorgen, dass Sie nicht einmal eine Hand haben, mit der Sie sprechen können. Ricks Lächeln bleibt, aber seine Augen werden kalt. 【Szene 30】 Reitunterricht Wald · Tag · Außen Die Schüler fahren einen Waldweg entlang, als plötzlich magische Zäune aus dem Boden auftauchen. Verwesende Pferdekadaver krallen sich aus dem Schlamm, und der dämonisierte Rudger steht in den Baumwipfeln. Rudger: Genies von Elidien, Sie alle werden heute hier bleiben. Prinzessin Penelope zieht ihr Schwert, um die anderen Schüler zu beschützen. Leon von Marbas bückt sich, um die Runen zu begutachten. Leon: Das ist kein Hinterhalt in der Wildnis. Jemand hat innerhalb der Akademie eine Teleportationsanlage aufgebaut. Nox: Alle, bildet Reihen. Paracelsus, durchbreche mit mir die rechte Seite. 【Szene 31】Waldschlachtfeld · Nachmittag · Außenansicht Talia schlägt den Speer eines untoten Ritters beiseite. Eleanor sprengt die Ranken mit einer alchemistischen Feuerflasche auseinander. Paracelsus und Leon begleiten die neuen Schüler auf dem Rückzug. Penelope: Nox, woher weißt du, wie man die Formation durchbricht? Nox: Denn wer auch immer es gelegt hat, war ein Idiot. Rudgers Mana bricht plötzlich aus und trifft direkt auf die Prinzessin. Nox stürmt zu Pferd heran und spaltet das magische Projektil mit seinem schwarzen Schwert in zwei Teile. Penelope: Du hast mich gerettet. Nox: Ich habe jemanden gerettet, der den Weg versperrte. Rudger hebt die Hand und jedes untote Pferd im Wald wiehert gleichzeitig. Die Bildung der neuen Schüler beginnt zu bröckeln und das jüngste Kind fällt vom Pferd. Leon: Der linke Flügel wurde aufgeschnitten! Paracelsus: Ich werde es verstärken. Nox: Nicht allein. Talia, nimm Eleanor und beschütze die Verwundeten. Leon, finde den Kern des Arrays. Paracelsus, komm mit mir und treibe die Untoten zurück. Paracelsus: Was gibt dir das Recht, mir zu befehlen? Nox: Ich weiß, dass in zehn Atemzügen die zweite Welle aus dem Untergrund kommen wird. Zehn Atemzüge später spaltet sich die Erde. Paracelsus starrt auf die herausströmenden Skeletthände, beißt die Zähne zusammen und folgt Nox. 【Szene 32】Waldaltarruinen · Abenddämmerung · Außen Professor Lars kniet neben der Leiche des dämonisierten Mannes und erkennt seinen vermissten Schüler. Nox, blutüberströmt, zieht leise den Schwarzflammenring zurück. Lars: Es ist mir nicht gelungen, ihn zu retten. Meine Nachforschungen, mein Urteilsvermögen... haben ihn in ein Monster verwandelt. Nox: Dann geh zurück. Lars: Was? Nox: Planen Sie, auch die verbleibenden Studenten im Stich zu lassen? Lars schaut auf. Nox: Ich werde Ihr Assistent. Verwandeln Sie die gescheiterte These in etwas, das Menschen retten kann. 【Szene 33】Medizinturm der Akademie · Nacht · Innenbereich Bernon und Lars zählen die Verwundeten. Penelope blickt durch das Fenster auf Nox und hält den abgetrennten Zauberpfeil in ihrer Handfläche. Penelope: Er ist nicht der Verschwender der Gerüchte. Leon: Wenn die Gerüchte wahr wären, hätte er heute nicht an der Front gestanden. Talia: Er braucht keine Prinzessin, um zu entscheiden, wer er ist. Penelope: Dann werde ich ihn selbst fragen. Draußen vor der Tür hört Nox die Hälfte des Gesprächs und wendet sich ab. Nox: Ein Problem endet und ein anderes beginnt. 【Szene 34】Bankettsaal der königlichen Hauptstadt · Nacht · Innenbereich Kaiser Esteban sitzt auf dem Hochpodest, Prinz Louis zu seiner Rechten. Nox wurde gerufen, um die Prinzessin zu retten, und die umstehenden Adligen flüstern untereinander. Esteban: Welche Belohnung wünschst du dir? Nox: Ein Eintritt in den Heiligen Fluss Acliber. Louis: Ein Student im ersten Studienjahr hält sich für würdig, eine königliche heilige Stätte zu berühren? Penelope: Er hat mir das Leben gerettet. Er ist würdig. Esteban: Zugegeben. Louis blickt auf Nox herab. Louis: In diesem Fall lass mich zuerst sehen, ob dein Schwert würdig ist. 【Szene 35】Royal Capital Duel Arena · Nacht · Außen Zeremonieller Kanonendonner. Louis greift wiederholt mit dem königlichen Schwertstil an, während Nox sich weiter zurückzieht. Die Zuschauer gehen davon aus, dass er bald verlieren wird. Louis: Ein Grenzadliger wie Sie hat kein Recht, neben Penelope zu stehen. Nox: Ich wollte nie dort stehen. Stormbringer bricht plötzlich in Form eines Blitzes aus. Nox tritt in den toten Winkel der Schwertbahn seines Gegners, schneidet durch den Schulterschutz des Prinzen und stoppt seine Klinge vor Louis‘ Kehle. Nox: Aber wenn Sie darauf bestehen, mich hier hochzudrängen, geben Sie mir nicht die Schuld, dass ich Sie in Verlegenheit gebracht habe. Die Arena verstummt. Louis zieht sich mit zusammengebissenen Zähnen zurück. 【Szene 36】Holy River Acliber · Spät in der Nacht · Außen Nox betritt den Fluss, der in goldenem Licht leuchtet. Unter dem Wasser hallen uralte drakonische Reden wider und wecken unzählige Erinnerungen in seinem Kopf. Systemtext: Manawahrnehmung erhöht. Unvollständiger Drakonisch erworben. Penelope wartet am Ufer. Penelope: Ich möchte, dass du zu mir kommst. Nox: Ich gehöre weder zur königlichen Familie noch zu einer Fraktion. Penelope: Dann werde ich dir eine Position geben, auf die niemand herabschauen kann. Werden Sie Kandidat für meine Hand. Nox: Eure Hoheit, das ist keine Belohnung. Es ist eine Kriegserklärung. Penelope weicht seinem Blick nicht aus. Stattdessen tritt sie weiter in den heiligen Fluss hinein. Das Wasser spiegelt ihre getrennten Figuren wider. Penelope: Mein Bruder wird dich wie einen Feind behandeln. Die Adligen werden Sie als ehrgeizig bezeichnen. Da du keine Fraktion hast, kann dich jeder zuerst angreifen. Nox: Wenn ich Ihr Kandidat würde, würde ich zur Zielscheibe aller werden. Penelope: Das bist du bereits. Wenn du neben mir stehst, kann ich zumindest einige von ihnen dazu bringen, sich zurückzuhalten. Nox: Ich mag es nicht, Gefallen zu schulden. Penelope: Ich mag es auch nicht, gerettet zu werden. Wir hassen es beide, also sind wir ausgeglichen. Nox: Talia wird dieses Arrangement nicht gefallen. Penelope: Dann solltest du es ihr selbst sagen, anstatt zu entscheiden, ob sie es verdient, es zu wissen. Die Worte stoppen Nox. Draconic grollt erneut unter Wasser, als würde er sich über seine Angewohnheit lustig machen, jeden Weg alleine bewältigen zu wollen. Nox: Ich werde der königlichen Familie keine Treue schwören. Penelope: Ich habe nicht um deine Loyalität gebeten. Ich hoffe nur, dass Sie vor dem Fall dieser Hauptstadt nicht auf der Seite ihrer Zerstörung stehen. Nox blickt in die Richtung, in die Louis gegangen ist, und verstärkt seinen Griff um den nassen Schwertgriff. Nox: Dann werden wir sehen, wen die königliche Familie zuerst in die Zerstörung treibt. 【Szene 37】Akademieterrasse · Früher Morgen · Außenansicht Talia erfährt die Nachricht, ihr rotes Haar ist vom Morgenwind zerzaust. Nox nähert sich, aber sie dreht sich nicht um. Talia: Hast du angenommen? Nox: Nein. Talia: Jeder verhält sich so, als ob Sie es getan hätten. Nox: Ich kümmere mich darum. Talia: Das sagst du immer. Dann gehst du allein in den Wald, zum Prozess oder zum Duell. Nox: Weil ich keine Zeit habe, es zu erklären. Talia dreht sich um, ihre Augen sind rot. Talia: Dann lebe wenigstens bis zu dem Tag, an dem du es tust. 【Szene 38】Zugangsbeschränkte Bibliothek der Akademie · Nachmittag · Innenbereich Lars führt Nox durch Bücherregale, die sich von selbst bewegen. Ein buchbehütendes Biest namens Gletney versperrt den Weg und öffnet sein Maul, um das umgebende magische Licht zu verschlingen. Lars: Es erkennt nur diejenigen, die schwarze Magie lesen können. Nox rezitiert das Siegel auf dem Rücken auf Drakonisch. Gletney knurrt und stürzt sich. Nox: Ich möchte nicht gegen einen Hund kämpfen. Gletney: Ich bin ein uraltes magisches Biest! Nox schlägt es mit dem Knauf bewusstlos und holt die Essenz der schwarzen Magie heraus. Lars: Wie viele Fähigkeiten versteckst du? Nox: Genug, um die Arbeit abzuschließen. 【Szene 39】Mondschattenkammer · Spät in der Nacht · Innenraum Luna überreicht Nox eine Kristallkarte, in die das Siegel eines Großherzogs eingraviert ist. Die blauhaarige Bogenschützin Marion steht mit verschränkten Armen und vollständig gespannter Bogensehne im Schatten. Luna: Paimons Manakristall befindet sich unter der Akademie. Bring es raus. Marion: Wenn er mich verlangsamt, schieße ich ihn zuerst durch. Nox neigt seinen Kopf zur Seite, um einem prüfenden Pfeil auszuweichen, der sich in der Wand vergräbt. Nox: Könnten Sie lernen, zuerst zu klopfen? Luna: Sie ist deine Partnerin. Wenn Marion die Kontrolle verliert, töten Sie sie gegebenenfalls. Nox: Ich werde die Mission annehmen. Ich werde den Teil, sie zu töten, nicht akzeptieren. 【Szene 40】Zweiter Campus der Akademie · Nacht · Außen Marion setzt Wassermagie frei und labyrinthartige Wände erheben sich aus dem Boden. Nox trägt die Mondschattenmaske und spaltet eine weitere Figur ab. Marion: Wer ist das? Nox: Ein Schauspieler, der die Bühne betreten muss. Das Moonshadow-Double nimmt die Gestalt eines grauhaarigen jungen Mannes namens Shane an und geht mit dem Schwert in der Hand in die Tiefen des Labyrinths. Nox senkt seine Stimme. Nox: Du hältst die Schüler zurück. Luna und ich werden untertauchen. Marion: Wird der Doppelgänger dir gehorchen? Nox passt auf Shane auf. Nox: Das würde ich auch gerne wissen. 【Szene 41】Studieren Sie das Gebäudelabyrinth · Nacht · Innenraum Talia, Eleanor, Penelope, Leon und Iana sind von räumlicher Magie gefangen. Die Wände verschieben sich immer wieder und die Schüler geraten in Panik. Leon: Das ist Unterstützungsmagie. Der Kern liegt unter der Erde. Wenn wir uns den Weg bahnen, könnte das Gebäude einstürzen. Penelope: Trennen Sie sich und finden Sie einen Ausgang. Wir können die jüngeren Schüler nicht alleine lassen. Iana rollt sich in einer Ecke zusammen. Iana: Ich-ich kann einen Zauberspruch verwenden und die Wachen für eine Weile aufhalten ... Talia: Dann bleiben Sie in unserer Nähe. Sie können Angst haben und trotzdem vorankommen. 【Szene 42】Labyrinthhalle der Träume · Nacht · Innenbereich Nox, Talia und Eleanor geraten in die gleiche Illusion: Bei Vollmond durchbohrt Talias Schwert Nox‘ Brust. Nox steht wie erstarrt da und die schwarze Flamme verbrennt fast. Talia: Nox! Schau mich an! Eleanor packt ihn am Handgelenk. Eleanor: Wenn du wirklich sterben wolltest, wärst du jetzt nicht ausgewichen. Nox keucht, seine Schwertspitze fällt zu Boden. Nox: Das ist ein Ende, das ich gesehen habe. Talia: Es ist noch nicht das Ende. Nox schwingt sein Schwert und zerschneidet die Illusion. 【Szene 43】Labyrinth-Zentralplatz · Nacht · Innenraum Shane steht vor den Schülern und unterdrückt sie absichtlich mit nichttödlichen Schwerttechniken. Eleanor wird an den Rand einer kaputten Brücke gezwungen und Shane zieht sie zurück. Eleanor: Warum hast du mich gerettet? Shane: Ich bin zufällig vorbeigekommen. Eleanor: Du bist Nox sehr ähnlich. Shane: Dann haben Sie ein schreckliches Urteilsvermögen. Shane zerschmettert den Bodenkristall mit der Rückseite seines Schwertes und hinterlässt dabei absichtlich einen unterirdischen Gang. Eleanor beobachtet nachdenklich seinen sich zurückziehenden Rücken. 【Szene 44】Academy Underground Museum · Nacht · Innenraum Louis und Rick stehen neben der Versiegelungsgruppe. Dämonische Überreste für ein Opfer liegen vor dem Manakristall. Ricks Lächeln verschwindet und enthüllt seine dunkle wahre Natur. Louis: Ich brauche nur eine heroische Leistung, die Vater dazu bringt, mich anzuerkennen. Rick: Wenn Paimon erwacht, wird Eure Hoheit ihn mit Ihren eigenen Händen versiegeln. Jeder wird glauben, dass du ein Held bist. Louis: Und wenn er außer Kontrolle gerät? Rick: Dann lasst zuerst die Studenten und die Akademie sterben. Die Toten bewahren Geheimnisse am besten. Das Siegel bricht und Feuer bricht von unten nach oben aus. 【Szene 45】 Haupthalle des Untergrundmuseums · Nacht · Innenbereich Großherzog Paimon bricht durch die Steintür, sein riesiger dämonischer Körper füllt die Kuppel. Luna schlägt mit einem Mondlichtschwert zu, während Noah eine Eiswand errichten lässt. Beide Angriffe durchbrechen nur die erste Schicht seines Schildes. Paimon: Du schon wieder – die Überreste der Nacht des Gemetzels. Luna: Dieses Mal wird niemand durch deine Hand sterben. Noah: Versprich nicht zu viel, kleines Mädchen. Paimon spuckt zwei Feuermeere in Richtung des Wohnheimbezirks darüber. Nox stürmt aus den Schatten. Nox: Marion, ziele nach links. Ich nehme das rechte. Paimons Lachen schüttelt Fragmente aus der Kuppel. Sein Schild regeneriert sich durch die Schnitte schnell und in den Flammen tauchen verzerrte menschliche Gesichter auf. Paimon: Du kannst sie nicht beschützen. Das galt in der Nacht des Gemetzels, und es gilt auch heute noch. Noahs Eiswand wird einen halben Fuß dünner und sie tritt einen kleinen Schritt zurück. Nox: Schulleiterin, er zwingt Sie, sich an die Vergangenheit zu erinnern. Noah: Ich weiß. Nox: Dann gib ihm keine zweite Chance. Luna sieht Nox an, der Mondschatten fällt auf seine Schulter. Luna: Drei Atemzüge. Das ist alles, was wir Ihnen geben können. Nox: Genug. 【Szene 46】Himmel über der Akademie · Nacht · Außen Marions Wasserpfeil trifft das erste Feuermeer, aber das zurückprallende Mana verzerrt ihr Gesicht vor Schmerz. Nox reflektiert die zweite Flammenwelle mit Stormbringer, dessen Ärmel wegbrennt. Marion: Kommandiere mich nicht herum! Ich bin niemandes Waffe! Ihre Pfeilspitze dreht sich zum Hinterkopf von Nox. Luna: Töte sie, Nox! Nox dreht sich nicht um. Nox: Marion, erschieß mich. Marion: Was? Nox: Vertrauen Sie darauf, dass Sie den Pfeil genau dort platzieren, wo ich ihn brauche. 【Szene 47】Rand des Untergrundmuseums · Nacht · Innenraum Iana geht zitternd hinter Marion her, ihre Pupillen leuchten violett vor Zaubermagie. Sie kämpft gegen ihre Angst an und legt eine Hand auf Marions Schulter. Iana: P-bitte hör auf. Du willst ihn nicht töten. Marions Bogen senkt sich leicht. Bilder blitzen vor ihren Augen auf: Glastanks, Jays abgetrennter Arm und ihr eigener Wasserpfeil außer Kontrolle. Marion: War ich es... der Jay getötet hat? Nox: Nein. Die Leute, die dich in eine Waffe verwandelt haben, haben das getan. Iana: Ich kann sie nur eine Weile halten! Nox: Eine kleine Weile reicht. 【Szene 48】 Haupthalle des Untergrundmuseums · Nacht · Innenbereich Paimon treibt Noah zurück, seine brennende Klaue durchschlägt die Eiswand. Nox tritt vor die Schulleiterin, Stormbringer über seine Handfläche gehalten. Noah: Du wirst sterben. Nox: Ich würde sowieso bald sterben. Noah: Das ist keine Antwort. Nox: Dann betrachte es so, als würde ich nicht zusehen wollen, wie du einen weiteren Schüler verlierst. Noah erstarrt, als er sich an die Ruinen der Nacht des Gemetzels erinnert. Unter ihren Füßen breitet sich wieder Frost aus. Noah: Gut. Mein Eis wird ihn drei Atemzüge lang fesseln. Lass dein Schwert nicht langsam sein. 【Szene 49】 Haupthalle des Untergrundmuseums · Nacht · Innenbereich Luna springt hoch und spaltet Paimons Schild mit ihrem Mondscheinschwertstil. Noahs Eisdornen blockieren die Füße des Dämons. Nox stürmt in die Flammen und der schwarze Flammenring verbrennt seine Hand, bis die Knochen weiß erscheinen. Paimon: Ein Mann am Ende seines Lebens wagt es, die Seele eines Großherzogs zu begehren? Nox: Ich begehre es nicht. Ich bin hier, um eine Schuld einzutreiben. Systemtext: Zeit des Genies zwangsweise aktiviert. Alles um ihn herum wird langsamer. Nox sieht die letzte Barriere vor Paimons Herz. Nur Nox‘ Herzschlag bleibt in seinen Ohren. Jeder Schlag fühlt sich wie eine Seite an, die aus seiner Lebensspanne herausgerissen wurde. Die vom Schwarzflammenring absorbierte Zeit wird von Stormbringer gewaltsam in die Länge gezogen und brennt entlang der Kante der Klinge. Systemtext: Warnung. Der lebenserhaltende Wert sinkt weiter. Nox: Halt den Mund. In der verlangsamten Welt bewegen sich Paimons Augen – und er kann ihn immer noch sehen. Paimon: Du und ich sind gleich. Wir verlängern beide unser Leben, indem wir das Leben anderer verschlingen. Nox: Wir sind nicht gleich. Paimon: Was unterscheidet uns? Nox: Ich rette Menschen. Du verwandelst sie nur in Leichen. Nox zerquetscht den letzten Eissplitter unter seinem Fuß und stürzt sich direkt auf das Herz des Dämons. 【Szene 50】 Haupthalle auf dem Dach der Akademie / im Untergrund · Nacht · Innen/Außen Marion erlangt durch Ianas Charme das Bewusstsein zurück. Sie schießt einen Pfeil, Tränen laufen ihr übers Gesicht. Marion: Jay, wenn ich wieder vermisse ... Nox' Stimme dringt durch den Mondschatten: Das wirst du nicht. Zielen Sie auf mein Gesicht. Marion: Du bist verrückt. Nox: Das war ich schon immer. Der Pfeil durchbricht die Kuppel, streift Nox‘ Wange und zerschmettert Paimons letzten Schild mit Druckwasser. Nox nutzt die Kraft des Pfeils, um auf die Schulter des Dämons zu treten. 【Szene 51】Haupthalle des Untergrundmuseums · Nacht · Innenbereich Paimons riesige Hand schlägt nach unten. Nox packt Stormbringer mit der schwarzen Flamme, sein Körper wird im Blitz fast durchsichtig. Talias Stimme kommt aus der Passage: Nox! Eleanor: Stirb nicht, wo ich dich sehen kann! Penelope: Alle zurück! Nox treibt die erste Hälfte des Black Sword Style in Paimons Brust. Das Gebrüll des Dämons zerschmettert jede Glasscheibe und der Manakristall und das Herz verwandeln sich gemeinsam in Asche. Systemtext: Große Menge an Lebensdauer verbraucht. Bevor Nox fällt, ist das Letzte, was er sieht, dass Marion ihren Bogen senkt. 【Szene 52】Akademieruinen · Morgendämmerung · Außen Die Eiswände stürzen eine nach der anderen ein. Luna zieht den bewusstlosen Nox aus dem gebrochenen Eis. Noah blickt auf die Stelle, an der Paimon verschwunden ist. Blut tropft von ihrem Ärmel. Bernon und Lars treffen mit den anderen Professoren ein. Lars: Der unterirdische Manakristall ist zerbrochen? Wo ist Paimon? Noah: Behandelt. Bernon: Von wem? Noah antwortet nicht. Sie blickt nur in Nox' Gesicht. Lars eilt herbei und überprüft seinen Puls. Lars: Mein Schüler! Sein mittlerer Dantian ist fast auseinandergerissen. Lebt er noch? Luna: Lebendig. Aber fragen Sie ihn nicht, was heute Abend passiert ist. Bernon: Die königliche Familie wird diesen Bericht nicht akzeptieren. Noah: Dann schreiben Sie: „Das Siegel ist zusammengebrochen und die Schulleiterin hat es gehandhabt.“ Sie können es glauben oder nicht. 【Szene 53】Rand der Akademieruinen · Morgendämmerung · Außenansicht Luna und Noah stehen mit dem Rücken zum weiß werdenden Osthimmel. In der Ferne beseitigen Schüler und Retter eingestürzte Mauern. Luna: Du hast Paimon in der Nacht des Gemetzels geweckt, um diesen Manakristall zu zerstören? Noah: Ich wollte Rache. Aber alleine hätte ich es nie geschafft. Luna: Lassen Sie die Schüler das nächste Mal nicht für Ihr Schweigen bezahlen. Noah nimmt wieder die Gestalt eines Kindes an, ihre übergroßen Schulleiterroben hängen auf dem Boden. Noah: Das Kind kam alleine herein. Luna: Er ist kein gewöhnliches Kind. Noah: Ich weiß. Genau deshalb darf die königliche Familie ihn nicht zuerst entdecken. 【Szene 54】Korridor des Academy Medical Tower · Früher Morgen · Innenraum Lars schiebt im Laufen ein Krankenhausbett, während Bernon wiederholt stabilisierende Magie wirkt. Nox zuckt in Ohnmacht, während flackerndes Mondlicht und Frost über seiner Brust aufsteigen. Lars: Seine Manakreisläufe wurden gewaltsam geöffnet! Bernon: Wer hat ihn beschützt? Lars: Mondlicht, Eis... mindestens zwei hochkarätige Caster. Noah kommt mit einem unschuldigen Lächeln von hinten auf ihn zu. Noah: Manche Kinder haben Angst vor der Kälte. Wir legten ihm noch zwei Decken über. Bernon: Schulleiterin, Decken können das nicht erklären. Noah: Dann behandle ihn wie deinen Schüler, nicht wie einen Bericht. 【Szene 55】Krankenhauszimmer der Akademie · Erste Nacht · Innenbereich Nox versinkt in einem Traum. Jede gescheiterte Route des Spiels zieht vor ihm vorbei: Talia in Flammen, Gitri in Blut gefallen, Eleanor, die kalt zuschaut, und die Hauptstadt, die von Dämonen verschlungen wird. Stimme aus dem Brief: Du hast Paimons Route vorzeitig geändert. Nox: Wie hoch ist der Preis? Stimme aus dem Brief: Sie verlieren die Zeit, um es zu bezahlen. Nox: Ich habe einen Großherzog getötet. Es kann überhaupt keine Belohnung geben. Stimme aus dem Brief: Dies ist keine Einigung. Es ist eine Warnung. Der wahre Feind hat dich gesehen. Nox zieht im Traum sein Schwert, kann aber die Dunkelheit nicht durchbrechen. 【Szene 56】Krankenhauszimmer der Akademie · Dritter Tag · Innenbereich Talia, Gitri, Paracelsus, Leon und Penelope versammeln sich um das Bett. Die Schüssel mit der Medizin auf dem Tisch bleibt unberührt und der Raum ist voller verhaltener Atemzüge. Talia: Er ist seit drei Tagen bewusstlos. Ich benachrichtige Herzog Theo und lasse alle Elixiere hierher schicken. Gitri: Der junge Meister möchte nicht, dass du das Familienoberhaupt auf diese Weise beunruhigst. Talia: Dann sag mir, was ich tun soll. Paracelsus: Warte, bis er aufwacht, und kämpfe dann gegen mich. Er wird es sich nicht erlauben, ewig im Bett zu bleiben. Leon: Das ist keine Schwertwunde. Es ist, als hätte ihm etwas das Leben geraubt. Penelope: Die königlichen Ärzte sind unterwegs. Gitri: Niemand aus der königlichen Familie muss den jungen Meister berühren. 【Szene 57】Krankenhauszimmer der Akademie · Abend des dritten Tages · Innenbereich Draußen vor der Tür streiten Lars und Bernon über den Bericht. Nox hält die Augen geschlossen, aber ein Finger bewegt sich leicht unter der Decke. Bernon: Wenn wir die Wahrheit sagen, wird Louis zuerst fragen, wer Paimon getötet hat. Lars: Wenn wir es verbergen, könnte die Akademie des Hochverrats angeklagt werden. Noah: Dann sagen Sie nur, dass die Schulleiterin und Luna sich um das gebrochene Siegel gekümmert haben. Nox ist lediglich ein verletzter Studienanfänger. Bernon: Aber er war eindeutig am Tatort. Noah: Anwesend zu sein ist nicht dasselbe wie schuldig zu sein. Sie sind Lehrer – verstecken Sie zuerst den Schüler. Die Spannung in Nox' Stirn lässt fast unmerklich nach. 【Szene 58】Krankenhauszimmer der Akademie · Late Night am dritten Tag · Innenbereich Alle gehen und nur das Mondlicht bleibt vor dem Fenster. Eleanor schließt die Tür und setzt sich neben das Bett. Nox spürt ihre Annäherung, tut aber weiterhin so, als würde er schlafen. Eleanor: Hör auf, so zu tun. Du bist wach. Nox öffnet langsam seine Augen. Nox: Gehört der Einbruch in ein Krankenzimmer um Mitternacht zur Rivalin-Etikette? Eleanor: Ich habe nur eine Frage. Welche Verbindung besteht zwischen dir und Shane aus dem Labyrinth? Nox: Wovon redest du? Eleanor beugt sich mit leiser Stimme näher. Eleanor: Wenn Sie lügen, verschieben sich Ihre Pupillen und Ihre Finger zittern. Du hast beides schon zweimal gemacht. 【Szene 59】Krankenhauszimmer der Akademie · Gleiche Nacht · Innenbereich Nox blickt in den Schatten des Vorhangs und versucht, seinen Atem ruhig zu halten. Nox: Shane ist mit mir verbunden. Man könnte ihn einen versteckten Nebenzweig der Familie nennen. Eleanor: Ähnliche Augen, ähnliche Schwertkunst, und ihr beide rettet Menschen in Gefahr. Glaubst du, ich glaube an Zufall? Nox: Was willst du von ihm? Eleanor: Um es ihm zurückzuzahlen – und ihn zu rekrutieren. So jemand sollte nicht im Schatten einer Adelsfamilie begraben werden. Nox: Er mag es nicht, benutzt zu werden. Eleanor: Ich bin Kaufmann. Ich gebe ihm, was er will. Sie legt eine Visitenkarte neben das Kissen. Eleanor: In einer Woche, Rivalin Trading Company im vierten Bezirk. Shane soll zu mir kommen. 【Szene 60】Korridor des Frauenschlafsaals der Akademie · Gleiche Nacht · Innenbereich Iana sitzt zusammengerollt auf einer Bank und umarmt ihre Knie. Marion sitzt ihr gegenüber, den Bogen fest in Stoff gehüllt, doch ihre Hände zittern immer noch. Marion: Ich hätte ihn fast getötet. Iana: Aber am Ende hast du genau dort getroffen, wo er dich zum Schießen aufgefordert hat. Marion: Das ist nicht tröstlich. Iana: Ich habe auch fast die Kontrolle verloren. Meine Zaubermagie... es war, als würde sich jemand anderes meinen Mund leihen, um zu sprechen. Marion schaut auf. Marion: Nox sagte, es sei nicht unsere Schuld. Iana: Aber wir könnten wieder die Kontrolle verlieren. Marion: Dann werden wir dafür sorgen, dass er sein Versprechen hält. Wir werden nicht zulassen, dass er alleine hart auftritt. 【Szene 61】Balkon vor dem Krankenzimmer der Akademie · Morgendämmerung · Außen Luna lehnt sich an das Geländer und schaut zu Nox im Krankenhausbett. Marion kommt näher und senkt den Kopf. Marion: Captain, ich bin bereit, eine Strafe hinzunehmen. Luna: Du hast die Mission abgeschlossen und wäre fast zu ihrem gescheiterten Produkt geworden. Marion: Ich möchte keine Waffe mehr sein. Luna: Dann lernen Sie, selbst zu entscheiden, wohin Ihr Pfeil fliegen soll. Marion: Nox weigerte sich, mich zu töten. Warum hast du es zugelassen? Luna: Weil seine Wette richtig war. Aber wenn er das nächste Mal falsch liegt, werden Sie alle sterben. Marion: Ich werde dafür sorgen, dass er nie wieder spielen muss. 【Szene 62】Krankenhauszimmer der Akademie · Vierter Tag · Innenbereich Nox erwacht und wird sofort von Talia an den Schultern gepackt. Gitri steht neben ihr und hält eine Schüssel mit Medikamenten in der Hand, während Penelope und die anderen die Tür blockieren. Talia: Warum hast du dich wieder wie eine Motte ins Feuer geworfen? Nox: Zumindest eine Motte kann das Licht sehen. Gitri: Junger Meister, trink die Medizin. Nox: Kann ich zuerst eines sagen? Gitri: Nein. Paracelsus: Wenn du fertig bist, kämpfe gegen mich. Leon: Kämpfe, nachdem er sich erholt hat. Er kann im Moment kaum stehen. Penelope: Die königliche Untersuchung kann verschoben werden, die Angelegenheit mit dem Heiratskandidaten jedoch nicht. Nox schiebt die Medizinschale weg. Nox: Ich gehe lieber zurück und kämpfe erneut gegen Paimon. 【Szene 63】Krankenhauszimmer der Akademie · Später am vierten Tag · Innenbereich Iana kommt schüchtern herein, Marion hinter ihr. Sie kann Nox nicht in die Augen sehen und ihre Finger verziehen den Saum ihres Rocks in Falten. Iana: Ich-ich bin gekommen, um unsere Vereinbarung zu erfüllen. Das letzte Mal habe ich dir dunkles Mana genommen ... Nox: Du hast Marion gerettet und du hast mich gerettet. Wir sind quitt. Iana: Aber das andere Ich hat etwas furchtbar Unangemessenes gesagt. Marion: Sie sagte, sie wollte dich küssen. Ianas Gesicht wird leuchtend rot. Iana: Marion! Nox hustet und weicht den Blicken aller aus. Nox: Dieses Thema endet hier. Sie beide müssen lernen, Ihre Macht zu kontrollieren. Legen Sie Ihr Leben nicht noch einmal in die Hände anderer. 【Szene 64】Unterirdisches Museum der Akademie · Tag · Innenbereich Das Reparaturteam räumt den von Paimon hinterlassenen Krater. Bernon nimmt ein verbranntes königliches Wappen und reicht es Noah. Bernon: Die Opfergruppe umfasste Personen, die Prinz Louis gehörten. Noah: Ich habe es gerochen. Und etwas noch Schmutzigeres. Lars: Sollten wir es Seiner Majestät melden? Noah: Der Bericht wird zuerst Louis erreichen. Finden Sie Beweise und schützen Sie die Schüler. Bernon: Der Agent der Händlergilde namens Rick? Noah: Pass auf ihn auf. Er scheint nicht ganz menschlich zu sein. Lars blickt in das entfernte Krankenzimmer. Lars: Und Nox? Noah: Er wird selbst zur Antwort gehen. Wir müssen nur verhindern, dass er stirbt. 【Szene 65】Reinheiber Estate Empfangsraum · Zehnter Tag · Innenbereich Theo erhält den Geheimbericht der Akademie und drückt seine Faust auf den Schreibtisch. Luna steht neben dem Fenster, ihr Schatten ist dunkler als das Kerzenlicht. Luna: Dein ältester Sohn, Garen, hat sich bereits auf die Seite der Dämonen gestellt. Theo: Ich weiß. Ein Sturm zieht über den Kontinent. Luna: Vergiss unsere Vereinbarung nicht. Jeder, der den Krieg zwischen Lunatic und den Seventy-Two Demons behindert – einschließlich Ihres Sohnes – kann getötet werden. Theo schließt die Augen. Theo: Alles für den Untergang des Imperialen Staates und die Unterwerfung der 72 Dämonen. Luna: Du hast einen Namen ausgelassen. Nox. Theo: Ziehen Sie ihn nicht da hinein. 【Szene 66】Reinheiber Estate Empfangsraum · Gleicher Moment · Innenbereich Luna dreht sich um und das Mondlicht zu ihren Füßen zieht sich zu einer dünnen Linie zusammen. Luna: Glaubst du, er ist immer noch außerhalb des Sturms? Er tötete Paimon und machte Louis auf sich aufmerksam. Theo: Er ist erst vierzehn. Luna: Paimon würde ihn aufgrund seines Alters nicht verschonen. Auch die Dämonen werden es nicht tun. Theo: Ich werde ihn über alles befragen – von der Heiratskandidatur der Prinzessin bis zum schwarzen Schwert, das nicht existieren sollte. Luna: Frag ihn. Aber zwingen Sie ihn nicht, sich Ihnen entgegenzustellen. Theo schweigt lange. Theo: Ich hatte nie vor, ein Schwert auf ihn zu richten. Luna: Väter sagen das oft – bis die Familie ihnen befiehlt, sich zu entscheiden. 【Szene 67】Eingangshalle der Akademie · Nachmittag · Innenbereich Nox verlässt den Sanitätsturm im Mantel. Gitri, Talia und Elena warten neben der Kutsche. Elena hält eine Medizintruhe in der Hand, während ihre junge Assistentin May sie immer wieder dazu drängt, sich zu beruhigen. Elena: Ich habe gerade ein Medikament beendet, das deine Schaltkreise stabilisieren kann. Weigere dich, es zu trinken, und ich schütte es dir in den Hals. Nox: Das ist meine Kutsche. Gitri: Es ist auch dein Leben, junger Meister. Bitte trinken. Talia: Gehst du wirklich nach Hause? Nox: Die Akademie wird nicht bald wiedereröffnet. Vater wartet schon. Elena: Und Karl auch. Er hat dich drei Tage lang nicht gesehen und fast den Stall auseinandergerissen. Nox: Dann gehen wir zuerst nach Hause. 【Szene 68】 Teestube der Gilde des vierten Bezirks · Nachmittag · Innenbereich Shane sitzt Eleanor in Gestalt eines grauhaarigen jungen Mannes gegenüber. Verträge, Tinte und Goldmünzen füllen den Tisch. Eleanor betrachtet ihn, als ob sie ein seltenes Gut begutachten würde. Eleanor: Sobald du unterschreibst, bleibst du in meiner Nähe. Beschütze mich, wenn ich dich brauche. Ihre Bezahlung erfolgt in Gold und Artefakten. Shane: Ich habe Familienangelegenheiten. Eleanor: Nox hat bereits zugestimmt. Shane spuckt fast seinen Tee aus. Shane: ...Dieser Mann genießt es wirklich, Entscheidungen für andere Menschen zu treffen. Eleanor: Er hat nur gesagt, dass du keine Fesseln magst. Er sagte nicht, dass man den Gewinn nicht berechnen könne. 【Szene 69】Teestube der Gilde des vierten Bezirks · Gleicher Moment · Innenbereich Eleanor schiebt Shane den Vertrag zu und spricht dabei, als würde sie über einen gewöhnlichen Deal sprechen. Eleanor: Der Begriff ist unbefristet. Sie müssen Rivalin nicht die Treue schwören. Du musst nur erscheinen, wenn ich dich brauche. Shane: Und wenn ich mich weigere? Eleanor: Ich werde weiter nach dir suchen. Du hast mich gerettet, also musst du mich die Schulden zurückzahlen lassen. Shane: Drücken Händler ihre Dankbarkeit durch Verträge aus? Eleanor: Gefühle ändern sich leicht. Verträge nicht. Shane sieht sie an und erinnert sich daran, wie sie beinahe von der kaputten Brücke im Labyrinth gefallen wäre. Shane: Gut. Ich werde unterschreiben. Er schreibt seinen Namen auf das Papier. Zum ersten Mal ist Eleanors Lächeln nicht ganz kalkuliert. 【Szene 70】Korridor der Händlergilde · Abend · Innenbereich Eleanor ergreift Shanes Hand von hinten und legt einen Flammengeist-Anhänger in seine Handfläche. Eleanor: Das ist die Anzahlung und mein Dank. Sag es Nox nicht. Dieser Mann würde es auf jeden Fall begehren. Shane: Er ist nicht so schlimm, wie Sie denken. Eleanor: Das sagst du nur, weil du ihn kennst. Shane blickt auf den Anhänger und Systemtext erscheint. Systemtext: Flammengeist-Anhänger. Solange es ausgerüstet ist, wird der Standort kontinuierlich mit Eleanor de Rivalin geteilt. Shane: Dieses Geschenk ist zu teuer – und zu mühsam. Eleanor: Beschreibe meine Gabe nicht als eine Falle. 【Szene 71】Dach der Händlergilde · Abenddämmerung · Außenansicht Shane versteckt sich an einem leeren Ort und nimmt die Maske ab. Nox‘ schwarzes Haar taucht wieder auf. Er umklammert den Anhänger in seiner Handfläche und kalter Schweiß bildet sich auf seiner Stirn. Nox: Im Spiel erschien dies nur vor dem Ende. Systemtext: Name: Flammengeist-Anhänger. Ausrüstungseinschränkung: Eleanors Liebe oder Gunst. Nox: Was genau denkt sie? Systemtext: Spezialeffekt: Standortfreigabe während der Ausrüstung. Nox stopft den Anhänger wieder in seine Kleidung. Nox: Noch wichtiger ist, dass ich ihr niemals klar machen kann, dass Shane und Nox dieselbe Person sind. 【Szene 72】Büro der Händlergilde · Zur gleichen Zeit · Innenbereich Rick steht mit seinem üblichen Lächeln vor Eleanors Schreibtisch. Rick: Mr. Shane scheint Ihre Gunst gewonnen zu haben. Dies ist das erste Mal, dass Sie persönlich jemanden rekrutiert haben, meine Dame. Eleanor: Ihre Aufgabe ist es, als Buchhalterin zu fungieren, nicht meine Angelegenheiten in Frage zu stellen. Rick: Natürlich. Ich mache mir lediglich Sorgen um Nox von Reinheimer. Eleanor: Besorgt worüber? Rick: Dass er zu talentiert ist – und möglicherweise zu lange lebt. Eleanor hebt den Blick, ihr kalter Blick lastet auf dem Raum. Eleanor: Dann pass auf, dass du nicht zuerst durch deine eigenen Berechnungen stirbst. 【Szene 73】Geheimkammer der Händlergilde · Nacht · Innenraum Rick schließt alleine die Tür und das Lächeln verschwindet von seinem Gesicht. Mit dämonenähnlichen Augen blickt er in einen schwarzen Spiegel. Rick: Louis hat gegen ihn verloren. Paimon ist ebenfalls tot. Nox ist problematischer als erwartet. Flüstern aus dem schwarzen Spiegel: Entferne ihn. Rick: Und Shane. Eleanor hat begonnen, sich um ihn zu kümmern. Die Gilde darf nicht außer Kontrolle geraten. Flüstern aus dem schwarzen Spiegel: Du hast Angst vor einem vierzehnjährigen Kind? Rick biss die Zähne zusammen. Rick: Ich habe keine Angst vor seinem Alter. Ich fürchte, er sieht aus, als hätte er all unser Schicksal miterlebt. 【Szene 74】Dach der Händlergilde · Nacht · Außen Nox blickt auf das Reinheiber-Anwesen. Die Lichter der Hauptstadt schwanken in seinen Augen, während Karls Wiehern aus der Ferne durch den Nachtwind weht. Nox: Die Identität des Protagonisten, die Heiratskandidatur, Lunatic, die Händlergilde ... alles ist ein Chaos. Er zieht Stormbringer einen halben Zoll zurück. Lightning verrät die Erschöpfung in seinem Gesicht. Nox: Aber wenn die Route im Chaos verläuft, habe ich eine Chance, dem ursprünglichen Ende nicht zu folgen. Ein unsignierter Brief steigt aus der schwarzen Flamme. Stimme aus dem Brief: Spieler, Sie sind von der vorgegebenen Route abgewichen. Bitte fahren Sie fort. 【Szene 75】Dach der Händlergilde · Nacht · Außen Nox öffnet den Brief. Es enthält nur eine Zeile scharlachroten Textes. Der Wind schlägt ihm den Kragen hoch, aber er macht keinen weiteren Schritt zurück. Systemtext: Verbleibende Lebensdauer: 18 Tage. Nox: Sind achtzehn Tage genug? Stimme aus dem Brief: Das hängt davon ab, ob du dich noch traust, ein Schwert zu halten. Nox bewegt sich nicht sofort. Er schaut auf seine von Flammen und Blitzen gezeichnete Handfläche, auf der noch immer die letzte Hitze von Paimons Zerstörung ruht. Nox: Um ihn zu töten, habe ich fast die ganze Zeit, die ich gewonnen hatte, darauf gesetzt. Stimme aus dem Brief: Sie haben einen Sieg errungen, der nicht zu diesem Teil der Route gehörte. Nox: Ein Sieg ist ein Sieg. Stimme aus dem Brief: In dieser Welt zieht der Sieg gierige Blicke auf sich. Louis, Rick, die Dämonen – und die Person, die Sie am wenigsten verdächtigen möchten. Nox erinnert sich an Theos Warnung, Talias Tränen und die Wärme, als Eleanor Shane den Anhänger in die Hand legte. Nox: Deshalb kehre ich zu Reinheiber zurück. Die Reparaturarbeiten an der Akademie werden mindestens zwei Wochen dauern. Das ist gerade genug Zeit, um Vater jede Frage zu stellen. Stimme aus dem Brief: Du fürchtest diesen Nachlass. Nox: Das tue ich. Aber Angst ist kein Grund, nicht zu gehen. Er steckt Stormbringer vollständig in die Scheide. Neben der Kutsche späht Gitri durch die Menschenmenge auf das Dach, offenbar vermutet, dass ihr junger Herr sich wieder versteckt hat. Gitri: Junger Meister! Wenn du nicht herunterkommst, wird Karl den Kutscher in die Luft treten! Der Mundwinkel von Nox hebt sich leicht. Nox: Lass ihn warten. Ich werde ihn nicht noch einmal zurücklassen. Gitri: Dann lass mich bitte auch nicht zurück. Nox: Alles klar. Nox legt den Anhänger weg und dreht sich zur wartenden Kutsche um. Nox: Gehen Sie zuerst nach Hause. Überlebe diese achtzehn Tage. Dann nimm den Untergang dieser Welt aus ihren Händen zurück. Die schwarze Flamme erlischt zwischen seinen Fingern und die Glocken der Hauptstadt beginnen zu läuten. In diesem Moment bricht die Morgendämmerung an. —Ende der ersten Staffel— Ansehen
Gaming Der Schöpfer von Ubers Erster Akt: Der Spieler erwacht (Kapitel 000–028) 【Szene 01】Rons Wohnung·Late-Night·Innenraum Im pechschwarzen Raum warfen zwei Monitore eine tödliche Blässe auf das Gesicht des Mannes. Unter dem Game Launcher leuchtet lautlos eine Zahlenreihe: Spielzeit – 100.000 Stunden. Auf dem Bildschirm kontrolliert Ron seinen Charakter und zerstört das letzte Ziel. Eine Benachrichtigung ertönt und die Modding-Community wird sofort mit Kommentaren überschwemmt. Benutzer A (Bildschirmtext): Bist du verrückt? Hast du kein richtiges Leben mehr? Benutzer B (Bildschirmtext): Avas Animationen sind seit dem letzten Update fehlerhaft. Reparieren Sie sie oder nicht? Benutzer C (Bildschirmtext): Wann kommt der neue Charakter heraus? Ich kann nicht einmal mehr Charaktere spielen, die du nicht gemacht hast. Ron beobachtet die vorbeiströmenden Kommentare und lächelt, während er seine steifen Finger bewegt. Ron: Ich bin wirklich bis hierher gekommen. Er pusht den Animations-Fix-Patch und öffnet dann ein weiteres Upload-Fenster. Ron: Pushe den Hotfix jetzt. Ich werde die neuen Inhalte für später einplanen. Der Upload ist für sechs Uhr morgens geplant. Ron kehrt zum Spiel zurück, schickt die Charaktere, die sich noch in der Festung befinden, auf Expeditionen und lässt nur eine Handvoll in Bereitschaft. Ron: Auf zur Arbeit, Kinder. Ich werde das Feedback morgen nach der Arbeit überprüfen. Er lässt sich auf das Bett fallen, zu erschöpft, um die Augen offen zu halten. Ron: Ugh... ich brauche Schlaf. Ich brauche wirklich Schlaf. Die Uhr in der unteren rechten Ecke des Bildschirms tickt vorwärts. 05:59:58. 05:59:59. 06:00:00. 【Szene 02】Unvertrautes Schlafzimmer·Innenraum am frühen Morgen Hartes Sonnenlicht fällt auf Rons Gesicht. Instinktiv greift er nach seinem Telefon, aber seine Handfläche versinkt in einer Matratze, die viel weicher ist, als sie sein darf. Ron öffnet seine Augen. Über ihm befindet sich eine reich verzierte Kuppeldecke; Seidene Bettvorhänge hängen an seinen Seiten, und hinter den riesigen, vom Boden bis zur Decke reichenden Fenstern erstreckt sich ein Wald, dessen Ende nicht in Sicht ist. Ron: Wo bin ich? Er taumelt zum Glas. Der Mann, der sich dort spiegelt, sieht kaum zwanzig aus, hat braunes Haar, grüne Augen und scharf definierte Gesichtszüge – genau die Spielfigur, die er seit Jahren trägt. Ron berührt sein Gesicht und schaut dann auf seine jugendlichen Hände hinunter. Ron: Ist das nicht mein Spielcharakter? Er versucht, seine Hand durch die Luft zu bewegen. Ron: Statusbildschirm. Inventar. System. Es wird nichts angezeigt. Ron eilt aus dem Schlafzimmer. Gerade als er die Tür erreicht, öffnet sie sich von der anderen Seite. Dort steht eine blonde Frau mit einem Waschbecken und Toilettenartikeln. Sie erstarrt, als sie Ron sieht, und lächelt ihn dann vertraut an. Ava: Meister, die Morgendämmerung ist gekommen. Ron starrt sie an. Jede Kontur ihres Modells wurde von seinen Händen geformt, doch die Frau vor ihm blinzelt, atmet und wird unter seinem Blick verwirrt. Ron: Evangeline? Ava: Ja, Meister. Ron greift nach ihrem Handgelenk. Ihre Haut ist warm und unter seinen Fingerspitzen schlägt deutlich der Puls. Ava: Meister? Ist etwas auf meinem Gesicht? Ron lässt sie los und dreht sich zum Fenster, als wollte er seine Reaktion verbergen. Ron: Ava, war unser Zuhause... schon immer so? Ava: Ja. Das Herrenhaus, das Sie mit Ihren eigenen Händen gebaut haben, war schon immer so. 【Szene 03】Große Halle des Herrenhauses·Innenraum am frühen Morgen Diener und Wachen stehen in geordneten Reihen unter der gewölbten Decke. Ron steigt die Treppe hinunter und sein Blick wandert über ein Gesicht nach dem anderen, das er bisher nur durch einen Bildschirm gesehen hat. Ava folgt ihm und stellt leise diejenigen vor, die im Herrenhaus geblieben sind. Ava: Rachel bereitet das Essen vor. Lady Helena ist beim Morgengebet. Die anderen, die auf Expedition sind, kehren planmäßig zurück. Ron bleibt in der Mitte der Halle stehen. Ron: Ich habe zu dieser Stunde nicht alle aufgefordert, einen Befehl zu erteilen. Ich wollte nur bestätigen, dass Sie alle hier sind. Der in goldene Rüstung gehüllte Riese Graham fällt auf ein Knie. Das Klirren von Metall lässt den Boden leicht erzittern. Graham: Im Herrenhaus ist alles normal. Gestern Abend ist niemand dazwischengekommen. Azelia steht im Schatten, eine Hand verlässt nie ihren Dolch. Azelia: Allerdings hat sich der Raum rund um das Herrenhaus verändert. Jede ursprüngliche Straße ist verschwunden und das Gelände unterscheidet sich von gestern. Ron: Gehen Sie voran. Ellie eilt ihnen nach, mit einem ordentlich gefalteten Kleidungsstück im Arm. Ellie: Meister, du hast dich noch nicht verändert. Ron wirft einen Blick auf seine übergroße Nachtwäsche und dann auf die ernsten Gesichter im Flur. Ron: ...Benutze das übliche Outfit. Ellie: Verstanden. Alle verteilen sich, um sich vorzubereiten. Ron bleibt, wo er ist und ballt leise seine Faust. Für sie ist er kein Fremder, aber er weiß nichts über das Leben, das sie wirklich geführt haben. 【Szene 04】Herrenlagerhaus·Morgen·Innenraum Die schwere Eisentür öffnet sich. Tränke, Ausrüstung, Zaubersteine und Materialien, die früher nur im Inventar des Spiels vorhanden waren, füllen jetzt das gesamte Lagerhaus. Ron nimmt eine Flasche roten Trank. Das Glas ist kühl und die Flüssigkeit bewegt sich realistisch mit der Bewegung. Ron: Die Zahlen sind weg. Keine Beschreibungen, keine Mengen, keine Nachladungen. Ava: Soll ich noch einmal alles zählen lassen? Ron: Registrieren Sie alles. Nahrungsmittel, Medikamente und Holz haben Vorrang. Hier gibt es keine Sicherungsdateien. Wir können nichts als Gegenstand behandeln, der wieder erscheint. Er nimmt mehrere Sternzeichenringe aus einer Schachtel und gibt sie Ava und Azelia. Ron: Diese können den Standort und den Vitalzustand des Trägers anzeigen. Wir wissen nicht, was draußen ist. Tragen Sie sie. Ava blickt auf den Ring und drückt ihre Finger leicht aneinander. Ava: Dies ist ein kostbarer Gegenstand, der für Sie vorbereitet wurde, Meister. Ron: Genau deshalb gebe ich es dir. Wenn etwas passiert, muss ich es sofort wissen. Azelia nimmt den Ring entgegen und steckt ihn ohne zu zögern an ihren Finger. Ava wirft ihr einen Blick zu und zieht dann ebenfalls feierlich ihre an. 【Szene 05】Außenrand des Herrenhausgeländes·Tag·Außenbereich Ron und die anderen verlassen das Herrenhaus. Das gesamte angeschlossene Dorf, die Gärten, der See und das Ackerland wurden in ein Bergbecken verpflanzt, aber die Straßen, die einst zu anderen Bereichen der Spielkarte führten, sind jetzt durch Bergrücken blockiert. Clint kauert neben einem trockenen Bewässerungskanal und inspiziert den Mechanismus. Azelia entfaltet eine hastig gezeichnete Karte. Azelia: Im Osten, Westen und Süden gibt es steile Berge. Der Wald im Norden ist am dichtesten. Es wurde noch keine Straße gefunden. Clint: Das Wasserrad funktioniert noch und der Getreidespeicher ist intakt. Aber unser derzeitiger Lebensmittelvorrat reicht höchstens für sechs Monate. Ron: Sechs Monate sind keine Reserve. Es ist ein Countdown. Er geht zu einem freien Stück Land und hebt eine Hand. Ron: Zuerst muss ich bestätigen, was dieser Körper noch tun kann. Flamme. Ein Feuerball, der eigentlich nicht größer als eine Faust sein sollte, schwillt plötzlich brüllend an. Die Hitzewelle kippt benachbarte Fässer um. Ron zieht hastig seine Hand zurück und die Flammen streifen über den Boden, bevor sie in der Ferne in einen verkohlten Krater explodieren. Niemand weicht zurück. Stattdessen sehen sie alle so aus, als wäre dies nur zu erwarten. Ava: So beeindruckend wie immer, Meister. Ron: Du brauchst mich für so etwas nicht zu loben. Er blickt auf die verbrannte Erde. Ron: Die Kraft ist immer noch da, aber die Kontrolle fühlt sich an, als würde ich zum ersten Mal eine Klinge in der Hand halten. Setze jegliche hochstufige Magie aus. Wir erkunden zunächst die Umgebung. 【Szene 06】Höhle im Berghang·Tag·Innenraum Ron und Ava folgen einer schmalen Abzweigung tiefer in den Berg hinein. Eine Lichtkugel leuchtet über Rons Handfläche und enthüllt alte Ritualmarkierungen an den Wänden. Ron: Licht. Der Gestank des Verfalls wird stärker. Am Ende der Höhle liegt ein unterirdischer Altar. Vertrocknete Leichen stapeln sich neben einer Steinplattform, während mehrere schwarze Rüstungen schweigend an der Wand ruhen. Ava: In der Rüstung befinden sich Lebenszeichen. Ron: Bleiben Sie auf der Hut vor versteckten Bedrohungen. Ava zieht eine kurze Klinge und tritt vor Ron. Ava: Solange ich an der Seite meines Lehnsherrn gehe, habe ich keine Angst. Eine schwarze Rüstung öffnet plötzlich purpurrote Augen. Es stürzt sich auf sie, und was durch die Lücken in seinen Platten hervorquillt, ist keine Maschinerie, sondern verdrehtes Fleisch. Ron schleudert es mit Telekinese in eine Steinsäule. Als Reaktion darauf erwachen weitere schwarze Anzüge. Ron: Kettenblitz! Der Blitz durchdringt die erste gepanzerte Figur, hört aber nicht auf. Die Bögen rasen wild durch die Muster des Altars und zertrümmern eine Steinsäule nach der anderen. Die gesamte Höhle beginnt einzustürzen. Ron: Verdammt! Ava, verschwinde! Felsbrocken fallen von oben. Ava ergreift Rons Hand. Ava: Teleportieren! Sie verschwinden. Eine Sekunde später wird die gesamte Ruine vom Berg verschluckt. 【Szene 07】Herrenhaus-Werkstatt·Nacht·Innenraum Akasha schneidet ein Fragment schwarzer Rüstung auf, das aus den Ruinen geborgen wurde. In der Rüstung verbleibt menschliches Gewebe, das mit zwangsweise verbundenen Mana-Schaltkreisen verschmolzen ist. Akasha: Es ist keine in eine Rüstung gestopfte Leiche. Eine lebende Person wurde in einen Teil der Rüstung selbst verwandelt. Sasha lehnt an der Werkbank, ihr übliches Lächeln fehlt. Sasha: Die Technik ist alt, aber geübt. Wer auch immer das gemacht hat, wäre nicht bei einem stehengeblieben. Ron: Die Ruine ist mindestens tausend Jahre alt. Der Experimentator ist möglicherweise schon vor langer Zeit gestorben. Akasha: Oder einfach woanders hingezogen und weitergemacht. Ava legt einen Bericht vor Ron ab. Ava: Im nördlichen Wald wurde Rauch gefunden. Azelia hat bestätigt, dass es dort ein Menschendorf gibt. Ron blickt auf das in der schwarzen Rüstung erstarrte Fleisch. Ron: Wir nehmen zuerst Kontakt mit dem Dorf auf. Helena, du kommst mit mir. Alle anderen bewachen das Herrenhaus. Niemand nähert sich der Ruine allein. 【Szene 08】Magna Carta Empire·Rat der Magie·Nacht·Innenraum Ein Kristall, der zur Überwachung eines alten Versuchsstandorts verwendet wurde, wird plötzlich dunkel. Der weißhaarige Vorsitzende Olba springt auf. Olba: Warum ist das Signal des Altars verschwunden? Stadtrat: Die Ruine könnte auf natürliche Weise eingestürzt sein. Olba: Es stand tausend Jahre lang und entschied sich nun für den Zusammenbruch? Schicken Sie ein Ermittlungsteam. Falls jemand die Exemplare gesehen hat – Willis steht am anderen Ende des langen Tisches, sein Gesicht ist grimmig. Willis: In der Nähe gibt es ein Dorf. Untersuchen Sie die Ruine, wenn Sie müssen, aber es wird keine Zivilisten zum Schweigen bringen. Olba: Die Pflicht eines Ritters besteht darin, Befehle auszuführen. Willis: Die Imperial Knights dienen dem Imperium, nicht einem Rat, der Zivilisten an den Experimentiertisch schickt. Im Besprechungsraum herrscht Totenstille. Olba lacht kalt und übergibt die Befehle an einen anderen Magier. Olba: Dann brauchen wir den Vizekommandeur der Ritter nicht zu belästigen. Lassen Sie jemanden, der wirklich loyal ist, damit umgehen. 【Szene 09】Old Ubers Village·Dämmerung·Außenansicht Ron und Helena betreten als reisende Geistliche verkleidet das Dorf. Jede Tür ist verschlossen und die Dorfbewohner tragen grobe Stoffmasken. Der Jäger Ronan versperrt ihnen mit bereits gezücktem Bogen den Weg. Ronan: Stopp. Es gibt eine Pest im Dorf. Außenstehende haben keinen Zutritt. Ron: Die Pest ist genau der Grund, warum wir gekommen sind. Sie ist eine Priesterin und ich bin der Magier, der sie begleitet. Ronan: Die Ärzte des Imperiums sagten bereits, dass es keine Heilung gibt. Helena: Weil das keine Seuche ist. Im Krankenzimmer atmet Ronans Verlobte schwach, ihre Haut ist mit schwarzen Flecken bedeckt. Helena legt eine Handfläche auf ihre Stirn. Heiliges Licht enthüllt dunkles Mana, das sich in ihren Adern ausbreitet. Helena: Mana-Erosion. Die Kontaminationsquelle liegt in der Nähe. Ronan: Kannst du sie retten? Helena schaut zu Ron. Er nickt. Helena: Ja. Bitte versammeln Sie alle mit den gleichen Symptomen an einem Ort. Heiliges Licht ergießt sich nach und nach über die Patienten und die schwarzen Flecken verschwinden von ihrer Haut. Draußen brechen die wartenden Dorfbewohner in Schluchzer aus, die sie viel zu lange zurückgehalten haben. Dorfvorsteher: Welche Entschädigung fordern Sie beide? Ron: Wir sind gerade erst angekommen und wissen nichts über diesen Ort. Sag mir, welches Jahr wir haben, welche Länder in der Nähe liegen und was in diesem Berg passiert ist. Das wird reichen. 【Szene 10】Altes Dorfratshaus·Nacht·Innenraum Eine stark abgenutzte Karte des Kontinents liegt ausgebreitet auf einem Holztisch. Dorfvorsteher: Kontinentaljahr 1627. Im Westen liegt das Magna-Carta-Reich, im Norden Narsil, im Osten Izmir, im Süden Irenia und im Zentrum die Heilige Nation von Praros. Ron starrt auf die Karte, sein Finger ruht auf den vertrauten Umrissen des Kontinents. Ron: 1627... Helena schaut ihn schweigend an. Für sie ist das Zeitalter, an das sie sich erinnern, bereits seit tausend Jahren vergangen. Der Dorfvorsteher holt ein altes Tagebuch hervor. Dorfvorsteher: Das Dorf wurde nach einem elfischen Vorfahren benannt. Ihr Name war Ubers. Der Legende nach traf sie in jungen Jahren zwei Reisende, die nicht alterten – einen mit braunem Haar und grünen Augen und einen mit blondem Haar. Ron öffnet das Tagebuch. Auf einer verblassten Illustration stehen eine jüngere Version von ihm und Ava neben einem Elfen. Dorfvorsteher: Ubers starb erst vor etwa fünfzig Jahren. Bis zu ihrem letzten Atemzug bestand sie darauf, dass die beiden eines Tages zurückkehren würden. Helena spricht leise. Helena: Für den Meister war es vielleicht nur eine kurze Reise. Ron schließt das Tagebuch. Ron: Für sie war es ein Leben lang. 【Szene 11】Außenwaldruinen·Tag·Außenansicht Das kaiserliche Ermittlungsteam betritt die Ruinen. Der Magier Adam untersucht die verbleibenden Runen, während Soldaten Ölfässer in Richtung des alten Dorfes tragen. Soldat: Der Befehl des Rates ist klar. Sobald die Freilegung der Ruinen bestätigt ist, muss man sich auch um die umliegenden Dorfbewohner kümmern. Adam: Stellen Sie zunächst fest, warum das Signal verschwunden ist. Die Ruinen explodieren plötzlich. Ein schwarz gepanzerter Golem, der die Leichen des Ermittlungsteams aufgesogen hat, krallt sich aus dem Boden. Fleisch baumelt unter der Rüstung und schlägt dann auf die überlebenden Soldaten zu. Ronan kommt mit der Dorfwache an und findet überall verstreut abgetrennte Gliedmaßen vor. Ronan: Alle weichen zurück! Dreh dich langsam um – Die schwarze Rüstung dreht sich und erfasst sie. Ronan: Lauf! Laufen! Er feuert allein Pfeile ab, um das Monster wegzulocken und es zu einer Klippe weit weg vom Dorf zu führen. Sein Köcher ist bald leer und vor ihm liegt nur noch eine Sackgasse. Die schwarze Rüstung springt. Von der anderen Seite der Schlucht ertönt eine ruhige Stimme. Ron: Eispfeil. Hunderte von Eiskristallen durchdringen die schwarze Rüstung auf einmal und halten sie in der Luft fest. Das Eis zerbricht und das Monster zerfällt in Bruchstücke, die in die Schlucht fallen. Ron überquert die Felsen auf ihn zu. Ron: Ronan, geht es dir gut? Ronan bricht zu Boden. Ronan: ...Mr. Ron? 【Szene 12】Gästezimmer des Herrenhauses·Tag·Innenraum Ronan wacht auf einem Bett auf, während Helena den letzten Rest ihres heilenden Lichts entzieht. Helena: Deine Wunden sind geheilt. Vermeiden Sie heute anstrengende Aktivitäten. Ronan sieht die geordneten Felder und das hoch aufragende Herrenhaus vor dem Fenster und richtet sich abrupt auf. Ronan: Was ist das für ein Ort? Ron: Ein Gebiet, das vor etwas mehr als zehn Tagen bei uns aufgetaucht ist. Wir wissen auch nicht, warum wir hierher gekommen sind. Ronan: In diesem Wald gab es vorher kein Dorf. Ron legt zwei Karten nebeneinander. Einer stammt aus der Spielwelt vor tausend Jahren; der andere kam aus dem alten Dorf. Ron: Die Berge und Städte haben sich verschoben, aber die Umrisse des Kontinents sind genau die gleichen. Ihr Alter kommt tausend Jahre nach unserem. Ronan: Dann waren die von Ancestor Ubers aufgezeichneten Personen... wirklich Sie? Ron: Ich kann nicht beweisen, warum die Welt so geworden ist. Aber ich würde niemals mit ihrem Namen lügen. Er schiebt die Patientenliste aus dem alten Dorf in Richtung Ronan. Ron: Das Imperium hat die Ruinen bereits gefunden. Das alte Dorf ist nicht mehr sicher. Wir haben hier leere Häuser, Ackerland und Wasser. Ich möchte jeden Dorfbewohner einladen, hierher zu ziehen. Ronan: Einladen? Nicht bestellen? Ron: Ob sie bleiben oder gehen, liegt ganz bei ihnen. 【Szene 13】 Manor Construction Zone·Montage·Day Exterior Clint schwingt einen Hammer, um die Wasserradachse neu auszurichten; Dorfbewohner und Diener tragen gemeinsam Holz; Ellie weist Zimmer zu; Helena untersucht die Patienten erneut; Ron hebt mit Telekinese einen ganzen Dachbalken an, nur um ihn mit zu großer Kraft in der Wand zu verkeilen. Clint: Meister, ein Haus zu bauen bedeutet nicht, das Holz in die Wand zu treiben. Ron: Ich lerne. Clint: Dann lernen Sie zunächst, dem Handwerker zuzuhören. Ron zieht widerwillig sein Mana zurück. Kinder in der Nähe halten sich den Mund zu und kichern. Auf dem Platz versammeln sich die alten Dorfbewohner im Kreis. Dorfvorsteher: Das Wasser, das Essen und die Häuser sind echt. Der Herr hat auch keinen Sklavenvertrag gefordert. Älterer Dorfbewohner: Das Imperium weiß bereits, wo wir sind. Wenn wir im alten Dorf bleiben, sind die nächsten Besucher möglicherweise keine Monster. Ronan tritt vor die Menge. Ronan: Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Mr. Ron mich gerettet hat, und ich habe dieses Dorf selbst gesehen. Ich bin bereit, umzuziehen, aber jeder muss für sich selbst entscheiden. Ein Kind hebt zuerst die Hand. Kind: Gibt es auch nachts warmes Wasser? Ellie geht in die Hocke. Ellie: Solange du das Bad nicht in einen Schwimmteich verwandelst. Gelächter erklingt in der Menge. Endlich beginnt die Spannung nachzulassen. 【Szene 14】Eingang zum alten Dorf·Dämmerung·Außenbereich Kaum hat die Wanderkarawane das alte Dorf verlassen, tauchen einhundertzwanzig kaiserliche Kavalleristen aus der Waldstraße auf. Adam reitet an der Spitze, während die Magier gleichzeitig ihre Stäbe heben. Adam: Ein imperiales Ermittlungsteam ist hier verschwunden. Übergeben Sie den Täter, und alle werden einer Inspektion unterzogen. Ron steht vor den Dorfbewohnern. Ron: Ich habe den schwarz gepanzerten Golem zerstört. Ihr Ermittlungsteam bereitete sich zunächst darauf vor, das Dorf abzuschlachten. Wer wird dafür antworten? Adam: Das Imperium ist nicht verpflichtet, sich dem Grenzpöbel zu erklären. Sein Blick wandert an Ron vorbei und landet auf Ava. Adam: Aber diese Frau – Kälte bedeckt sofort die Lichtung. Ava hebt den Blick, ihr Lächeln ist verschwunden. Ron: Ava. Ava: Ja. Ron: Lass die Dorfbewohner nicht darin erwischt werden. Adam: Alle Einheiten, greift an! Feuer und Blitze strömen auf sie zu. Ron schwingt eine Hand und reißt den Zauberstrom in einen Himmel voller glitzernder Fragmente. Hinter den kaiserlichen Truppen entfaltet sich ein blasser magischer Kreis, und Todesritter blockieren ihren Rückzug. Ava: Eislanze. Eisspeere durchbrechen die Kavallerielinie und lassen Pferde und Waffen am Boden festfrieren. Azelia huscht über die Flanke und die Kommandeure fallen einer nach dem anderen. Die kaiserlichen Soldaten brechen zusammen, bevor sie überhaupt ihre Reihen neu formieren können. Ron sieht die Menschen an, die in Blutlachen liegen. Sein Atem wird unregelmäßiger, aber er schaut nicht weg. Ron: Verfolge niemanden, der seine Waffe niederlegt. Ava: Verstanden. Endlich bleibt nur noch Adam kniend auf dem Eis. Ron geht auf ihn zu. Ron: Geh zurück und sag es dem Imperium. Dies ist kein Dorf, das sie jederzeit auslöschen können. 【Szene 15】Tiefer Wald·Einbruch der Dunkelheit·Außen Willis kommt mit einer Handvoll Ritter an und findet den Boden mit Frost und Anzeichen einer Evakuierung bedeckt. Plötzlich erscheint Ava hinter ihm, eine kurze Klinge seitlich an seinen Hals gedrückt. Ava: Ein weiterer Überlebender, der durch das Netz geschlüpft ist? Willis senkt langsam seine Waffe. Willis: Ich bin gekommen, um das Massaker zu stoppen. Der Rat schloss mich von der Operation aus, sodass ich ihnen nur nachjagen konnte. Ava: Das Wort eines Kaisers ist wertlos. Willis: Ich bitte Sie nicht, mir zu vertrauen. Ich möchte nur bestätigen, dass die Dorfbewohner in Sicherheit sind. Ava betrachtet ihn einen Moment lang und zieht dann die Klinge zurück. Ava: Wenn Sie vorhaben, zu Ubers zu gehen, geben Sie den Gedanken auf und kehren Sie jetzt um. Willis: Verstanden. Darf ich Sie nach Ihrem Namen fragen? Ava: Evangeline Meyer. Willis grüßt sie mit einem Rittergruß. Willis: Vielen Dank, dass Sie die Menschen von Ubers gerettet haben, Lady Evangeline. 【Szene 16】Neuer Dorfplatz·Am frühen Morgen·Außenansicht Die Migration ist abgeschlossen. Die alten Dorfbewohner stehen vor neu gebauten Häusern, während die Bewohner des Herrenhauses auf der anderen Seite Reihen bilden. Ron klettert nicht auf eine Plattform; er steht mitten in der Menge. Ron: Von heute an gelten für alle, die hier leben, die gleichen Regeln. Persönliches Eigentum gehört dem Einzelnen. Arbeit bringt Lohn. Ob Sie bleiben, ist Ihre eigene Entscheidung. Die Bewohner des Herrenhauses dürfen ihre Kräfte nicht einsetzen, um die Dorfbewohner zu unterdrücken, und die Dorfbewohner dürfen sich gegenseitig nicht verletzen. Dorfbewohner: Wie heißt dieser Ort dann? Ron sieht Ronan an. Ron: Wenn niemand etwas dagegen hat, würde ich es gerne „Ubers“ nennen. Ronan und der Dorfvorsteher tauschen einen Blick aus und wenden sich dann an die Menge. Ronan: Dieser Name hat uns durch tausend Jahre getragen. Ich stimme zu. Die Dorfbewohner nicken einer nach dem anderen. Ron: Von diesem Tag an sind das die neuen Ubers. Jubel bricht aus. Walter wirft Ronan ein Holzschwert zu. Walter: Ein Wachhauptmann kann nicht nur wissen, wie man Menschen auf dem Rückzug führt. Ronan fängt das Holzschwert. Ronan: Bitte weisen Sie mich an. Mit einem lockeren Schwung spaltet Walter einen herannahenden Gorgonenbullen mitsamt Hörnern in zwei Teile. Ronan erstarrt. Walter: Erste Lektion: Stehen Sie nicht da und starren Sie. 【Szene 17】Herrenbüro·Nacht·Innenraum Dorfkarten, Lebensmittelvorräte und von kaiserlichen Soldaten beschlagnahmte Gegenstände liegen auf dem Schreibtisch. Ron reibt sich die Stirn, während Rachel ihm heißen Tee bringt. Rachel: Meister, Sie sollten sich in Maßen ausruhen. Ron: Das würde ich gerne tun, aber die Liste der Aufgaben ist bergig. Rachel: Und deshalb haben Sie vor, persönlich zum Imperium zu gehen? Ron: Wir wissen zu wenig über dieses Alter. Warum das Imperium lebende menschliche Golems bewahrt, wie die umliegenden Städte überleben, wo das Dorf Samen und Glas kaufen kann – ich muss alles mit eigenen Augen sehen. Rachel: Lady Ava wird Sie sicherlich begleiten wollen. Ron: Genau deshalb muss sie bleiben. Nur wenn ich dieses Zuhause in ihren Händen lasse, kann ich ohne Sorgen weit reisen. 【Szene 18】Eingang zu Ubers·Am frühen Morgen·Außenbereich Rachel hat ihre Kochuniform gegen praktische Reisekleidung eingetauscht. Ava rückt Rons Umhang zurecht und bewegt sich langsamer als gewöhnlich. Ron: Ava, was hältst du davon, den Namen des Dorfes zu ändern? Ava: Wenn es Ihr Wille ist, Meister, wird Ava gehorchen. Ron: Ich frage nicht, ob ich das sollte. Ich möchte wissen, wie du dich fühlst. Ava schaut zu dem Kochrauch auf, der aus dem Dorf aufsteigt. Ava: Der Name gefällt mir. Weil der Meister bereit war, sich an jemanden zu erinnern, der tausend Jahre gewartet hat. Ron nickt und dreht sich zu Ronan um. Ron: Bewache das Dorf gut für mich, Kapitän der Wache. Ronan richtet sich auf. Ronan: Ja. Sie können beruhigt sein. Ron: Rachel, lass uns gehen. Rachel: Wie Sie befehlen, Meister. Die beiden fahren über die neu reparierte Bergstraße los. Ava bleibt am Dorfeingang, bis ihre Figuren vollständig verschwinden. Zweiter Akt: Die Reißzähne des Imperiums (Kapitel 029–063) 【Szene 19】Waldausgang·Dämmerung·Außenbereich Ron und Rachel tauchen endlich aus dem dichten Wald auf. Wagenspuren durchziehen die ferne Ebene, und dahinter sind Dörfer und Ackerland zu sehen. Ron: Das sollte der Ausgang des Waldes sein. Rachel reicht ihm einen Wasserschlauch. Rachel: Meisterin. Ron: Danke. Nennen Sie mich außerhalb von Ubers Ihren älteren Bruder. Für alle anderen sind wir normale Reisende. Rachel: Verstanden, Bruder. Sie ruhen kurz unter einem Baum. Rachel wird plötzlich ernst. Rachel: Haben Sie über die Frage eines Erben nachgedacht, Meister? Ron verschluckt sich am Wasser. Ron: Warum das plötzlich erwähnen? Rachel: Du bist ein Herr. Die Sicherstellung des Fortbestands Ihrer Blutlinie ist etwas, das diejenigen, die Ihnen dienen, natürlich in Betracht ziehen sollten. Jeder wäre auch bereit – Ron: Denken alle so? Rachel: Natürlich. Ihnen zu dienen ist der Sinn unserer Existenz und die Quelle unseres Glücks. Gesichter blitzen in Rons Kopf auf – Ava, Azelia und die anderen. Er steht sofort auf und beginnt zu packen. Ron: Wir werden es an einem anderen Tag besprechen. Lasst uns vor Einbruch der Dunkelheit einen Platz zum Lagern finden. 【Szene 20】Waldstraße nach Aldert·Tag·Außenansicht Eine Handelskarawane hat vor dem Wald angehalten. Die Wachen halten ihre Bögen bereit, während Karawanenführer Kleber aufmerksam auf die Geräusche im Unterholz lauscht. Kleber: Ihr zwei seid Reisende, ja? Vor uns wurden Monster gesichtet. Betreten Sie den Wald vorerst nicht. Ron: Wenn du weißt, dass es Monster gibt, warum nimmt die Karawane dann diese Straße? Kleber: Aldert lebt vom Handel. Ein eintägiger Umweg könnte bedeuten, dass eine ganze Lieferung verpasst wird. Plötzlich brechen die Baumwipfel und ein Wyvern taucht von oben herab. Die Formation der Guards zerfällt, Kleber wird zu Boden geworfen. Rachel greift nach ihrer Klinge, aber Ron hebt eine Hand, um sie aufzuhalten. Ron: Windklinge. Eine unsichtbare Kante huscht vorbei. Bevor der Wyvern seine Flügel schlagen kann, wird seine Flügelmembran aufgeschnitten und er stürzt schwer in den Wald. Kleber starrt die riesige gefallene Kreatur lange an, bevor er seine Stimme wiederfindet. Kleber: War das... Ihr Verschulden? Ron: Es lauerte im Wald auf uns. Kleber: Nur wer bist du? Ron: Nur ein Magier aus einem Dorf im Wald. Ron überlässt die Leiche des Wyverns der Karawane und bittet im Gegenzug nur um Transport und Informationen unterwegs. Kleber betrachtet die immens wertvolle Beute und lächelt vielsagend. Kleber: Wenn jeder Magier aus diesem Walddorf so fähig ist, sollte ich ihm lieber früher als später einen Besuch abstatten. 【Szene 21】Aldert City Gate·Tag·Außenansicht Karawanen bilden eine lange Reihe vor den hohen Mauern, wobei sich ihre Akzente aus verschiedenen Ländern vermischen. Ron beobachtet die Steuereintreiber, Kaufleute und die Garnison durch das Wagenfenster. Kleber: Aldert gehört dem Namen nach zum Imperium, aber grenzüberschreitende Händlergilden sind es, die die Stadt wirklich am Leben halten. Die Hauptstadt erinnert sich nur dann an diesen Ort, wenn es Zeit ist, Steuern einzutreiben. Ron: Du bist der Anführer der Plume Trade Guild. Warum sollte ich persönlich einen so gefährlichen Weg einschlagen? Kleber: Denn in den letzten drei Monaten habe ich fünf Attentatsversuche überlebt. Der Aufenthalt im Hauptquartier ist möglicherweise nicht sicherer als die Reise durch den Wald. Er legt einen gestohlenen Reiseplan vor. Kleber: Bei jedem Angriff auf mich wusste der Feind genau, wo ich sein würde, auch nachdem ich meine Route geändert hatte. Jemand innerhalb der Gilde arbeitet für das Imperium. Ron: Du willst mich anheuern, um den Verräter zu finden? Kleber: Ich möchte einen Freund, der einen Wyvern mit einem einzigen Schlag töten kann, bitten, mich zurück zum Hauptquartier zu begleiten. 【Szene 22】Hauptquartier der Plume Trade Guild·Nachmittag·Innenraum Eine Explosion erschüttert plötzlich die Halle. Glassplitter regnen von der Treppe herab und Akasha taucht mit völlig zerzausten Haaren aus dem Rauch auf. Ron: Akasha! Akasha: Oh? Wenn es nicht der Meister ist. Sie entdeckt Kleber und setzt sofort eine unschuldige Miene auf. Akasha: Meine Hand rutschte aus und ich ließ eine Flasche mit explosivem Reagenz fallen. Ein so großes Hauptquartier kann sich den Schaden leisten, nicht wahr? Ron: Ich entschuldige mich aufrichtig. Sie kommt wie ich von Ubers und wollte etwas zeigen, das sie geschaffen hat. Kleber wird nicht wütend. Stattdessen studiert er Akasha noch sorgfältiger. Kleber: Wenn sie Mr. Rons Schülerin ist, muss sie auch eine außergewöhnliche Magierin sein. Akasha: Schüler? Meister, stellen Sie mich so draußen vor? Ron antwortet leise. Ron: Spielen Sie jetzt mit. Hier beobachtet jemand Kleber. Das Lächeln auf Akashas Gesicht wird sofort gefährlich. 【Szene 23】Aldert Market Street·Dämmerung·Außenbereich Die drei fügen sich in die Menge ein. Akasha isst Gebäck und errichtet dabei leise eine Erkennungsbarriere. Akasha: Ich kann mit Avas Präzision keine Barrieren errichten. Ron: Ich auch nicht. Akasha: Bist du nicht ihr Lehrer? Ron: Es ist völlig natürlich, dass der Schüler den Lehrer übertrifft. Die Schranke flackert plötzlich. Eine kleine Gestalt drängt sich an Fußgängern vorbei und rennt in eine Gasse. Akasha hebt eine Hand und Ranken sprießen aus dem Boden und winden sich um den Knöchel des Flüchtigen. Erika stürzt und verschüttet ein paar billige Kupfermünzen aus ihren Armen. Akasha: Der große Meister stellt dir eine Frage und du denkst nur ans Laufen. Das ist ziemlich unhöflich, nicht wahr? Ron hält sie auf. Ron: Sie ist keine Attentäterin. Erika beißt sich auf die Lippe und weigert sich zu sprechen. Rachel kommt aus einer anderen Gasse mit drei dünn bekleideten Kindern hinter ihr. Rachel: Ich habe den Ort gefunden, zu dem sie immer wieder zurückblickte. Das jüngste Kind wirft sich Erika in die Arme. Kind: Große Schwester! Erika bricht schließlich zusammen. Erika: Ich habe nur für jemanden auf dich aufgepasst! Sie haben mich dafür bezahlt, zu berichten, wohin Sie gegangen sind. Ich wusste nicht, dass sie jemanden töten würden! Ron: Wer hat dir die Anweisungen gegeben? Erika: Klebers blonde Sekretärin. 【Szene 24】Konferenzraum der Handelsgilde·Nacht·Innenraum Kleber ruft alle Kernmitglieder in den Konferenzraum. Die blonde Sekretärin steht hinter ihm, immer noch mit einem respektvollen Lächeln. Kleber: Bei allen fünf vorherigen Angriffen waren Sie die einzige Person, die jede überarbeitete Route kannte. Sekretär: Hört der Vorsitzende wirklich auf die Schwärmereien eines Straßendiebes? Erika steht hinter Rachel und hebt mit allem Mut, den sie aufbringen kann, den Kopf. Erika: Deine Männer kamen jedes Mal, um meine Berichte abzuholen. Das westliche Lagerhaus, der Glockenturm, das alte Badehaus – ich erinnere mich an alles. Das Lächeln der Sekretärin verschwindet. Im selben Moment stürmten bewaffnete Männer durch die Türen. Sekretär: In diesem Fall gibt es keinen Grund, die Aufführung fortzusetzen. Auf Befehl der königlichen Familie steht die Plume Trade Guild nun unter kaiserlicher Kontrolle. Ron: Warum muss ein Befehl der königlichen Familie durch ein Attentat ausgeführt werden? Sekretär: Die Schwachen haben kein Recht, die Methode in Frage zu stellen. Er zieht sein Schwert und stößt direkt auf Ron zu. In der Ferne strahlt ein Sternzeichenring ein schwaches Leuchten aus. Ava erscheint aus dem Nichts vor der Klinge und fängt sie mit einer Hand auf. Ava: Du wolltest mit diesem Schwert meinem Meister Schaden zufügen? Sekretärin: Was – Ava zerbricht die Klinge und schmettert ihn gegen die Wand. Frost fixiert die Füße der anderen bewaffneten Männer. Die Sekretärin hat Mühe, einen schwarzen Trank herauszuholen und schluckt ihn. Seine Haut platzt und seine Knochen verschmelzen mit dem Fleisch der Männer um ihn herum und schwellen schnell zu einem missgebildeten Golem an. Akasha tritt einen halben Schritt zurück, ihre Augen leuchten. Akasha: Die gleiche Linie wie die schwarze Rüstung in den Ruinen, aber aus neueren Materialien hergestellt. Ron: Recherchiere später. Wir sind mitten in einer Stadt. Der Golem kracht durch die Wand. Ron öffnet eine Absperrung, um die Straße zu schützen, und Ava hebt eine Hand. Ron: Ava, eliminiere es. Ava: Verstanden. Frostfresser. Extreme Kälte bricht aus dem Inneren des Golems aus. Jeder Strang verdrehten Fleisches gefriert zusammen mit seinem Manakern und zersplittert dann in feine Eispartikel. Kein einziges Fragment entkommt der Barriere. 【Szene 25】 Sicheres Haus der Plume Trade Guild·Late Night·Innenraum Erika und die drei Kinder sitzen am Herd und verschlingen Essen. An einem anderen Tisch studiert Kleber die von den Angreifern sichergestellten kaiserlichen Geheimbefehle. Kleber: Das Imperium versucht nicht nur, die Gilde zu kontrollieren. Außerdem wird in Aldert nach Routen gesucht, die für den Transport von „Sonderfracht“ geeignet sind. Ron: Dieser Trank ist Teil der Golem-Experimente mit lebenden Menschen. Kleber: Sie wollen, dass ich in Aldert zum Auge von Ubers werde. Ron: Und seine Brücke. Die Gilde beschäftigt Erika und beschützt diese Kinder; Ubers bietet Ihnen Zuflucht, wenn das Imperium zurückschlägt. Jeder künftige Handel muss fair sein. Du darfst meinen Namen nicht benutzen, um Menschen in der Stadt zu unterdrücken. Kleber lacht und streckt seine Hand aus. Kleber: Ich dachte, du wärst nur ein außergewöhnlicher Magier. Ich hätte nicht erwartet, dass Sie ein so ehrgeiziger Herr sind. Ron: Ich habe nur ein Ziel – den Leuten von Ubers ein besseres Leben zu ermöglichen. Kleber: Gut. Die Plume Trade Guild akzeptiert diese Partnerschaft. 【Szene 26】Road to Leskes·Montage·Day Außenansicht Die Karawane reist nach Norden. Je näher man Leskes kommt, desto karger werden die Felder und desto ruhiger werden die Dörfer entlang der Straße. Als sie die Stadt betreten, verdrängen graue Gebäude ihren Blick und auf den Straßen sind fast keine körperlich gesunden Erwachsenen zu sehen. Eine Steinbulle stürmt auf die Straße. Mehrere jugendliche Soldaten heben panisch ihre Speere. Ryan: Nicht zerstreuen! Speere hoch! Das Monster treibt die Jugendlichen zurück. Akasha springt vom Dach des Wagens herunter und wirft einen Trank, der explodiert, vor die Füße der Gorgone. Das Biest stürzt zu Boden. Ryan starrt sie an, sein Speer zittert immer noch in seinen Händen. Ryan: Hast du uns gerettet? Akasha: Wenn du jemandem danken willst, danke meinem Meister. Er mag es nicht, daneben zu stehen und nichts zu tun. Ron kommt näher. Ron: Dein Name ist Ryan? Ryan: Ja. Ich habe keinen Familiennamen. Nur Ryan. Ich kann dich in ein Gasthaus bringen. Ron schaut über die geschlossenen Läden entlang der Straße. Ron: Wo sind all die Erwachsenen in der Stadt geblieben? Ryan: Eingezogen. Auch die Verbliebenen werden bald einberufen. 【Szene 27】Lord's Manor of Leskes·Nacht·Innenraum Graf Wilfred veranstaltet ein Bankett für die drei Reisenden. Der Esstisch steht in krassem Kontrast zu den Straßen draußen. Wilfred: Ich habe gehört, dass du gestern bei der Unterwerfung der Gorgonen geholfen hast. Ihnen gilt mein aufrichtiger Dank. Ron: Der Kredit gehört Akasha. Wilfred: Da Sie zusammen reisen, war es natürlich ein gemeinsamer Akt der Tapferkeit. Gefällt Ihnen der Tee? Ron hebt seine Tasse und nimmt den schwachen Geruch von Medizin wahr. Er wechselt einen Blick mit Rachel und Akasha und alle drei trinken gleichzeitig. Wilfred: Sie müssen von Ihren Reisen müde sein. Bitte ruhen Sie sich heute Nacht im Herrenhaus aus. Tief in der Nacht schleppen Wachen einen „bewusstlosen“ Ron in den Untergrund, während Rachel und Akasha in ein Lagerhaus im Norden der Stadt transportiert werden. Als sich die Zellentür schließt, öffnet Ron seine Augen. Ron: Sie konnten nicht einmal eine angemessene Dosis entbehren. Ketten rasseln in der Nachbarzelle. Ryan lehnt an der Wand, sein Gesicht ist voller Blutergüsse. Ryan: Herr Ron? Ron: Warum bist du hier? Ryan: Ich habe meine vermissten Begleiter untersucht und wurde vom Hauptmann der Wache gefasst. Die Leute, die „eingezogen“ wurden, gingen nie auf ein Schlachtfeld. 【Szene 28】Untergrund-Haftanstalt Leskes·Nacht·Innenraum Ron reißt die Zellentür auseinander. In den Zellen auf beiden Seiten befinden sich ältere Menschen, Jugendliche und Zivilisten, die ihre Steuern nicht zahlen können. Ryan: Hin und wieder muss der Lord fünfzig Leute in die Hauptstadt schicken. Sie nennen es Tribut. Ron: Menschenleben wurden gegen Vorräte und Status eingetauscht. Die Stadtwache stürmt in den Korridor. Ryan hebt einen Speer auf, aber Ron stößt ihn zurück in den Schatten der Zelle. Ron: Versteck dich und beweg dich nicht. Ryan: Ich kann auch kämpfen. Ron: Du musst lebend rauskommen, bevor du das Recht hast, von Kämpfen zu sprechen. Ron hebt eine Hand. Ron: Feuerball. Der Feuerball fliegt über den Boden und zerstört nur Waffen und Ketten. Die Wachen stürmen weiter und Rons Stimme wird kalt. Ron: Ich habe keine Zeit, mit dir zu spielen. Wenn du sterben willst, komm auf einmal. Telekinese stürzt den gesamten Korridor um. Ron öffnet jede Zelle einzeln und führt die Gefangenen zum Ausgang. 【Szene 29】Büro des Herrn, Leskes·Same Night·Innenraum Wilfred markiert den Weg in die Hauptstadt auf einer Karte. Ein Wachmann stürzt durch die Tür. Wache: Graf! Die nördliche Hafteinrichtung hat revoltiert! Der gefangene Magier hat sich mit den Stadtwachen der letzten Nacht zusammengetan! Wilfred: Gordon kann nicht einmal einen Mann ohne Stab im Zaum halten? Beschwöre alle Wachen im Herrenhaus! Das Geräusch des sich drehenden Papiers kommt aus dem Fenster. Wilfred dreht sich um und stellt fest, dass Ron und Ryan bereits vor der Karte stehen. Ron: Was ist das für eine Karte? Es zeigt nichts außer Adelsgütern und Verkehrswegen zur Hauptstadt. Wilfred: Wie bist du reingekommen? Wachen! Ron: Beantworte eine Frage. Wer ist in der heutigen Aufführung der Täter und wer das Opfer? Die Verwalterin Reitel greift mit gezogenem Schwert an. Ron dreht einen Finger und der Druck des Windes knallt sie gegen die Wand. Ryan starrt Wilfred an, seine Speerhand zittert unkontrolliert. Ron: Die Leute, die du gefangen genommen hast, sollten in die Hauptstadt geschickt werden, richtig? Wilfred: Sie waren nichts als Kriminelle und nutzlose Arme! Das Imperium unterstützt sie seit Jahren. Jetzt sind sie einfach – Vor seinen Augen formt sich ein Eisspeer. Frost sammelt sich an seinen Augenlidern. Ron: Wohin schickt der Rat der Magie diese Leute? Wilfreds Beine geben nach und er fällt auf die Knie. Wilfred: Ich werde reden! Sie gingen nie auf ein Schlachtfeld. Jeder von ihnen wurde als Golem-Testobjekt in die Hauptstadt geschickt! Für jede Lieferung stellt der Rat Leskes Lebensmittel und Ausrüstung zur Verfügung. Ich habe mich nur an die Regeln gehalten! Ryan: Also, meine Gefährten, die Erwachsenen in dieser Stadt ... Sie haben sie alle verkauft? Wilfred: Wenn ich keine Leute schicken würde, würde die ganze Stadt verhungern! Ron: Die Menschen in der Stadt hungern, während Ihr Herrenhaus vor Gold und Silber überquillt. Nennen Sie Ihre eigene Entscheidung nicht die Entscheidung aller. Er nimmt den Streckenplan und den Dienstplan vom Schreibtisch. Ron: Ryan, erinnere dich an sein Gesicht und daran, was du heute gehört hast. Bevor Sie sich rächen, stellen Sie zunächst fest, wie viele Menschen wirklich Verantwortung tragen. 【Szene 30】Northern Transit Warehouse·Same Night·Innenraum Rachel und Akasha werden in einen Güterwagen verladen. Als sie das Lagerhaus betreten, öffnen beide die Augen. Rachel: Der Meister hätte den Kerker bereits finden sollen. Akasha: Dann finden wir die Hauptbücher. Im Lagerhaus inspizieren Männer in Schwarz eine neue Ladung „Fracht“. Schwarz gekleideter Mann A: Ist das alles, was Sie dieses Mal haben? Wache: Der Graf befahl uns, schnell zu gehen. Zu viele Menschen werden in letzter Zeit vermisst und die Stadt wird misstrauisch. Schwarz gekleideter Mann A: Das sind Fetzen, die in die Hauptstadt geschickt werden. Sie müssen nur am Leben sein. Rachel tritt aus dem Schatten. Rachel: Du nennst die Leute Fracht? Die Wachen ziehen ihre Schwerter. Akasha schlägt zwei Trankflaschen zusammen und dichter Nebel füllt augenblicklich das Lagerhaus. Akasha: Verbrenne die Bücher nicht. Alles andere ist Freiwild. Nach einem kurzen Kampf drückt Rachel die letzte Wache gegen einen Tisch. Ron kommt mit Ryan an. Ron: Rachel, bist du in Schwierigkeiten geraten? Rachel: Keine, Bruder. Akasha holt ein dickes Hauptbuch aus einem Schrank. Akasha: Namen, Alter, Empfangsabteilungen, geeignete Experimenttypen – hier steht alles. Das Imperium behandelt die gesamte Stadt als Materiallager. 【Szene 31】Altes Haus in Leskes·Dawn·Innenraum Ryan stößt die Vordertür auf. Niemand antwortet. Er stürzt in den Innenraum und erstarrt. Seine Mutter liegt auf dem Boden, das Blut um sie herum ist längst getrocknet. Ryan kniet neben der Leiche und nimmt ihre kalte Hand. Ryan: Mutter... Ron bleibt vor der Tür stehen und geht nicht hinein. Ryan taucht mit rotgeränderten Augen auf. Ryan: Nimm mich mit. Ich möchte Wilfred töten, die kaiserliche Hauptstadt stürmen und jeden einzelnen töten – Ron: So wie du jetzt bist, würdest du es nicht über das Stadttor hinaus schaffen. Ryan: Dann willst du, dass ich es vergesse? Ron: Ich möchte, dass du zuerst überlebst. Gehe nach Aldert und finde die Plume Trade Guild. Gib ihnen meinen Namen. Wenn Sie stark genug sind, zu entscheiden, wie Sie sich rächen möchten, kommen Sie zu Ubers. Ryan umklammert seinen Speer, bis seine Knöchel weiß werden, und senkt dann schließlich den Kopf. Ryan: Ich werde gehen. 【Szene 32】Innenraum des Rates der Magie Olba knallt den Bericht über das zerstörte Leskes-Transitlager auf den Tisch. Olba: Es ist nur wenige Tage her, seit unser Versuch, die Aldert-Handelsgilde zu erobern, gescheitert ist, und jetzt wurde auch das Transitlager kompromittiert? Stadtrat: Die Angreifer stehen wahrscheinlich mit der unbekannten Macht im Wald in Verbindung. Olba: Ein Dorf. Zuerst zerstört es die Ruine, dann tötet es das Ermittlungsteam und nun wagt es, in das Transportnetz des Imperiums einzugreifen. Stadtrat: Wie soll das Expeditionskorps eingesetzt werden? Olba: Dreitausend Soldaten und einhundert Golems. Informieren Sie die Ritter, dass sie kooperieren sollen. Stadtrat: Dreitausend? Gegen ein Dorf? Olba: Gerade weil es nur ein Dorf ist, muss jedem gezeigt werden, was passiert, wenn er sich dem Imperium widersetzt. 【Szene 33】Ubers Ratssaal·Nacht·Innenraum Ron legt das Leskes-Hauptbuch auf den Tisch. Die Bewohner des Herrenhauses und Ronan sitzen auf beiden Seiten. Ron: Die Attentate in Aldert, die schwarze Rüstung in den Ruinen und Leskes' menschlicher Tribut weisen alle auf den kaiserlichen Rat der Magie hin. Sasha: Warum nicht direkt in die Hauptstadt gehen und sie vernichten? Dann ist Schluss. Ron: Es gibt Zivilisten in der Stadt und Leute wie Willis, die sich den Experimenten widersetzen. Der Besitz von Macht gibt uns nicht das Recht, jeden als Feind einzustufen. Walter: Dann halten wir das Tor und warten darauf, dass sie zuerst ihre Reißzähne entblößen. Ron: Ich habe nicht die Absicht, diplomatische Beziehungen mit dem Imperium aufzunehmen. Der Handel kann jedoch weitergehen, und die einfachen Leute sollten nicht für die Verbrechen des Rates bezahlen. Ubers wird seine Alarmstufe erhöhen und wir werden die Evakuierungsrouten für Zivilisten erneut proben. Ava: Und wenn sie die Grenze noch einmal überschreiten? Ron blickt auf die neu gebauten Häuser hinter dem Fenster. Ron: Stellen Sie sicher, dass es nie ein drittes Mal gibt. 【Szene 34】Kaiserliches Lager / Ubers·Cross-Cut-Montage·Tagesaußenseite Imperiale Magier laden magische Steine in Kriegswagen; Ritter inspizieren ihre Lanzen; Einhundert Golems werden in Ketten aus einem Lagerhaus geschleppt. Bei Ubers leitet Ronan die Evakuierung älterer Menschen und Kinder. Clint verstärkt Barriereknoten; Helena verteilt Tränke an die Notunterkünfte; Walter steht am Dorfeingang und poliert ein altes, verrostetes Schwert. Rita folgt Viola heimlich aus dem Dorf, um Kräuter zu sammeln. Rita: Ich werde ganz ruhig sein. Ich werde keinen Ärger machen. Viola: Heute musst du neben mir bleiben. Der ferne Himmel wird plötzlich schwarz von Pfeilen. Viola schnappt sich Rita und rennt in den Wald. Die Pfeile treffen auf die transparente Barriere über dem Dorf und prasseln dicht auf den Boden. Willis löst sich vom hinteren Teil der imperialen Formation und galoppiert zum Dorfeingang. Willis: Stoppen Sie den Angriff! Hier sind Zivilisten! Olba: Stoppt diesen Verräter! Alle Kräfte, vorwärts! 【Szene 35】Schlachtfeld außerhalb von Ubers·Day·Exterieur Ron steht an vorderster Front, die Bewohner des Herrenhauses hinter ihm. Ron: Wer seine Waffen niederlegt, lebt. Wer weiterhin angreift, muss eliminiert werden. Lassen Sie nicht zu, dass die Schockwellen das Dorf beschädigen. Ava: Überlassen Sie mir die Nachhut. Die kaiserlichen Magier singen im Einklang und Feuer kommt wie eine Flutwelle herab. Ron macht einen Schritt nach vorne. Schwarze Flammen verschlingen den Zauber rückwärts und reißen eine riesige Öffnung in die Mitte der Formation. Azelia verschwindet und erscheint dann wieder auf der feindlichen Kommandoplattform. Mehrere Magier fallen, bevor sie sich überhaupt umdrehen können. Graham stürmt durch den Pfeilsturm, sein Schild zerschmettert die Kavallerielinie. Zeke springt auf einen Kriegswagen und reißt einem Golem mit bloßen Händen den Hals ab. Ellie bewacht den schmalen Weg zum Dorf und schlägt jeden Soldaten nieder, der versucht, sie zu flankieren. Imperialer Soldat: Monster! Sie sind alle Monster! Walter versperrt Willis den Weg mit seinem Schwert. Walter: Nennen Sie Ihr Ziel. Willis: Ich bin gekommen, um Olba aufzuhalten. Lass mich Lord Ron sehen. Walter blickt auf seine leeren Hände und tritt dann zur Seite. Walter: Wenn du lügst, wird das Schwert dieses alten Mannes es zuerst wissen. 【Szene 36】Mitte des Schlachtfeldes·Fortlaufend Olba lässt die hundert Golems frei. Die missgebildeten Riesen zertrampeln ihre eigenen Verwundeten und stürmen auf Ron zu. Olba: Das ist die wahre Macht des Imperiums! Ron blickt auf die aus menschlichen Überresten zusammengesetzten Monster und sein Gesicht wird völlig kalt. Ron: Nennen Sie das Kraft? Er krümmt einen Finger. Azelia, Zeke, Graham und Ellie stürzen sich in die Horde. Die Fleischriesen werden in verstreute Stücke gerissen, bevor sie überhaupt aufrecht stehen können. Olba bricht im Schlamm zusammen. Ron: Ich frage noch ein letztes Mal: Ist das das volle Ausmaß deiner Kräfte? Olba: Unmöglich... Dreitausend Männer, einhundert Golems... Ava nähert sich von der hinteren Reihe. Ron: Hinten? Ava: Völlig beruhigt. Ron geht auf Olba zu und trennt den Arm ab, der seinen Stab hält. Ron: Da die Dinge so weit gekommen sind, lasst uns ein Gespräch führen. Vorsitzender des Rates der Magie, Olba Luthers. Adam fällt plötzlich inmitten der Gefangenen auf die Knie. Adam: Bitte verschone mich! Ich war von Anfang an gegen diese Expedition. Es war der Vorsitzende, der auf der Anordnung bestand! Ron: Dein Name? Adam: Adam König! Ron: Mit Ihnen zu sprechen könnte sich als effizienter erweisen als mit dem Vorsitzenden. 【Szene 37】Ubers Empfangsraum·Nacht·Innenraum Willis und Adam sitzen am Tisch, während Olba in einem Eisenkäfig eingesperrt ist. Ava steht hinter Ron und lässt die beiden Gefangenen nie aus den Augen. Ron: Sagen Sie mir, warum das Imperium weiterhin Golems herstellt, und erklären Sie den aktuellen Zustand des Kontinents. Willis: Der Kaiser und der Rat der Magie monopolisieren die Macht. Die Ritter lehnen Experimente an lebenden Menschen ab, aber wir wurden aus dem Zentrum der Autorität ausgeschlossen. Das Reich befand sich zuvor im Krieg mit einem Bündnis aus vier Nationen. Derzeit gibt es nur einen vorübergehenden Waffenstillstand. Adam breitet eine Karte des Kontinents aus. Adam: Narsil im Norden, Izmir im Osten, Irenia im Süden und Praros in der Mitte. Kleinere Königreiche sind zwischen den Großmächten gefangen. Auch vor tausend Jahren kam es zu einem Weltumbruch, als Berge, Flüsse und Städte über Nacht ihre Position veränderten. Ron: Niemand kennt die Ursache? Willis: Nur, dass nach dem Umbruch die hochrangige Magie und viele Rassen nach und nach verschwanden. Ron studiert den vertrauten, aber verdrängten Kontinent auf der Karte. Ron: Das Imperium muss erkennen, dass Ubers nicht unter seiner Herrschaft steht, alle militärischen Aktionen einstellen und Experimente an lebenden Menschen beenden. Überqueren Sie die Grenze noch einmal, und die Folgen werden nicht so gering sein wie heute. Willis: Wer wird in die Hauptstadt gehen, um diese Bedingungen zu überbringen? Sasha stößt die Tür auf. Sasha: Natürlich werde ich das tun. 【Szene 38】Ubers Square·Am frühen Morgen·Außenansicht Zweihundert untote Wachen stehen in perfekter Formation. Olbas Eisenkäfig wurde an einem Wagen befestigt und Willis und Adam stehen in der Nähe. Ron steckt Sasha einen Sternzeichenring an den Finger. Ron: Die Bedingungen vor Ort können sich jederzeit ändern. Nutzen Sie Ihr eigenes Urteilsvermögen. Sie müssen nicht in jeder Angelegenheit auf meine Bestellung warten. Sasha: Sie vertrauen mir eine so wichtige Mission an? Ron: Weil ich dir vertraue. Er umarmt Sasha. Ihr ganzer Körper versteift sich und dann fällt sie direkt nach hinten. Rose und Weiss erwischen sie gleichzeitig. Ava: Ohnmacht aufgrund einer einfachen Umarmung. Was ist mit der Würde des Dämonenkönigs passiert? Sasha richtet sich auf. Sasha: Ich habe nur überprüft, ob der Boden eben ist! Jeder hat Mühe, nicht zu lachen. Ron tritt einen Schritt zurück. Ron: Komm gut nach Hause. Sasha schließt ihre Hand um den Ring. Sasha: Ich werde dich nicht enttäuschen. 【Szene 39】Eingang zu Ubers·Einige Tage später·Dämmerung·Außenbereich Kleber kommt mit Erika und Ryan an. Ryan kniet vor Ron auf einem Knie. Ryan: Ich möchte hier bleiben. Ich möchte die Kraft haben, die Mörder mit meinen eigenen Händen zur Verantwortung zu ziehen. Ron: Ich kann dir ein Zuhause und eine Ausbildung geben, aber ich werde nicht sofort einen Krieg aus Rache einer Person beginnen. Ryan: Ich verstehe. Ron: Wenn sich eine echte Gelegenheit ergibt, helfe ich Ihnen herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist. Lernen Sie bis dahin, diejenigen zu schützen, die noch am Leben sind. Ronan wirft ihm einen hölzernen Trainingsspeer zu. Ronan: Treffen Sie sich morgen vor Sonnenaufgang. Ryan: Ja! Kleber entfaltet eine Karte der Handelsrouten. Kleber: Wenn sich Ubers langfristig weiterentwickeln soll, braucht es Güter, die niemand sonst ersetzen kann. Die östlichen Berge mögen hochreine magische Steine und Kohle enthalten, aber Irenia hat Tunnel jenseits der Grenze gegraben. Ron: Dann besteht unsere erste Aufgabe darin, die Straße nach Osten zu öffnen. 【Szene 40】Über den Kontinent·Cross-Cut-Montage·Nacht Im Ratssaal von Izmir erhalten Diana und Werner den Auftrag, gegen Ubers zu ermitteln. Ritter-Lord von Izmir: Bestimmen Sie die Quelle dieser Macht. Zeigen Sie nicht zuerst Feindseligkeit. In der Hauptstadt von Magna Carta trägt ein Beamter einen vertraulichen Bericht über die Niederlage der dreitausend Mann starken Armee in den Palast. Kaiserlicher Beamter: Mehr als zwei Drittel der Expeditionstruppe sind verloren. Der Vorsitzende fehlt. Kaiser: In ein Dorf? In einem fernen Königreich legt Werner Informationen auf den Schreibtisch seines Herrn. Werner: Das Reich verloren. Dabei handelte es sich nicht um ein Grenzgefecht. Es war eine völlige Niederlage. Zurück in Ubers wird der erste Holzpfahl des Straßenprojekts in den östlichen Bergweg gerammt. Ron studiert die von Clint markierte Route und blickt dann auf die fernen Berge. Ron: Das Imperium hat uns gesehen. Die anderen Nationen werden als nächstes kommen. Ava: Egal wer kommt, Ubers wird hier bleiben. Ron: Deshalb können wir nicht nur verteidigen. Öffne die Straße. Wir werden gehen und uns diese Welt selbst ansehen. Dritter Akt: Ubers nimmt seinen Platz in der Welt ein (Kapitel 064–099) 【Szene 41】Ubers-Trainingsgelände·Am frühen Morgen·Außenansicht Walter schwingt ein Holzschwert und schlägt eine Reihe Wächter nacheinander nieder. Ronan stützt die Hände auf die Knie und keucht, während Ryan die Zähne zusammenbeißt und wieder aufsteht. Zeke sitzt auf dem Zaun und lacht laut. Zeke: Das ist lächerlich. Gideon: In der Tat. Der alte Mann trägt sämtliche Fesselausrüstung und sie können den Saum seiner Kleidung immer noch nicht berühren. Ron nähert sich dem Trainingsgelände. Walter bleibt stehen und salutiert mit seinem Schwert. Ron: Die Straße hat den Waldeingang erreicht. Wir müssen die östliche Vermessung fortsetzen, aber es ist auch Zeit für Sashas Gruppe, aufzubrechen. Zeke: Der Schwarze Ritter hat der Aufforderung bereits Folge geleistet. Wenn Sie den Blauen Ritter nicht persönlich anrufen, wird sie wahrscheinlich einen weiteren Wutanfall bekommen. Ron: Im Moment werden Rose und Weiss Sasha begleiten. Das Imperium wagt es nicht, offen feindselig zu werden, aber das bedeutet nicht, dass es ehrlich verhandeln wird. In der Nähe zieht Sasha ihren formellen Umhang an und inspiziert die beiden Ritter. Sasha: Sobald wir die Hauptstadt erreichen, benehmen Sie sich wie meine Begleiter und machen Sie keinen unnötigen Ärger. Rose: Da der Meister Sie uns anvertraut hat, werden wir Sie mit aller Kraft unterstützen. Sasha blickt zum Fenster von Rons Büro. Sasha: Wenn ich triumphierend zurückkehre, wird mich mein lieber Begleiter doch ein wenig loben? 【Szene 42】Ubers Büro·Morgen·Innenraum Kleber markiert mit einem Stück Kohle eine Route auf der Karte. Kleber: Ausgehend von Ubers nähert sich der Norden bereits imperialem Territorium. Wenn Sie eine Handelsroute außerhalb der imperialen Kontrolle wünschen, ist der Osten die einzige Option. Ron: Der Osten ist nichts als Berge. Kleber: Genau. Deshalb ist es dünn besiedelt und kann noch Kohle- und Zaubersteinvorkommen enthalten. Noch wichtiger ist, dass Irenia bereits grenzüberschreitend Bergbau betreibt. Ryan steht an der Tür und zögert zu sprechen. Ron: Was ist das? Ryan: Außer kämpfen kann ich nichts tun. Wenn ich bei Ubers bleibe, werde ich nur Essen konsumieren. Ron: Uns fehlen Hände. Straßenarbeiten, Patrouillen, Vermessungen – jede Aufgabe erfordert Menschen. Ich kann nicht versprechen, Ihre Rache für Sie zu vollenden, aber ich kann Ihnen helfen, stärker zu werden und Ihnen einen Platz zu geben, zu dem Sie gehören. Ryan: Meinst du das wirklich so? Ron: Du bist bereits hier. Überlegen Sie von nun an durch Ihr Handeln selbst, ob Sie es verdienen, zu bleiben. Ryan verneigt sich feierlich. Ryan: Bitte kümmern Sie sich von diesem Tag an um mich. 【Szene 43】Eastern Mountain Road·Einige Tage später·Außenansicht Ron, Ava, Ellie, Graham und Ryan schlagen ihr Lager am Ende der neu eröffneten Straße auf. Die Bergwände sind steil und kein einziger Wagenweg führt durch den Wald. Ryan trägt schwere Ausrüstung und sein Tempo wird mit jedem Schritt langsamer. Ron: Geht es dir gut? Sollen wir langsamer werden? Ryan: Mir geht es gut... ich kann weitermachen. Ellie trägt mühelos Holz, das um ein Vielfaches größer ist als ihr eigener Körper. Ryan starrt sie an und schaut dann auf seine Last hinunter. Ron: Vergleiche dich nicht mit ihr. Die von den Bewohnern des Herrenhauses getragene Ausrüstung unterdrückt etwa siebzig Prozent ihrer Fähigkeiten. Grahams Rüstung ist ebenfalls ein Begrenzer. Ryan: Das Imperium stand dir gegenüber ... und das war nicht einmal deine volle Stärke? Ron: Je größer die Macht, desto wichtiger ist es zu lernen, nicht alles in der Nähe zu zerstören. Was Sie lernen müssen, ist nicht, wie Sie sich vom Hass vorantreiben lassen, sondern wie Sie aufhören, selbst wenn Sie die Macht in Ihren Händen haben. 【Szene 44】Bergkirche·Dämmerung·Innenraum Eine einsame Steinkirche taucht aus dem Nebel auf. Eine blinde Frau namens Stella sitzt allein vor dem Altar, nur mit einem abgenutzten Langschwert an ihrer Seite. Stella: Diese Schritte sind unbekannt. Sind Sie Reisende, die sich verirrt haben? Ron: Wir untersuchen die östliche Straße. Gehört dieser Ort zu Praros? Stella: Das war vor elf Jahren der Fall. Ich weiß es jetzt nicht. Sie tastet sich vor, während sie ihren Gästen Wasser einschenkt. Ava: Warum bleibst du hier allein? Stella: Verrat. Meine Strafe betrug zehn Jahre. Ein Jahr ist vergangen, und doch ist niemand gekommen, um mich abzuholen. Ron: Wie bekommst du Nahrung? Stella: Ich gehe in regelmäßigen Abständen den Berg hinunter, um Vorräte zu kaufen. Der Weg ist gefährlich, aber man gewöhnt sich daran. Ron: Kannst du uns etwas über Praros erzählen? Stella verstummt für einen Moment. Stella: Was ich weiß, ist das Praros von vor elf Jahren. Der Papst benannte sich in „Heiliger König“ um und versuchte, einen Glauben zu ändern, den die Nation tausend Jahre lang vertreten hatte. Einige widersetzten sich ihm, und danach kam es zu einer sogenannten Rebellion. Ich habe die Anklage im Namen meiner Untergebenen angenommen. Ich habe meine Augen verloren und ich habe meine Heimat verloren. Ron: Wenn ich Neuigkeiten über Praros erfahre, werde ich zurückkommen und es dir sagen. Stella: Warum einem Fremden helfen, der als Verbrecher gebrandmarkt wird? Ron: Weil verurteilt und schuldig zu sein nicht dasselbe ist. 【Szene 45】Grenze der neutralen Zone·Tag·Außenbereich Diana trägt eine Eisenstange über ihrer Schulter, an deren Ende der verletzte Werner festgebunden ist. Beim Aufstieg über den Grat treffen sie auf Albion und Lumière, die sich über die Route streiten. Lumière: Der westliche Weg ist am schnellsten, wenn wir geradeaus gehen! Albion: Es ist sicherer, zuerst ins Tal abzusteigen und dann die Forststraße zu überqueren. Beide bemerken Diana und schauen dann auf Werner, der an der Eisenstange hängt. Eine lange Stille. Werner: ...Hallo? Diana legt die Stange ab, behält aber die Hand an ihrer Waffe. Diana: Diana, Mitglied des Obersten Rates von Izmir. Wir wurden angewiesen, gegen Ubers zu ermitteln. Albion: Perfekt. Auch wir machen uns auf den Rückweg. Lumière: Vorausgesetzt, Sie bestehen nicht mehr auf diesem absurden Umweg. 【Szene 46】Eingang zum Untertagebergwerk-Innenraum Ava bleibt vor der Bergwand stehen und signalisiert allen, still zu sein. Hinter dem Felsen erklangen Peitschenknall und gedämpfte Schreie. Ron: Fliege durch und erkunde. Ava wird zu einem Lichtstrahl, durchquert einen Spalt und kehrt wenige Augenblicke später zurück. Ava: Eine künstlich erweiterte Mine. Mehr als zweihundert Bergleute sind gefesselt. Die Aufseher verfügen über eine Kontrolleinrichtung. Rons Gruppe betritt den Tunnel. Ein Aufseher peitscht einen zu Boden gefallenen Bergmann aus. Aufseher: Sind Sie taub? Bewegen Sie sich! Grahams Hand schließt sich um den Griff seines Schwertes. Der Riese, einst ein Gladiatorensklave, atmet schwer unter seiner Rüstung. Ron: Graham, sieh mich an. Graham dreht sich um. Ron: Heute wird niemand mehr als Sklave behandelt. Verschließen Sie die Ausgänge. Schaden Sie den Bergleuten nicht. Der Minendirektor befiehlt den Soldaten, die Fesselvorrichtung zu aktivieren. Von Qualen gezwungen, greifen die Bergleute Ron an. Ellie tritt vor. Ellie: Meister, bitte erlauben Sie mir – Ron: Treten Sie zurück. Er richtet seinen Stab auf eine unbesetzte Bergwand. Ron: Vernichtungsstrahl. Ein blendender Strahl schneidet den halben felsigen Berg weg. Wenn das Zittern aufhört, fallen alle Waffen zu Boden. Ron: Bist du jetzt bereit zu reden? 【Szene 47】Unterirdische Mine·Kurz danach·Innenraum Der Vertreter der Bergleute, Sieghart, und der Minendirektor, Grantel, werden vor Ron gebracht. Sieghart: Wir waren Verlierer aus Irenias Arenen. Die Überlebenden wurden hierher geschickt, um bis zu ihrem Tod zu arbeiten. Grantel: Ich habe nur Befehle befolgt! Nachdem die Mine nun freigelegt wurde, wird das Königreich keinen von uns verschonen. Ron: Das bedeutet, dass keiner von euch irgendwohin zurückkehren kann. Er schaut die Bergleute an. Ron: Ich werde nicht für dich entscheiden, wem ich vergeben soll. Denjenigen, die gehen wollen, werden die Fesseln abgenommen. Diejenigen, die zu Ubers gehen möchten, erhalten Unterkunft und Arbeit, müssen aber von ihrer Arbeit leben. Ob die Aufseher mitkommen dürfen, bleibt den Opfern überlassen. Sieghart: Wenn wir dorthin gehen, werden wir dann immer noch Sklaven sein? Ron: Ubers braucht keine Sklaven. Albions Gruppe trifft in diesem Moment mit Diana und Werner ein. Diana starrt auf die flachgehauene Bergwand. Diana: Du hast das alles getan? Ron: Bevor wir uns vorstellen, ziehe nicht dein Schwert. Ich bin Ron Greenfield. Werner: Das ist eine illegale irenische Mine. Gemäß dem Vertrag muss der Entdecker es einem Unterzeichnerstaat übergeben. Ron: Wenn ich es übergebe, werden diese Leute zum Schweigen gebracht. Mit erhobener Hand zerschmettert er alle Fesseln und lässt dann Graham den Tunnel verschließen, der nach Irenia führt. Ron: Von diesem Moment an werden die offiziellen Aufzeichnungen besagen, dass ihr alle bei einem Zusammenbruch ums Leben gekommen seid. Sieghart: Was? Ron: Tote Männer müssen nicht in die Arena zurückkehren. Wer leben will, kommt mit mir. 【Szene 48】Ubers Square·Dämmerung·Außenbereich Mehr als zweihundert Bergleute werden auf den Platz teleportiert. Ronan und Clint haben das Gebiet bereits geräumt und beginnen schnell damit, Essen und Unterkunft zu organisieren. Ron: Ronan, schick die Verwundeten zuerst zu Helena. Clint, registriere das Gewerbe aller. Walter, bewache den ehemaligen Minendirektor, aber foltere ihn nicht. Diana und Werner werden von Ava zum Herrenhaus geführt. Ava: Ich werde zwei Gästezimmer vorbereiten. Diana: Einer ist genug. Ron schaut den verletzten Werner an. Ron: Hast du vor, ihn im Flur schlafen zu lassen? Diana: Wir sind verheiratet. Werner: Das musstest du nicht vor allen verkünden! Ron friert zwei Sekunden lang ein. Alle in der Nähe schauen diskret weg. 【Szene 49】Temporäres Bergarbeiterlager · Nacht · Außen Sieghart und die anderen Bergleute sitzen um ein Feuer. Grantel und die übrigen Aufseher werden getrennt bewacht. Ron: Ubers braucht Straßen gebaut, Erz abgebaut, Felder bestellt und Grenzen bewacht. Jeder Job wird bezahlt, aber niemand wird dich unterstützen, wenn du nichts tust. Bergmann A: Wir sind bereit zu bleiben. Bergmann B: Was ist mit Grantel und den anderen? Ron: Du entscheidest. Nach langem Schweigen spricht Sieghart. Sieghart: Sie wurden auch von denen über ihnen hierher gestoßen und dem Tod überlassen. Sie mögen bleiben, aber von nun an arbeiten sie wie wir. Wer noch einmal die Peitsche schwingt, scheidet aus. Grantel senkt den Kopf. Grantel: Ich akzeptiere. Ron: Dann beginnen wir mit deinem Namen. Sie sind nicht länger der Minendirektor. Du bist einfach Grant. 【Szene 50】Innenraum des königlichen Palastes von Rozier Sasha betritt den Audienzsaal unter dem Namen „Alexandria Ul Elbenia“. Der Kaiser sitzt weiterhin hoch oben auf seinem Thron. Sasha: Möge Eure Majestät bei guter Gesundheit sein. Ich bin der Gesandte von Ubers – Kaiser: Ich habe eine außergewöhnliche Figur erwartet. Stattdessen schicken sie einen dreckigen Dämonenmischling aus einer sterbenden Blutlinie. Rose und Weiss schauen sofort auf. Sasha hebt eine Hand, um sie aufzuhalten. Sasha: Ich vertrete Ubers, die deine Armee besiegt haben. Wenn Ihre Majestät nicht weiß, wie man einen Gesandten empfängt, schicken Sie jemanden, der sich mit angemessenem Verhalten auskennt. Ein königlicher Ritter zieht wütend sein Schwert. Royal Knight: Unverschämt! Er macht einen einzigen Schritt nach vorne, aber Rose ist bereits an ihm vorbei. Seine Rüstung und seine vier Gliedmaßen landeten gleichzeitig auf dem Boden. Ein anderer Ritter zieht seine Waffe und Weiss zerbricht die Klinge mit zwei Fingern. Sasha bewegt sich nie von ihrem Standpunkt. Sasha: Solange niemand sie provoziert, werden sie natürlich keinen Ärger verursachen. Diese beiden sind meine persönlichen Wächter. Das Gesicht des Kaisers wird wütend. Kaiser: Robert, Sie werden die weiteren Verhandlungen führen. 【Szene 51】Empfangsraum des Palastes·Nachmittag·Innenraum Zweiter Kronprinz Robert schenkt den Tee selbst ein. Robert: Ich entschuldige mich für die Unhöflichkeit Seiner Majestät gerade. Ist Ihre Seite gekommen, um die zukünftige Beziehung zwischen unseren beiden Mächten zu besprechen? Sasha: Ubers ist keine Nation und braucht nicht die Anerkennung des Imperiums. Wir verlangen lediglich eine Entschädigung und die Garantie, dass so etwas nie wieder passieren wird. Robert: Wenn wir einen Vertrag zwischen Staaten unterzeichnen, wäre die Stellung von Ubers weitaus sicherer. Sasha: Es würde dem Imperium auch einen Vorwand geben, sich in unsere Angelegenheiten einzumischen. Eure Hoheit hat den Köder nicht tief genug versteckt. Roberts Lächeln versteift sich leicht. Robert: Der Gesandte versteht das falsch. Sasha: Dann schreiben Sie Begriffe, die nicht missverstanden werden können. Robert entschuldigt sich. Außerhalb des Raumes benutzt er ein magisches Abhörgerät, hört aber nur das Klirren von Teetassen. Sasha hat bereits eine Schallschutzbarriere aufgestellt. Sasha: Rose, untersuche die kaiserliche Familie. Weiss, untersuchen Sie die Adligen, die mit den Golems in Verbindung stehen. Rose: Verstanden. Sasha reibt den Ring, den Ron ihr gegeben hat. Sasha: Es scheint, dass wir noch ein paar Tage bleiben werden. 【Szene 52】Sashas Erinnerung·Palast des Dämonenkönigs·Vor tausend Jahren·Innenraum Ein junger Ron wird von Soldaten vor den Thron des Dämonenkönigs gezerrt. Sasha: Ein bloßer Mensch wagt es, hier einzudringen? Ron: Lassen Sie mich zunächst etwas bestätigen. Du bist wirklich der Dämonenkönig? Sasha: Wir sind der Herrscher des Königreichs Elbenia – Alexandria Ul Elbenia! „Dämonenkönig“ ist lediglich eine von Menschen erfundene Verleumdung! Ron betrachtet sie einen Moment lang. Ron: Deine Art zu sprechen ist wirklich umständlich. Ist Ihnen das noch nie aufgefallen? Sasha knallt auf den Tisch. Sasha: Wirf diesen Verrückten in den Kerker! Die Szene wechselt. Ron stößt die Kerkertür von innen auf und streckt eine Hand aus. Ron: Dein Name ist zu lang. Sasha, möchtest du mit mir kommen? Zurück in der Gegenwart lächelt Sasha vor sich hin am Fenster. Rose: Woran denkt Lady Sasha? Sasha: Ein Verrückter, der Menschen ohne Erlaubnis neue Namen gibt. 【Szene 53】 Bankettsaal des Palastes · Nacht · Innenraum Sasha benennt jeden Adligen und sein Lehen genau und neutralisiert so Roberts Versuch, sie zu demütigen. Marquis Smythe nähert sich. Smythe: Glauben Sie nicht, dass ein kleiner Sieg bedeutet, dass sich das ganze Imperium Ihrem Willen beugt. Sasha: Wir betrachten niemanden als unseren Vorgesetzten, noch behandeln wir jemanden als Niedrigen. Solange uns niemand schadet, wird Ubers nicht zuerst Böses begehen. Smythe: Wenn die Hauptstreitkräfte des Imperiums mobilisieren, werden Sie im Handumdrehen in Asche verwandelt. Sasha: Die hundert Golems des Rates glaubten dasselbe. Die Gesichtsausdrücke mehrerer Adliger ändern sich augenblicklich. Sasha bemerkt jede Reaktion. Nach dem Bankett gibt sie ihren Wachen leise Anweisungen. Sasha: Untersuchen Sie Marquis Smythe. Unter den heute Abend anwesenden edlen Erben muss es mindestens einen Narren geben, der nicht in der Lage ist, seinen Mund zu halten. Rose: Verstanden. 【Szene 54】Ubers-Trainingsgelände·Tag·Außenansicht Ron steht Walter mit einem Holzschwert in der Hand gegenüber. Ron: Ich habe schon sehr lange kein Schwert mehr gehalten. Walter: Ihr Körper erinnert sich, mein Herr. Sie werden gleichzeitig aufgeladen. Ron blockt den Hieb instinktiv ab und seine Füße tragen ihn selbstständig durch den Gegenangriff. Immer wieder klirren Holzklingen, während die umstehenden Wächter den Atem anhalten. Endlich zerbrechen beide Holzschwerter gleichzeitig. Ron schaut auf seine Hände. Ron: Es ist nicht so, dass ich mich daran erinnere. Dieser Körper erinnert sich. Walter: Dann ist das auch ein Weg, den Sie einst gegangen sind, mein Herr. Azelia fällt von einem Baum. Azelia: Entlang der nordwestlichen Grenze wurden neun Eindringlinge gefunden. Sie nähern sich Ubers zu Fuß. Ron: Zivilisten? Azelia: Bewaffnet, mit einer präzisen Route. Sie sehen eher aus wie angeheuerte Abenteurer. 【Szene 55】Nordwestlicher Wald·Außenansicht Neun Abenteurer der „Nacht“-Gilde ziehen durch den Wald. Abenteurer A: Wir müssen nur das Dorf finden, ein paar Dinge stehlen und ein paar Frauen schnappen. Dann bekommen wir eine schwere Handtasche. Abenteurer B: Ich habe gehört, dass sogar die kaiserliche Armee dort Verluste erlitten hat. Anführer Lecter: Der Kunde hat uns nur gebeten, sie zu untersuchen. Wenn es schlecht aussieht, ziehen wir uns zurück. Ava tritt hinter einem Baum hervor. Ava: Ich bin ein Vertreter von Ubers. Welches Geschäft führt Sie in unser Dorf? Lecter: Ein kleines Mädchen wie Sie ist ihr Vertreter? Bevor er zu Ende spricht, frieren alle neun Waffen gleichzeitig ein. Ava macht einen einzigen Schritt und jeder Abenteurer wird durch Eisfesseln an einen Baum gefesselt. Ava: Können Sie mir jetzt antworten? 【Szene 56】Akasha's Labor·Nacht·Innenraum Lecter ist an einen Stuhl gefesselt. Akasha gibt Golemgewebe in ein Reagenz und nimmt dann eine Flasche mit einem Wiederherstellungstrank. Lecter: Töte mich. Akasha: Der Meister hat dir nicht erlaubt zu sterben. Sie nutzt das genetische Material des Golems, um seine Wunden zu verschlimmern, und wendet dann sofort einen übermäßigen Wiederherstellungseffekt an. Lecters Schreie hallen durch den unterirdischen Raum. Ron steht mit geballten Fäusten vor der Tür. Er stößt die Tür auf. Ron: Genug. Sag mir, wer dich angeheuert hat, und ich lasse dich lebend gehen. Lecter: Dialg... Jemand hat uns dafür bezahlt, Ubers zu überfallen. Für den zweiten Kronprinzen funktionierte der Kontakt. Ron: Gehen Sie zurück und holen Sie Ihre Zahlung ab. Geben Sie genau an, wonach sie gefragt haben. Angenommen, alle Ihre Männer sind gestorben und das Dorf hat eine riesige Armee. Lecter: Sie wollen, dass ich den Kunden täusche? Ron: Ich möchte, dass er selbst ins Freie tritt. 【Szene 57】Geheimer Handelsposten im Dialg·Night·Interieur Lecter erscheint am vereinbarten Ort. Azelia, verkleidet als Gildenmitglied, versteckt sich im Schatten. Nachdem er seinen Bericht gehört hat, weigert sich der Agent des Kronprinzen zu zahlen. Agent: Die Aufgabe bestand darin, das Dorf zu überfallen. Sie haben noch nicht einmal die Außenbezirke erreicht. Warum sollten Sie bezahlt werden? Lecter: Übergeben Sie das Geld! Niemand könnte eine Armee dieser Größe überfallen! Der Agent winkt ab. Auf allen Seiten tauchen Soldaten aus dem Hinterhalt auf und bereiten sich darauf vor, alle Zeugen zum Schweigen zu bringen. Azelia aktiviert einen Aufnahmekristall und tritt dann aus der Dunkelheit. Azelia: Wir haben genug Beweise. Kurze Klingen blitzen zwischen den Laternen auf. Jeder Soldat fällt und der Agent wird an den Handelstisch gefesselt. Azelia: Sagen Sie Robert, dass die Hand gesehen wurde, die er zu verstecken versuchte. 【Szene 58】Ubers Büro·Late Night·Innenraum Ron schaut zu Ende auf den Aufnahmekristall. Sasha erscheint über dem Kommunikationskristall auf seinem Schreibtisch und sieht ungewöhnlich unruhig aus. Sasha: Ich bin so lange in der kaiserlichen Hauptstadt geblieben, habe aber nicht entdeckt, dass Robert bereits Männer nach Dialg geschickt hat. Ron: Du hast uns bereits mehr als genug Zeit an einem unbekannten Ort verschafft. Sasha: Aber Meister fast – Ron: Du bist nicht derjenige, der eine Entschuldigung schuldet. Die Schuld liegt bei der Person, die Ihnen diese Last auferlegt hat. Er hält inne. Ron: Ich werde dich in drei Tagen abholen. Verlassen Sie das Schlossgelände nicht. Sashas Augen leuchten. Sasha: Du kommst persönlich? Ron: Ich war vorher zu selbstgefällig. Das Imperium hat bereits zweimal gehandelt. Ich werde kein drittes Mal warten. 【Szene 59】Ubers Armory Square·Dawn·Exterior Die Armee der Untoten steht in Formation. Albion inspiziert die Waffen, während Clint die mobile Festung aktiviert. In der Ferne öffnet sich nach und nach ein riesiges Raumtor. Diana steht neben Ron. Diana: Eine Armee in die Hauptstadt zu bringen ist gleichbedeutend mit einer Kriegserklärung. Ron: Das Imperium schickte zuerst einhundertzwanzig Männer, um das Dorf zu massakrieren, schickte dann dreitausend zum Angriff und heuerte später Abenteurer an, um uns zu überfallen. Der Krieg endete nie. Diana: Haben Sie vor, die Hauptstadt zu zerstören? Ron: Nein. Ich habe vor, ihnen zu zeigen, was die Fortsetzung dieses Krieges kosten wird, ohne auch nur einem einzigen Zivilisten Schaden zuzufügen. Ava hebt beide Hände. Ava: Dimensionstor! Ein kolossales Portal überspannt Erde und Himmel. Die mobile Festung bewegt sich langsam hindurch, ihre reinweiße Panzerung verdunkelt das Morgenlicht. Die Arche „Deucalion“ steigt aus den Wolken herab und wirft einen riesigen Schatten auf den Platz. Ron: Alle Kräfte rücken vor. Üben Sie den Bewohnern der Stadt keinen Schaden zu, es sei denn, Sie werden angegriffen. 【Szene 60】Außerhalb von Rozier·Day·Exterieur Die mobile Festung rückt entlang der Hauptstraße in Richtung Hauptstadt vor. Unbemannte Ballisten und magische Kanonen richten sich auf die Stadtmauern, während Deucalion über dem Palast schwebt. Soldaten in der Stadt schließen hastig die Tore. Robert stürzt auf die Mauer und erbleicht beim Anblick der Untotenarmee. Robert: Wie geht es ihnen hier? Was machen die Wachen? Sasha kommt aus dem Stadttor und begegnet Rons Blick über die Formationen hinweg. Ron: Du hast hart gearbeitet. Sasha eilt vorwärts, wird aber auf den letzten paar Schritten langsamer und zwingt sich dazu, gelassen zu wirken. Sasha: Es war nichts. Ron: Das hast du gut gemacht. Überlassen Sie den Rest mir. 【Szene 61】Kaiserliche Audienzhalle·Tag·Innenraum Ron, Sasha, Ava und die beiden Ritter betreten die Halle. Der Kaiser, Robert und die versammelten Minister stehen am anderen Ende. Robert: Ubers umzingelt die Hauptstadt mit einer Armee und wagt es dennoch, dem Imperium Aggression vorzuwerfen? Azelia legt den Aufnahmekristall auf den Tisch. Lecters Geständnis, der Provisionsaustausch und der Versuch, ihn zum Schweigen zu bringen, spielen sich nacheinander ab. Ron: Wer hat zuerst Unrecht erlitten? Robert: Reicht die Aussage einiger Abenteurer aus, um die kaiserliche Familie zu verleumden? Ron: Dann lass uns über die Golems sprechen, ein Thema, das du besser kennst. Sie haben zuerst Ubers angegriffen, um experimentelle Exemplare zu bergen. Du hast dich beeilt, den Krieg gegen die Allianz der Königreiche zu beenden, weil du nicht mehr genug Golems hattest, die du einsetzen konntest. Wenn Sie jetzt eine weitere Front eröffnen, hat das Imperium dann noch Kraft übrig? Niemand im Saal spricht. Kaiser: Was willst du? Ron: Aldert, als Entschädigung für zwei Invasionen und einen verdeckten Überfall. Robert: Sie haben eine bloß abgesetzte Streitmacht besiegt und nehmen nun an, imperiales Territorium zu fordern? Ron blickt zum Fenster. Deucalions Schatten wandert über den Palast. Ron: Wenn Sie die Begriffe für übertrieben halten, können wir die Diskussion auf andere Weise fortsetzen. Der Kaiser umklammert die Armlehnen seines Throns, bis seine Knöchel weiß werden. Kaiser: Das Imperium stimmt der Abtretung von Aldert zu. 【Szene 62】Außerhalb der Audienzhalle·Kurz danach·Innenraum Im Beisein von Gesandten verschiedener Nationen verkündet Ron die neue Grenze. Ron: Von diesem Tag an betrachtet Ubers die gesamte neutrale Zone als sein Territorium. Wir werden die Dörfer darin nicht zur Unterwerfung zwingen, noch werden wir die normale Durchfahrt verbieten. Aber jede Armee, jede geheime Mine oder jede Sklavenjägerbande, die die Grenze erneut überschreitet, wird Ubers gegenüberstehen. Er zeigt auf Willis und Adam. Ron: Diese beiden werden zukünftige Verhandlungen mit dem Imperium führen. Schicken Sie keinen weiteren Mann, der nur weiß, wie er die Schuld auf seine Untergebenen abwälzen kann. Roberts Gesicht verfinstert sich, aber er kann nicht antworten. Sasha geht an Rons Seite und spricht leise. Sasha: Partner, es tut mir leid. Ron: Wofür kann man sich entschuldigen? Du hast alles gegeben, was du hattest. Sasha schaut auf. Ron: Lass uns nach Hause gehen. Sasha: Ja! 【Szene 63】Ubers Square·Nacht·Außenansicht Die zurückkehrende Armee findet keine Ausgangssperre. Stattdessen erwarten sie lange Tische, Lagerfeuer und Straßen voller Lichter. Bergleute, alte Dorfbewohner, Herrenhausbewohner und Wächter treffen sich, während sie eine Feier vorbereiten. Ron: Was ist das alles? Ava: Heute ist ein freudiger Tag. Jeder glaubt, dass Ubers endlich seinen wahren Platz in diesem Land etabliert hat. Ron wird an die Spitze der Menge gedrängt. Ron: Es folgten seltsame Ereignisse nacheinander, aber ich danke euch allen, dass ihr meine Rücksichtslosigkeit toleriert habt. Die kommenden Tage könnten noch ungewiss sein – Zeke: Mylord, heute gibt es keine offiziellen Reden! Zuerst trinken! Die Menge bricht in Gelächter aus. Ron nimmt den Pokal entgegen. Ron: Dann sage ich nur eines. Willkommen zu Hause und vielen Dank, dass Sie mir ein Zuhause gegeben haben, in das ich zurückkehren kann. Jede Tasse steigt auf einmal. Alle: An Ubers! 【Szene 64】Manor Observation Deck·Late Night·Außenansicht Zeke, Gideon, Albion, Walter und Ron verstecken sich auf der Aussichtsplattform, um zu trinken. Zeke: Eine Situation wie unsere ist nicht einfach. Gideon, du sagst auch etwas. Gideon: Ich bin nicht wie du. Ich habe nie in einer menschlichen Gesellschaft gelebt. Zeke: Du lebst schon so lange hier. Zählt das nicht zur menschlichen Gesellschaft? Walter: Du hast diese Geschichte schon fünf Mal erzählt. Zeke: Das waren die schwersten Tage meines Lebens. Frauen würden zittern, wenn sie mich nur ansehen würden. Albion: Bei einem Gesicht wie deinem ist Angst völlig natürlich. Zeke: Mein Gesicht sieht vielleicht bösartig aus, aber mein Herz ist warm! Walter: Sie geben also zu, dass Ihr Gesicht den Leuten Angst macht. Alle lachen. Zeke schlägt frustriert auf den Tisch. Zeke: Und du, alter Mann! Zu sagen, dass Sie nie vorgehabt haben, überhaupt jemanden auszuwählen, ist das größte Problem! Walter: Darf ich nicht die Wahrheit sagen, du räudiger Köter? Zeke: Löwen sind Katzen! Das Lachen wird lauter. Ron lehnt sich an das Geländer und beobachtet, wie die Kinder unten einander jagen. 【Szene 65】Rons alte Wohnung / Ubers·Memory-Montage Ein junger Ron geht allein durch einen Schulkorridor. Immer wieder landen Versetzungsbescheide auf seinem Schreibtisch. Während seine Klassenkameraden über kompetitive Online-Spiele diskutieren, sitzt er in einer Ecke und hält einen Leitfaden für ein Einzelspieler-Spiel in der Hand. Mit fünfzehn kauft Ron „Seed 7: The Laws of Taea“ in einem Spieleladen. Als er nach Hause zurückkehrt, betritt er zum ersten Mal den riesigen Kontinent. Junger Ron (innere Stimme): Es war, als würde man eine andere Welt sehen. Der Computer läuft ständig weiter. Vor der Schule, im Morgengrauen, startet er Expeditionen; Nachdem er abends nach Hause zurückgekehrt ist, spielt er weiter. In den Foren erscheinen immer mehr von Spielern erstellte Mods. Ron öffnet zum ersten Mal eine Modellierungssoftware und formt Ava ungeschickt. Benutzer A (Bildschirmtext): Die Modellierung ist schrecklich. Benutzer B (Bildschirmtext): Die Animationen durchschneiden alles. Benutzer C (Bildschirmtext): Sehen Sie sich diesen Tutorial-Kanal an. Der junge Ron starrt auf den letzten Kommentar und klickt auf „Abonnieren“. 【Szene 66】Rons alte Wohnung·Kontinuierliche Montage·Innenraum Ein Tutorial füllt den halben Bildschirm. Auf der anderen Seite wird Avas Modell immer wieder überarbeitet. Junger Ron: Machen Sie die Gesichtskonturen natürlicher. Die Arme dürfen nicht zu dünn sein und ihr Gesichtsausdruck darf nicht mit dem aller anderen Charaktere identisch sein. Der Computer stürzt ab, weil er zu lange läuft. Ron verkauft seine Sammlung, tauscht die Teile aus und beginnt neu. Sechs Monate später wird das verbesserte Modell hochgeladen. Benutzer A (Bildschirmtext): Man kann nie genug weibliche Charaktere haben! Benutzer B (Bildschirmtext): Nicht schlecht. Benutzer C (Bildschirmtext): Sie ist nur ein Dorf-NPC. Nichts Besonderes. Ron hört nicht auf. Er schreibt über Avas Wachstumspfad, Persönlichkeitsveränderungen und verschiedene Begegnungszweige. Es treten ständig Fehler auf und der Code wird immer wieder neu geschrieben. Zwei Jahre später erscheint eine neue Version. Benutzer Eins (Bildschirmtext): Ich kann nicht mehr ohne Ava spielen. Benutzer Zwei (Bildschirmtext): Der Meister der Fortschrittsmods! Benutzer Drei (Bildschirmtext): Gottwürdiger Schöpfer! Die Bilder werden beschleunigt. Gymnasium, Universität, Militärdienst, Arbeit – der Raum und der Computer wechseln immer wieder, aber die Zahl der Charaktere wächst immer weiter. Nach Ava kommen Azelia, Sasha, Akasha, Walter, Zeke, Clint und alle Personen, die jetzt im Herrenhaus leben. 【Szene 67】Ubers Square·Dawn·Exterieur Die Feier ist vorbei, obwohl noch leere Tassen auf den Tischen stehen. Schon rennen wieder Kinder durch die Straßen. Ron steht allein am Rand des Platzes und Ava nähert sich von hinten. Ava: Der Meister hat die ganze Nacht nicht geschlafen. Ron: Das habe ich früher oft gemacht. Von fünfzehn bis fünfunddreißig habe ich Mods gemacht, Fehler behoben und auf die Rückkehr der Expeditionsteams gewartet. Damals dachte ich, dass es ausreicht, solange es allen innerhalb des Bildschirms gut geht. Ava: Und jetzt? Ron blickt auf die neuen Häuser, die Felder und Deucalion, das in der Ferne vor Anker liegt. Ronan trainiert die Wache, Bergleute schieben Karren zur Baustelle und Sasha jagt Zeke durch die Straßen, nachdem er sie verspottet hat. Ron: Jetzt lachst du, wirst wütend und triffst deine eigenen Entscheidungen. Ich weiß nicht, ob dies die Zukunft des Spiels ist oder nur eine Welt, die zufällig meiner Schöpfung ähnelt. Ava: Ist das wichtig? Ron schüttelt den Kopf. Ron: Die einzige Gewissheit ist, dass ich der Herr von Ubers bin. Ich werde dafür sorgen, dass Sie alle hier in Frieden und Wohlstand leben können. Ava steht neben ihm. Ava: Dann lasst uns weitermachen. Ganz gleich, wie weit Sie diese Welt erweitern möchten, ich werde Sie begleiten. Morgenlicht überquert die Berge und erleuchtet ganz Ubers. Ron (innere Stimme): Die Utopie, die ich aufbauen wollte – die Besessenheit, dass die Charaktere, die ich mit meinen eigenen Händen erschaffen habe, in Frieden leben sollten – ist nie erloschen. Das Bild friert ein, während die Kinder über den Platz rennen. —Ende der ersten Staffel— Ansehen
Comeback Als Bösewicht habe ich beschlossen, niemandes Schachfigur zu sein „Als Bösewicht habe ich beschlossen, niemandes Schachfigur zu sein“ 【Szene 01】Vor der Universitätsbibliothek · Spät in der Nacht · Außenansicht Aktion: Auf dem Wintercampus bleiben nur noch die Straßenlaternen. Yoon Do-hee verlässt die Bibliothek mit einer alten Laptoptasche über der Schulter. Auf dem Bildschirm ihres Telefons werden Nachrichten ihrer Gruppenmitglieder angezeigt: Niemand hat seine Materialien rechtzeitig eingereicht. Yoon Do-hee: Es ist alles in Ordnung. Ich werde es selbst zu Ende bringen. Aktion: Sie sagt es ruhig, obwohl ihre Hände vor Kälte rot sind. Als sie um die Ecke kommt, sieht sie Kim Han-jun rauchen und sich mit einem Rückkehrer unterhalten. Kim Han-jun: Yoon Do-hee? Sie ist die Person, die sich am leichtesten täuschen lässt. Sagen Sie ihr, dass ein Verwandter gestorben ist, und sie wird das Geld überweisen. Wiederkehrender Student: Stirbt jede Woche einer Ihrer Verwandten? Kim Han-jun: Ich bin nicht der Böse. Sie ist einfach unglaublich freundlich zu Menschen. Aktion: Do-hee erstarrt im Schatten. Als sie auf die 100.000 Won blickt, die sie gerade überwiesen hat, fallen ihr plötzlich die Stimmen zu Hause ein, die ihr immer sagten, sie solle das Geschirr spülen, nachgeben und verständnisvoll sein. Yoon Do-hee: Also ich war nicht freundlich. Alle dachten einfach, ich sei leicht herumzuschubsen. Aktion: Sie stürmt aus dem Campustor. Eine alte Frau am Straßenrand packt sie und fragt nach dem Fahrgeld für den Bus. Zum ersten Mal zieht Do-hee gewaltsam ihre Hand weg – nur um von einem rasenden Motorrad angefahren zu werden. Ihre Laptoptasche fliegt weit über die Straße. Der Bildschirm zerbricht und Regenwasser vermischt sich mit Blut. Yoon Do-hee (Voice-over): Wenn ich noch eine Chance bekomme, werde ich nie wieder „Freundlichkeit“ gebrauchen, um die Schulden eines anderen zu begleichen. 【Szene 02】Seymour Ducal Estate · Früher Morgen · Innenbereich Aktion: Riesige Samtvorhänge, ein mit Goldfäden besticktes Bett und auf dem Boden kniende Dienstmädchen. Yoon Do-hee öffnet ihre Augen. Die Frau im Spiegel hat langes lila Haar und rubinrote Augen. Dienstmädchen: P-bitte verschonen Sie mich, Lady Deborah! Dieser Diener hat nichts gesehen! Aktion: Das Dienstmädchen ist so verängstigt, dass es mit der blutigen Stirn auf den Boden schlägt. Do-hee berührt instinktiv ihr Gesicht und das unbekannte, blendende Gesicht im Spiegel hebt sich mit ihr. Yoon Do-hee: Deborah... Seymour? Aktion: Die Tür öffnet sich. Herzog Seymour, Jorgea, kommt mit kalten silbergrauen Augen herein. Herzog Seymour: Sich wegen einer Halskette mit rosa Diamanten auszuhungern war nicht genug, also inszenieren Sie jetzt Selbstverletzung? Sie sind eine Schande für das Haus Seymour. Yoon Do-hee: Ich habe nicht – Duke Seymour: Machen Sie weniger Probleme und benehmen Sie sich. Zerstöre das Gesicht, das deine Mutter dir hinterlassen hat, nicht, bis auch es wertlos ist. Aktion: Der Herzog fegt hinaus. Do-hee sieht zu, wie das verängstigte Dienstmädchen geht, während ihr fragmentierte Erinnerungen in den Sinn kommen: Dies ist der Roman „Den schwarzen Dorn verschlingen“; Deborah ist die Bösewichtin, die die Heldin Mia quält und schließlich in ein Kloster geschickt wird. Yoon Do-hee: Zu sterben und von einem Schurken Besitz zu ergreifen, hört sich absolut schrecklich an. Aktion: Sie drückt die Klingel neben dem Bett. Die Dienstmädchen bringen Frühstück, heißes Wasser und Kleider mit fast militärischer Geschwindigkeit. Yoon Do-hee (nimmt einen Bissen Brot): Dennoch... das Leben eines Schurken ist auf jeden Fall angenehm. 【Szene 03】Deborahs Arbeitszimmer · Nachmittag · Innenraum Aktion: Der Schreibtisch ist mit den „Überlebensregeln“ bedeckt, die sie aus dem Gedächtnis geschrieben hat. Vor dem Fenster fällt Schnee, während der Kamin den Raum warm hält. Yoon Do-hee (schreibend): Ziehen Sie zunächst nicht an Mias Haaren. Zweitens: Fassen Sie den rosa Diamanten nicht an. Drittens: Halten Sie sich von Philap Montes fern. Viertens: Machen Sie niemals eine Fluchpuppe. Handlung: Sie hört auf zu schreiben und erinnert sich an die Zukunft im Originalroman: Mia rettet Philap mit göttlicher Kraft, erhält den rosa Diamanten und wird dann von der eifersüchtigen Deborah misshandelt. Yoon Do-hee: Ich möchte nicht die männliche Hauptrolle stehlen oder eine Heilige werden. Ich möchte nur Freiheit, Geld und ein Leben, das niemand einfach wegwerfen kann. Aktion: Sie zieht einen dicken Strich unter „Freiheit“ und schreibt dann: „Beziehung zum Vater verbessern.“ 【Szene 04】Seymour Estate Rosengarten · Abenddämmerung · Außenansicht Aktion: Im magischen Rosengarten, der niemals blüht, gräbt Deborah mit einer Schaufel unter den Büschen neben dem Gewächshaus. Herzog Seymour kommt wütend an. Herzog Seymour: Wer hat Ihnen erlaubt, Mariannes Garten zu zerstören? Aktion: Deborah reicht ihm ein Blatt hellviolettes Briefpapier. Der Herzog sieht die Handschrift seiner Frau und seine Finger zittern. Deborah: Ich bin nicht gekommen, um zu zerstören, was sie zurückgelassen hat. Ich habe einen Brief gefunden, den sie vergraben hat. Herzog Seymour: Was wollen Sie damit erreichen? Der rosa Diamant? Juwelen? Deborah: Ich möchte nur eines fragen. Was ist wertvoller: eine Blume, die niemals verwelkt, oder ein Diamant, der niemals zerbricht? Herzog Seymour: ...Was meinst du? Deborah: Mutter hat geschrieben, dass Blumen schön sind, wenn sie blühen, weil sie verwelken. Alles für immer in Magie zu versiegeln, ist vielleicht keine wirkliche Erinnerung. Aktion: Der Herzog öffnet den Brief. Seine Frau schrieb über fehlende Winterblumen, alte Teekuchen und Worte, die sie nie aussprechen konnten. Seine erzwungene Wut bröckelt langsam. Herzog Seymour: Wie viele Buchstaben gibt es noch? Deborah: Viele. Wenn du möchtest, werde ich sie dir langsam geben. Aktion: Deborah dreht sich um, um zu gehen, aber der Herzog ruft ihr nach. Herzog Seymour: Entferne die Hälfte des Erhaltungszaubers aus dem Garten. Lassen Sie die Blumen im Einklang mit den Jahreszeiten blühen und verblassen. Aktion: Das Licht des Rosengartens flackert sanft. Deborah atmet erleichtert aus, dreht sich aber nicht um. 【Szene 05】Büro von Duke Seymour · Spätabends · Innenraum Aktion: Der Herzog überprüft einen Berg von Dokumenten. Deborah kommt mit Tee und einem Zitronenkuchen herein und setzt sich ihm dann vorsichtig gegenüber. Herzog Seymour: Sagen Sie, was Sie wollen. Kreisen Sie nicht darum herum. Deborah: Ich möchte, dass Sie in mein Unternehmen investieren. Aktion: Der Herzog schaut auf, überraschter, als wenn sie nach dem rosa Diamanten gefragt hätte. Herzog Seymour: Sie wollen Geschäfte machen? Deborah: Ich brauche Startkapital. Ich werde einen Plan vorlegen und die Verluste tragen. Bitte betrachten Sie es als Investition, nicht als Geschenk. Herzog Seymour: Wie viel? Aktion: Deborah notiert eine bewusst bescheidene Zahl. Der Herzog runzelt die Stirn. Herzog Seymour: Haben Sie eine Null weggelassen? Deborah: Das reicht. Herzog Seymour: Das ist kein aufwändiger Versuch, an den rosa Diamanten zu kommen? Deborah: Du hast bereits öffentlich gesagt, dass du nicht für mich bieten würdest. Ich möchte nicht, dass du dein Wort brichst. Aktion: Der Herzog schaut seine Tochter an und sagt lange nichts. Nachdem Deborah gegangen ist, ruft er den Butler. Herzog Seymour: Schicken Sie ihr das Investitionskapital. Und dieser rosafarbene Diamant bei der Auktion... erwerbe ihn für sie, koste es, was es wolle. 【Szene 06】Deborahs Arbeitszimmer · Drei Tage später · Innenraum Aktion: Auf dem Teppich stehen vier schwere Truhen aus Gold, darauf eine schwarze Schmuckschatulle. Deborah öffnet es. Ein herzförmiger rosafarbener Diamant schimmert im Licht. Deborah: Vater hat es gekauft? Aktion: Sie liest den Brief zu Ende und schweigt lange. Darin liegt keine Schuldzuweisung, sondern nur ein unbeholfener Wiedergutmachungsversuch und die Worte: „Verstricken Sie sich nicht in Ihrer Wut.“ Deborah: Das ist nicht das, was ich wollte. Aber ich kann das Gefühl dahinter nicht verschwenden. Aktion: Sie untersucht das Zertifikat des rosa Diamanten und entdeckt, dass auf dem Wachssiegel eine Katze mit erhobenem Schwanz abgebildet ist. Eine Erinnerung schießt ihr durch den Kopf: Es ist das Zeichen von Blansha, der mysteriösen Geheimdienstorganisation aus dem ursprünglichen Roman. Deborah: Du bist also diejenige, die mir helfen kann, meine Freiheit zu erkaufen. 【Szene 07】Keller des Atla-Juweliergeschäfts · Nacht · Innenbereich Aktion: Deborah trägt einen schwarzen Umhang, gibt das Passwort und wird zu einer versteckten Teleportationsanlage geführt. In einer nebelverhangenen unterirdischen Halle sitzt ein grauhaariger Mann hinter einem Tisch. Das goldene Biest Cookie liegt ihm zu Füßen. Meister Blansha: Warum weiß Lady Seymour vom siebten Fangzahn des goldenen Drachen? Deborah: Informationen haben ihren Preis. Geben Sie zuerst Ihre an. Aktion: Cookie rennt plötzlich auf und rollt gegen den Katzenminzebeutel an ihrer Taille. Zum ersten Mal sieht der Meister sichtlich erschrocken aus. Meister Blansha: Was hast du mit ihm gemacht? Deborah: Neunundneunzig Gold. Ich gebe Ihnen einen Rabatt von neunundneunzig Prozent. Aktion: Der Meister lacht wider Willen, als sie seine übliche Verkaufslinie gegen ihn wendet. Deborah: Erster Auftrag: Louis Gazelle untersuchen. Mein zweiter Bruder Belreck wählte ihn als Heiratskandidaten für mich. Meister Blansha: Und das Zweite? Deborah: Ich möchte wissen, wie viel es kostet, einen Titel zu kaufen, der wirklich mir gehört. Meister Blansha: Es wird nicht billig sein. Du willst Unabhängigkeit vom Haus Seymour? Deborah: Ich möchte einen Namen, der mich überleben lässt, selbst wenn ich Seymour verlasse. Aktion: Sie holt einen Beutel mit Juwelen heraus, die hell auf dem Tisch klappern. Deborah: Drittens: Verkaufen Sie den rosa Diamanten. Vater kann es nicht herausfinden, und seine Gefühle dürfen nicht gemindert werden. Meister Blansha: Es ist bereits auf der ganzen Welt berühmt. Ein heimlicher Weiterverkauf ist ausgeschlossen. Deborah: Du wirst einen Weg finden. Meister Blansha: Ich kann es zu einem höheren Preis entsorgen. Aber den Gewinn teilen wir uns zur Hälfte. Deborah: Siebzigdreißig. Meister Blansha: Fünfzig-fünfzig. Und sag mir, warum Cookie dich mag. Deborah: Deal. Aktion: Der Meister beugt sich leicht vor, unfähig, sein Interesse an dem vermeintlich dummen, arroganten Schurken zu verbergen. 【Szene 08】 Blansha-Geheimkammer · Kontinuierlich · Innenraum Aktion: Der Meister zeigt einen tiefroten Beutel mit einem Manastein. Meister Blansha: Das ist ein räumlicher Beutel. Es kann genug Gold enthalten, um fünfzig Safes zu füllen, und seine Beschwörungskoordinaten erkennen Ihre Hand. Deborah: Ich werde es kaufen. Meister Blansha: Der Preis ist nicht Geld. Geben Sie mir eine Idee, die wertvoll genug ist, um mich zufriedenzustellen. Deborah: Wenn ich ein großes Vermögen verstecken wollte, würde ich es nicht einfach vergraben. Ich würde eine Insel mit niedrigen Steuern kaufen und Briefkastenfirmen gründen und die Bücher zwischen verschiedenen Firmen verschieben. Jeder, der nachforscht, würde nur einen Haufen unabhängiger Transaktionen sehen. Aktion: Die Finger des Meisters bleiben auf dem Beutel stehen. Zum ersten Mal studiert er sie ernsthaft. Meister Blansha: Eine gefährliche Idee. Deborah: Ich hasse es einfach, wenn andere Menschen das Sorgerecht für mein Leben behalten. Meister Blansha: Der Raumbeutel gehört dir. Wenn Sie einen anderen Auftrag haben, finden Sie meinen Agenten bei Maison de Dessert in Yones. Deborah: Hast du keine Angst, dass ich dein Geschäft stehle? Meister Blansha: Reiche, intelligente und mutige Kunden sind selten. 【Szene 09】Royal Academy · Frühling · Innenraum Aktion: Die Kutsche mit dem Seymour-Wappen hält an und die Schüler trennen sich wie eine Flut für Deborah. Sie sitzt auf dem Sitz, der dem Klassenzimmerfenster am nächsten liegt. Gerade als sie sich entspannen will, sieht sie den kleinen, feuerrothaarigen Philap Montes mit der rosahaarigen Mia Binoche eintreten. Aktion: Deborahs Körper spannt sich instinktiv an. Die Obsession des ursprünglichen Besitzers für Philap und die Feindseligkeit gegenüber Mia blitzen wie Nachbilder durch sie hindurch. Deborah (leise): Das sind nicht meine Gefühle, und sie werden nicht mein Schicksal werden. Philap: Mia, setz dich neben mich. Ignoriere die Person da drüben. Mia: Diese Dame mit den lila Haaren... sie ist wunderschön. Aktion: Philaps Gesicht verfinstert sich. Er glaubt, dass Deborah die rosa Raute absichtlich weggelassen hat und nutzt Schweigen, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Deborah starrt nur aus dem Fenster und vermeidet Augenkontakt gänzlich. Professor: Heute studieren wir politische Theorie. Wer kann die Grenze zwischen adliger Autorität und imperialer Macht erklären? Aktion: Kaum hat der Unterricht begonnen, beginnt Deborah in der Ecke ihres Buches mit der Skizze der Akademiegebäude. Die Linien kommen unerwartet präzise heraus und ihr kommt eine Idee. Deborah: Ich kann keine Magie benutzen, aber ich kann Pläne zeichnen. Und ich verstehe, wie man einen Ort schafft, an dem Menschen gerne Geld ausgeben. 【Szene 10】Akademiekorridor · Nachmittag · Innenraum Aktion: Deborah erwacht aus einem Albtraum und findet den blonden, grünäugigen Isidore Visconti vor sich. Lächelnd hält er ihr die Feder hin, die sie fallen ließ. Isidore: Sie haben während der politischen Theorie tief geschlafen, meine Dame. Hat dich in deinem Traum jemand gemobbt? Deborah: Die Menschen in meinen Träumen sind meine Zeit nicht wert. Isidore: Und in Wirklichkeit? Philap Montes sieht dich nicht freundlich an. Deborah: Ich habe kein Interesse an ihm. Wenn er weiterhin Missverständnisse hat, ist das sein Verlust. Aktion: Isidores Lächeln wird tiefer. Isidore: Diese Worte von Deborah Seymour sind ziemlich neu. Deborah: Du bist auch anders als die Gerüchte. Man sagt, Herzog Visconti kümmere sich nur um Bücher und Gold. Isidore: Ich mag Gold. Gelegentlich interessiere ich mich aber auch für unerwartete Menschen. Aktion: Schüler in der Ferne flüstern, weil Isidore sich Deborah genähert hat. Deborah fühlt sich bei dieser direkten Aufmerksamkeit unwohl und wendet sich zunächst ab. Deborah: Dann lenken Sie Ihr Interesse bitte auf die richtigen Dinge, Herzog. Der Unterricht beginnt. 【Szene 11】Terrasse des Maison de Dessert · Abend · Außenansicht Aktion: Deborah probiert den Kaffee aus einer Ecke der Speisekarte und verzieht das Gesicht wegen der Bitterkeit. Mehrere Adlige am Nebentisch diskutieren lautstark über ihren schlechten Ruf, den rosa Diamanten und „Seymours nutzlose Tochter ohne Mana“. Adlige A: Perlen um den Hals eines Schweins machen es noch nicht zu einer Dame. Aktion: Der Wind bläst Deborahs Kapuze zurück und gibt ihr Gesicht frei. Die Luft wird still. Deborah: Weiter. Du hast gerade noch so energisch geklungen. Adlige B: W-wir waren nur- Deborah: Nennen Sie mich unhöflich oder inkompetent, wenn Sie möchten. Aber nachdem ich es hinter meinem Rücken gesagt habe, stehen Sie nicht vor mir und sind nicht in der Lage, einen vollständigen Satz zu bilden. Aktion: Sie gießt roten Kirschsaft über die Lippen der ersten Frau, die sie provoziert hat. Sie schlägt nicht noch einmal zu, sondern wendet sich nur kalt ab. Deborah: Kontrolliere deinen Mund. Das reicht für heute. Aktion: Sie fliehen in Panik. Deborah nimmt den Kaffee wieder in die Hand, riecht daran, schmeckt ihn und denkt nach. Deborah: Die Bohnen sind nicht ungenießbar. Rösten, Lagern und Brauen sind allesamt falsch. Mit Milch, Zucker, Eis und Desserts... Aktion: Sie nimmt Papier und skizziert einen bunten Laden unter den Worten „Purple Seal“. 【Szene 12】 Blansha-Geheimkammer · Nacht · Innenraum Aktion: Meister Blansha studiert das Ladenlogo, das Deborah gezeichnet hat. Es ist ein einfaches lila Profil. Deborah: Ich möchte ein Café eröffnen. Der erste wird am Fountain Square am Osttor der Akademie sein. Dann eine zweite, eine dritte und hundert weitere. Meister Blansha: Hundert? Wie werden Sie sie alleine bewältigen? Deborah: Ich werde nicht alle schaffen. Der Flagship-Store wird Standards schaffen und dann den Namen, die Speisekarte, die Inneneinrichtung und die Schulung an andere vermieten. Sie finanzieren die Filialen und zahlen einen Umsatzanteil. Der zentrale Einkauf senkt die Kosten und je größer die Marke wird, desto wertvoller ist sie. Aktion: Der Meister schaut sie an, zum ersten Mal blitzt beinahe Bewunderung in seinen Augen auf. Meister Blansha: Sie beabsichtigen, den Firmennamen zu verpachten. Deborah: Man kann es Franchising nennen. Ich will dich als meinen Partner. Sie kümmern sich um Lieferung, Buchhaltung und Personalbesetzung. Ich kümmere mich um die Locations, das Design und die Speisekarte. Meister Blansha: Warum mich wählen? Deborah: Weil du mehr Geld verdienst als der Kronprinz und einen Deal besser einhältst als die meisten Adligen. Meister Blansha: Wenn man jemanden so lobt, wird es schwierig, ihn abzulehnen. Aktion: Sie unterzeichnen eine Partnerschaftsvereinbarung für die Leticia Trading Company. An anderer Stelle hört sich Isidore den Bericht eines Agenten in seiner wahren Erscheinung an, hält das gleiche lila Logo in der Hand und lächelt schweigend. 【Szene 13】Seymour Estate Workshop · Tag · Innenraum Aktion: Belreck Seymour blickt mit einem Monokel verächtlich auf Deborahs Pläne. Die Seiten zeigen einen Mixer, eine Kaffeemühle und den Bewegungsfluss durch den Laden. Belreck: Ist dieses Hochgeschwindigkeitsgerät mit Klingen dazu gedacht, Leichen zu zerkleinern? Deborah: Es ist für die Herstellung von Fruchtsaft gedacht. Belreck: Es klingt eher für Leichen geeignet. Deborah: Klausel sieben. Sie sind verpflichtet, die von Ihrer Schwester vorgeschlagenen Geräte herzustellen und dürfen sich nicht darüber lustig machen. Belreck: Welche Klausel sieben? Aktion: Deborah schiebt den Kleingedruckten Nachtrag vor sich hin. Belrecks Finger zittern vor Wut. Belreck: Du hast deinen eigenen Bruder mit Begriffen wie diesen getäuscht? Deborah: Ich habe das geerbte Talent des Hauses Seymour genutzt, um Ressourcen effizient zu nutzen. Aktion: Belreck flucht laut, beginnt aber, die Pläne zu vereiteln. Deborah fügt Bedingungen für Patentgebühren und künftige Gerätelieferungen hinzu. Belreck: Glauben Sie wirklich, dass ein paar Tassen bitteres Wasser meine Verluste in der Silbermine ausgleichen können? Deborah: Wenn der erste Laden eröffnet, werden Sie es bereuen, nicht nach weiteren Aktien gefragt zu haben. 【Szene 14】Leticia Café · Mittsommer · Innenbereich Aktion: Unter dem violetten Schild ist das Café voller Akademiestudenten, junger Adliger und Forscher vom Zauberturm. Eis tropft in Tassen Kaffee und Früchte drehen sich im Mixer. Die ersten Menüpunkte sind ausverkauft. Mitarbeiter: Meine Dame, wir haben keinen Cold Brew und Cream Coffee mehr! Es sind nur noch drei Fruchteisgetränke übrig! Deborah: Lassen Sie die Küche sie gemäß den Standardrezepten auffüllen. Verzichten Sie nicht auf Geschmack und Geschwindigkeit. Aktion: Isidore steht im Schatten im zweiten Stock und beobachtet, wie sie nacheinander die Tassen, fertigen Getränke und den Kundenstrom überprüft. Isidore: Das meinten Sie also mit „das Imperium lila färben“. Deborah: Perfektes Timing. Teilen Sie Ihren Agenten mit, dass drei Personen in der Warteschlange vor der Hintertür versuchen, das Schild zu kopieren. Isidore: Du wusstest es schon? Deborah: Wenn ein Geschäft erfolgreich ist, versucht immer jemand, es nachzuahmen. Fangen Sie zuerst denjenigen, der die Rezepte und Zutaten preisgibt. Dann besprechen wir die Entschädigung. Isidore: Du ähnelt einem Geheimdienstmakler mehr, als ich erwartet hatte. Deborah: Und Duke Visconti ähnelt einem Kunden, der mehr gesüßten Eiskaffee trinkt, als ich erwartet hatte. Aktion: Sie tauschen Lächeln aus. In der Ferne sieht Philap sie und es wird dunkler. Mia greift nach dem Saum ihres alten Kleides. 【Szene 15】 Blansha-Geheimkammer · Spät in der Nacht · Innenraum Aktion: Vier Ebenholzkisten fallen durch räumliche Magie auf den Teppich. Meister Blansha öffnet sie und enthüllt im Kerzenlicht Schichten von Goldmünzen. Deborah hält mit komplizierter Miene das Originalzertifikat des rosa Diamanten in der Hand. Meister Blansha: Gemäß unserem Vertrag wurde der rosafarbene Diamant für das Zweieinhalbfache seines ursprünglichen Auktionspreises verkauft. Nach Abzug der Vertraulichkeitszahlung des Käufers und meiner Kanalgebühr ist dies Ihre Hälfte. Deborah: Der Käufer hat nichts vermutet? Meister Blansha: Er weiß nur, dass er ein seltenes Juwel gekauft hat. Er weiß nicht, dass es einst Lady Seymour gehörte. Die Leute werden für „einzigartig“ bezahlen und dann noch einmal für „niemals enthüllt werden“. Aktion: Deborah rollt eine Goldmünze zwischen ihren Fingern. Zum ersten Mal besitzt sie eine riesige Summe, die weder der Erlaubnis ihres Vaters noch einer Erklärung gegenüber irgendjemandem bedarf. Deborah: Vater hat mir keinen rosa Diamanten gegeben. Er gab mir das Bedauern, das er nicht ausdrücken konnte. Ich habe die Halskette verkauft, nicht dieses Gefühl. Meister Blansha: Sie sind anders als die Gerüchte, die behaupten, Sie wüssten nur, wie man fordert. Deborah: Wenn die Gerüchte wahr wären, würde ich nicht hier sitzen und den Gewinn mit Ihnen teilen. Aktion: Der Meister überreicht ihr ein neues Hauptbuch mit einem violetten Wappen auf dem Einband. Master Blansha: Leticias Gewinnbericht für die erste Periode. Wir haben bereits siebzehn Filialbewerbungen erhalten. Deborah: Überprüfen Sie zuerst die Bewerber. Viele Menschen sind bereit, Geld auszugeben; Nur wenige sind bereit, Standards zu befolgen. Es ist besser, weniger Geschäfte zu eröffnen, als das lila Schild zu einer billigen Lüge zu machen. Aktion: Der Meister sieht zu, wie sie das Hauptbuch studiert, kichert und schiebt ihr eine Tasse Tee mit fünf Löffeln Zucker hin. Meister Blansha: Anscheinend habe ich keinen Partner gefunden, sondern ein weiteres berechnendes Monster. 【Szene 16】 Akademische Halle der Royal Academy · Tag · Innenraum Aktion: Der Zauberturm beherbergt eine Ausstellung verbesserter magischer Geräte. Belreck bringt widerstrebend die Kaffeemühle, den Mixer und mehrere Bauzeichnungen mit. Dozenten und Studenten der Akademie versammeln sich. Belreck: Ich habe sie nur nach den Plänen gebaut. Belasten Sie mich nicht mit dem Ruf dieser seltsamen Geräte. Deborah: Das Patent wird Ihren Namen tragen – und meinen Anteil angeben. Aktion: Sie gibt Obst, Eis und Sirup in den Mixer. Die Klingen drehen sich und lebendiges Püree steigt in einem transparenten Becher auf. Die Zuschauer treten zunächst zurück, dann werden sie vom Duft angezogen. Forscher: Das ist keine Waffe? Deborah: Natürlich nicht. Damit kann ein Mitarbeiter in kürzester Zeit zehn identische Getränke zubereiten. Effizienz, Standardisierung und Patente sind sein wahrer Wert. Aktion: Fünfte Prinzessin Margaret sitzt in der ersten Reihe und probiert interessiert das erste Eisgetränk. Fünfte Prinzessin: Lady Seymour, wenn dies in Militärlagern untergebracht würde, würden im Sommer halb so viele Soldaten zusammenbrechen. Deborah: Wenn Eure Hoheit es wirklich braucht, kann ich eine militärische Version bereitstellen. Unterschreiben Sie aber zunächst den Beschaffungsvertrag. Erwarten Sie es nicht umsonst. Aktion: Die Halle bricht vor Überraschung aus. Belreck bedeckt sein Gesicht, während Isidore von hinten applaudiert. Isidore: Wie erwartet akzeptiert meine Dame niemals einen Deal, der verloren geht. Fünfte Prinzessin: Ausgezeichnet. Der Innovation Laureate dieses Semesters geht an Sie. Aktion: Die Schüler schauen sich das Belobigungsbanner an, das am Eingang der Akademie hängt. Zum ersten Mal sprechen sie nicht nur voller Angst von „der Bösewichtin Deborah“, sondern auch von ihren Geschäften, Designs und Patenten. 【Szene 17】Akademie-Galerie · Nachmittag · Innenbereich Aktion: Philap blockiert Deborah nach der Ausstellung. Der Feuergeist auf seiner Schulter flackert gereizt. Mia steht in der Nähe und beobachtet sie besorgt und erwartungsvoll. Philap: Wo ist der rosa Diamant geblieben? Hast du dich nicht darüber gehungert und die ganze Hauptstadt zum Reden gebracht? Deborah: Ich muss dem jungen Lord Montes nicht berichten, was ich mit meinen Sachen mache. Philap: An wen haben Sie es verkauft? Dieses Juwel würde Mia am besten passen. Handlung: Deborah erstarrt für einen Moment, dann wird ihr klar, dass er sie immer noch als die alte Deborah sieht, deren Welt sich nur um ihn dreht. Deborah: Ich verstehe. Du fragst nicht nach Mia. Du bist verärgert, weil du denkst, ich hätte ihr das Geschenk, das du ihr machen wolltest, nicht wegnehmen sollen. Philap: Du – Deborah: Der rosa Diamant gehörte nie dir. Mia auch nicht. Aktion: Philaps Gesicht wird lila. Mia tritt vor. Mia: Lady Deborah, ich wollte dir nie nehmen, was dir gehörte. Deborah: Ich weiß. Du bist mir auch keine Erklärung schuldig. Aktion: Es ist das erste Mal, dass die beiden Frauen direkt miteinander sprechen. Mia schaut überrascht auf, aber als Deborah weggeht, bemerkt sie, dass die bewundernden Blicke ihr immer noch folgen. Mias sanfter Gesichtsausdruck verblasst langsam. Mia (leise): Sie muss nichts tun und bekommt das alles trotzdem mit. 【Szene 18】Eastern Border Village · Bedeckt · Außen Aktion: Rosad kommt mit Rittern an, die einen Schwarzmagier in Ketten eskortieren. Der Dorfbrunnen ist schwarz geworden und mehrere Kinder liegen bewusstlos da. Deborah, Isidore und Enrique treffen am Tatort ein. Rosad: Er gab zu, Menschen entführt zu haben, weigert sich jedoch, den Namen des Auftraggebers zu nennen. Die Kinder tragen alle das gleiche blutrote Mal. Schwarzmagier: Du verstehst nichts. Wir bereiten uns auf das wahre Licht vor. Deborah: Durch die Verwendung von Kinderblut? Wer ist dieses „Licht“, von dem Sie sprechen? Schwarzmagier: Die Heilige wird herabsteigen. Sie wird denjenigen auswählen, der auf dem Thron sitzen soll. Aktion: Enriques Weihwassergeist stürmt zum Brunnen, wird aber von einem Strang schwarzer Energie zurückgestoßen. Isidor errichtet schnell eine Barriere. Deborah legt ihre Hand in das schwarze Wasser und weißes Licht wandert entlang der Wasserader. Deborah: Das ist keine Krankheit. Es ist eine durch Opfer hinterlassene Verunreinigung. Aktion: Der Brunnen enthüllt geopferte Tierknochen und zersplitterte Bretter, die mit einem Hexagramm markiert sind. Der Schwarzmagier grinst, beißt durch eine in seinem Zahn versteckte Giftkapsel und bricht zusammen. Isidore: Halte ihn auf! Aktion: Es ist zu spät. Bevor er stirbt, bringt der Schwarzmagier noch einen letzten Satz hervor. Schwarzmagier: Je heller das Licht... desto tiefer der Schatten... Aktion: Rosad bedeckt die Leiche schweigend mit seinem Umhang. Deborah blickt die bewusstlosen Kinder an, ihr Blick wird zum ersten Mal wirklich kalt. Deborah: Sie wollen keine Heilige. Sie wollen eine Heilige, die ihre Verbrechen reinigt. 【Szene 19】Unterirdische Ritualkammer des Marquisats François · Rückblende · Innenraum Aktion: Die Szene dringt in Mias Erinnerung ein. Eine jüngere Mia, die ein verblasstes Kleid trägt, steht in der Mitte einer magischen Anordnung aus Blut. Lady Ophelia streichelt ihr rosafarbenes Haar mit einer Sanftheit, die an Grausamkeit grenzt. Ophelia: Die Schulden deines Vaters reichen aus, um das Haus Binoche zehnmal zu verkaufen. Aber du trägst den Samen göttlicher Macht. Kommen Sie mit uns und Sie können die Akademie betreten, der Gesellschaft beitreten und eine von allen bewunderte Dame werden. Junge Mia: Wie hoch ist der Preis? Ophelia: Ein bisschen Blut und ein bisschen Mut. Wenn Sie ein besseres Leben wollen, müssen Sie immer etwas bezahlen. Aktion: Im Verborgenen hat der vierte kaiserliche Gemahl noch nicht damit begonnen, den Namen Astra zu verwenden. Mit ausländischem Akzent spricht sie ihren wahren Namen „Jamila“, und ein Dämon kichert im Dunkeln. Jamila: Ihr Schatten reicht tief. Gut. Je tiefer das Verlangen, desto leichter wurzelt das Heilige Blut. Aktion: Eine Klinge öffnet Mias Hals. Dunkelrote Flüssigkeit tropft in das Array und wird dann in ihren Körper gegossen. Das Mädchen hat zu große Schmerzen, um zu schreien. Sie kann nur einen Dämon hören, der ihr ins Ohr flüstert. Stimme des Dämons: Du möchtest geliebt und anerkannt werden und ein Licht besitzen, das dir niemand nehmen kann. Aktion: Der Speicher endet. Die heutige Mia erwacht in ihrem Schlafsaal und berührt die verheilte Seite ihres Halses. Mia: Ich bin keine Marionette. Ich werde die wahre Heilige werden. Aktion: Ihre Stimme ist fest, aber ein Moment des Unbehagens zeigt sich in ihren Augen. 【Szene 20】Gewächshaus des Visconti Ducal Estate · Nacht · Innenraum Aktion: Isidore zeigt Deborah die von Blansha abgefangenen Schwarzmarktbücher. Vor dem Gewächshaus fällt feiner Regen und Cookie rollt sich neben dem Ofen zusammen. In den Büchern sind große Einkäufe von Kräutern, Ausweispapiere für Kinder und Zugangssiegel zum Tempel verzeichnet. Isidore: Die Handelsgesellschaft des François Marquisate zahlt das Geld, aber der Empfänger wechselt jedes Mal. Der wahre Empfänger ist tief verborgen. Deborah: Dennoch bereiten sie alle das Gleiche vor. Mias göttliche Macht, die militärischen Erfolge des Dritten Prinzen und jede gescheiterte Wohltätigkeitsveranstaltung des Kronprinzen ... wann immer eine Katastrophe eintritt, steigt der Ruf eines Menschen. Isidore: Das ist eine Überzeugung, kein Beweis. Deborah: Ich weiß. Aber wenn wir darauf warten, dass Beweise von selbst auf den Tisch kommen, werden mehr Menschen sterben. Aktion: Ihre Finger werden weiß, als sie die letzte Seite erreicht. Isidore schließt das Hauptbuch und bedeckt sanft ihre Hand mit seiner. Isidore: Ich sage Ihnen nicht, dass Sie mit den Ermittlungen aufhören sollen. Ich rate Ihnen, die Ermittlungen nicht alleine durchzuführen. Deborah: Ich bin es gewohnt, allein zu sein. Isidore: Dann versuchen Sie ab heute, es nicht zu sein. Aktion: Deborah schaut auf. Isidore rückt nicht näher und setzt sie nicht unter Druck. Er wartet darauf, dass sie sich entscheidet. Schließlich schiebt sie das Hauptbuch zwischen sich hin und her. Deborah: Gut. Sie kümmern sich um die Aufklärung und wir fällen gemeinsam die Urteile. Aber wenn jemand versucht, Kinder als Opfer zu benutzen, werde ich nicht auf die königliche Erlaubnis warten. Isidore: In dieser Hinsicht sind wir gleich. 【Szene 21】Königliche Jagdgründe · Abenddämmerung · Außenansicht Aktion: Während der edlen Herbstjagd ziehen Hunderte Pferde durch den Wald. Isidor reitet neben Deborah, während Rosad und Belreck hinter ihnen um Beute wetteifern. Es scheint ein entspanntes gesellschaftliches Ereignis zu sein, doch Gesandte des Tempels und des Senats beobachten das Paar heimlich. Adlige: Wenn Herzog Visconti und Lady Seymour wirklich heiraten, werden der magische Turm, das Gold und die östlichen Ritter alle miteinander verbunden. Gesandter des Senats: Deshalb darf es ihnen nicht gestattet werden, sich zu schnell zu etablieren. Aktion: Ein Monster stürmt plötzlich aus dem Wald auf eine Gruppe junger Adliger zu. Isidore schießt zuerst. Deborah lässt sofort ein Netz aus Weihwasser frei, das das Monster in einem Lichtvorhang gefangen hält. Isidore: Links! Deborah: Ich sehe es! Aktion: Ihre Koordination ist mühelos. Rosad führt den letzten Schlag aus, während Belreck angewidert sein Schwert abwischt. Belreck: Das soll eine Herbstjagd sein? Meine Schwester hat eine leuchtende Schildkröte mitgebracht. Wie soll jemand von uns an Beute kommen? Rosad: Hör auf, dich zu beschweren. Sagen Sie Vater, dass sich erneut jemand an der nahegelegenen Absperrung zu schaffen gemacht hat. Aktion: Das Staunen der beobachtenden Adligen macht sich schnell breit. Deborah bemerkt jedoch nur, dass Isidore sich den Schlamm von der Wange wischt. Isidore: Bist du verletzt? Deborah: Nein. Isidore: Gut. Aktion: Seine Hand bleibt einen Moment neben ihrem Gesicht, bevor er sie zurückzieht. Zum ersten Mal kann sich Deborah nicht sofort mit einem Witz vor seiner Besorgnis schützen. 【Szene 22】Seymour Estate Study · Nacht · Innenraum Aktion: Herzog Seymour beendet die Lektüre des von Isidore gesendeten Untersuchungsberichts. Deborah steht am Fenster, Rosad und Belreck in der Nähe. Vater und Tochter schweigen lange. Herzog Seymour: Du wusstest, dass Schwarzmagier es auf dich abgesehen haben, bist aber trotzdem zur Grenze, zum Altar und zur Bibliothek gegangen? Deborah: Wenn ich nicht ginge, würden sie jemanden ins Visier nehmen, der schwächer ist. Herzog Seymour: Glauben Sie, dass dies ein Heldenspiel ist? Deborah: Nein. Gerade weil das nicht der Fall ist, möchte ich nicht so tun, als hätte ich nichts gesehen. Aktion: Der Herzog beginnt, sie zu tadeln, schiebt aber schließlich das Wappen der Familie Seymour über den Schreibtisch. Herzog Seymour: Von heute an können Sie damit die östlichen Ritter, Zauberturmforscher und Familienbuchhalter mobilisieren. Aber Rosad oder Isidore müssen vor jeder Operation informiert werden. Deborah: Du gibst mir Autorität? Herzog Seymour: Ich gebe meiner Tochter einen Weg zum Überleben. Wenn Sie darauf bestehen, in den Sturm zu gehen, gehen Sie zumindest nicht mit leeren Händen davon. Aktion: Deborah nimmt das Wappen, ihre Augen werden rot, obwohl sie sich hartnäckig weigert zu weinen. Belreck: Vater, heißt das, dass ich auch eine Erklärung bekomme? Kann sie jetzt mein Labor mobilisieren? Herzog Seymour: Ja. Belreck: ...Ich wusste es. Aktion: Die schwere Atmosphäre bricht zusammen. Rosad nickt Deborah zu und gibt stillschweigend zu, dass sie nicht mehr die Schwester ist, die sie einst verachtet haben. 【Szene 23】Hof der Royal Academy · Herbst · Außenansicht Aktion: Mia ist von Philap, der Fraktion des Kronprinzen, und der Aufmerksamkeit des Adels umgeben, heilt aber weiterhin jeden, der um Hilfe bittet. Deborah geht mit Enrique vorbei und hat nicht die Absicht, sich einzumischen. Enrique: Schwester, ihre Macht ist seltsam. Es sieht aus wie Licht, fühlt sich aber unangenehm an. Deborah: Spürst du es auch? Aktion: Ein kleiner weißer, schildkrötenförmiger Weihwassergeist schaut aus Enriques Ärmel hervor und knurrt in die Schatten. Aus dem Zauberturm ertönt eine Explosion und in der Himmelsbarriere öffnet sich ein dünner Spalt. Student: Der Spalt öffnet sich wieder! Philap: Kommt alle zurück! Aktion: Monster fallen aus dem Spalt und stürzen den Campus ins Chaos. Deborah ergreift Enriques Hand. Weißes Weihwasser bildet eine Barriere an ihrer Handfläche und blockiert ein kleines Monster, das auf sie zustürmt. Enrique: Du hast kein Mana. Wie kann man Weihwasser kontrollieren? Deborah: Ich weiß es auch nicht. Aber es scheint zu wissen, was nicht hierher gehört. 【Szene 24】 Saal des Seymour Estate Council · Spät in der Nacht · Innenbereich Aktion: Herzog Seymour, Rosad, Belreck, Isidore und Deborah versammeln sich um eine Karte des Imperiums. Kürzlich wurden im Osten Kinder mit schwacher göttlicher Kraft entführt. Rosad: Ich habe einen der Entführer gefangen genommen. Er entschied sich dafür, sich selbst die Zunge abzubeißen, anstatt denjenigen zu nennen, der ihn eingestellt hatte. Isidore: Sowohl die Leiche als auch das Versteck enthalten Spuren schwarzer Magie. Die Verwendung von Kindern als Opfer ist nicht die Tat eines Einzeltäters. Herzog Seymour: Schwarzmagier verstecken sich in der Hauptstadt, während die Barriere immer wieder bricht. Was macht die königliche Familie? Deborah: Repariere nicht nur die Barriere. Untersuchen Sie zunächst, wer von jedem Riss profitiert, der sich öffnet. Aktion: Im Raum wird es still. Isidore sieht sie an. Isidore: Sie vermuten ein Mitglied der königlichen Familie? Deborah: Ich verdächtige jeden, der Katastrophen als Treppe nutzt. Handlung: Der Herzog studiert seine Tochter und tut ihre Schlussfolgerung zum ersten Mal nicht als Unsinn ab. Herzog Seymour: Rosad wird die Ermittlungen zu den Entführungen fortsetzen. Isidore, gib ihr deine Intelligenz. Deborah, von heute an ist es dir verboten, alleine auszugehen. Deborah: Ist das Schutz oder Gefangenschaft? Herzog Seymour: Ein Befehl. Und Schutz. 【Szene 25】 Verlassener Altar · Stürmische Nacht · Außenansicht Aktion: Einer Spur folgend dringen Deborah und Isidore in einen Altar ein. Verdrehte Hexagramme bedecken die Wände und Blut ist in die Steinrisse eingedrungen. Ein maskierter Schwarzmagier betet zu einem riesigen Schatten. Schwarzmagier: Möge der Wille unseres Herrn herabkommen, mit heiligem Blut als Schlüssel und dem Spalt als Tor. Aktion: Deborahs Weihwasser zittert heftig. Isidor zieht sein Schwert und bedeckt die Klinge mit goldenem Mana. Isidore: Bleib hinter mir. Deborah: Du bist kein gewöhnlicher Informationsvermittler. Isidore: Und du bist kein gewöhnlicher Schurke. Aktion: Der Schwarzmagier lässt nebelartige böse Geister frei. Isidor steht vorne und schwarzer Nebel durchdringt seine Rippen. Deborah eilt zu ihm. Weißes Licht fließt instinktiv von ihrer Handfläche in seine Wunde. Isidore: Erschöpfe dich nicht. Deborah: Sei still. Wenn du hier stirbst, wer wird dann Leticias Konten für mich verwalten? Aktion: Weißes Licht unterdrückt den schwarzen Nebel. Die Geister schreien und zerstreuen sich. Der Schwarzmagier zerstört die magische Anordnung und hinterlässt nur verkohlte Runen und ein gebrochenes Flüstern. Schwarzmagier (verblassende Stimme): Je heller das Licht, desto tiefer der Schatten ... der rote Mond wird dir alles vergelten. 【Szene 26】Seymour Estate Gästezimmer · Spätabends · Innenbereich Aktion: Isidore bleibt wegen seiner Verletzung auf dem Seymour-Anwesen. Deborah sitzt neben dem Bett und studiert immer wieder das weiße Licht in ihrer Handfläche. Der Herzog steht an der Tür, sein Gesichtsausdruck ist kompliziert. Herzog Seymour: Das ist kein gewöhnliches Weihwasser. Es ist göttliche Kraft. Deborah: Ich bin nicht Saintess Naira. Herzog Seymour: Wer sagt, dass Sie jemand anderes werden müssen? Aktion: Deborah schaut auf. Der Ton ihres Vaters ist immer noch hart, aber der alte Ekel ist verschwunden. Herzog Seymour: Sie haben Herzog Visconti und viele andere gerettet. Wir werden die Natur dieser Macht später untersuchen. Denken Sie vorerst daran: Seymour wird niemandem erlauben, meine Tochter als Opfer zu benutzen. Aktion: Halb bewusstlos ergreift Isidore Deborahs Handgelenk. Isidore: Ich vertraue dir. Deborah: Du weißt nicht einmal, was ich bin. Isidore: Ich weiß, dass du Angst hattest und dich immer noch geweigert hast, jemanden im Stich zu lassen. Aktion: Deborah zieht ihre Hand nicht weg. 【Szene 27】Vierter kaiserlicher Gemahlspalast · Gleiche Nacht · Innenbereich Aktion: Tief in einem im fremden Stil dekorierten Raum sitzt der Vierte Kaisergemahl Astra in einem schwarzen Stuhl mit hoher Rückenlehne. Ihr ehemaliger Gefolgsmann Albert kniet vor ihr, hinter ihm eine blasse Mia. Vierte kaiserliche Gemahlin: Seymours Tochter erweckte göttliche Macht, doch du hast ihr erlaubt, lebend zurückzukehren. Albert: Herzog Visconti kam zu schnell. Ich werde eine andere Vereinbarung treffen. Mia: Warum verdient sie diese Macht? Ich bin der Auserwählte. Vierter kaiserlicher Gemahl: Du wurdest nicht ausgewählt. Ich habe dich erschaffen und auf die Tafel gesetzt. Aktion: Mias Gesicht verzieht sich. Sie erinnert sich, wie sie von Ophelia in ein blutiges Ritual verwickelt wurde, um die Schulden ihrer Familie zurückzuzahlen. Sie glaubte, ums Überleben zu kämpfen, akzeptierte aber nach und nach Infusionen mit „heiligem Blut“. Vierte kaiserliche Gemahlin: Du wirst zur Heiligen werden und die Liebe des Volkes gewinnen. Dann wirst du meinen Sohn Javier wählen. Sogar ein Prinz ohne blaue Haare wird über genügend Legitimität verfügen, um den Thron zu besteigen. Mia: Wenn Deborah lebt, werden mich alle befragen. Vierte kaiserliche Gemahlin: Dann wird sie sterben. Nur noch nicht. 【Szene 28】Königlicher Tempel · Mittag · Innenraum Aktion: Die Räucherzeremonie beginnt. Adlige, Priester und Mitglieder der königlichen Familie versammeln sich. Der Kronprinz möchte, dass Mia vor allen Menschen göttliche Macht zeigt und sich öffentliche Unterstützung sichert. Wenn die Zeremonienglocke läutet, öffnet sich unter dem Altar ein schwarzer Spalt und böse Geister brechen aus dem Boden. Menschenmenge: Monster! Beschütze die königliche Familie! Aktion: Mia wird an den Rand des Altars gezwungen, ihre Finger zittern. Sie kann die Verletzten heilen, aber die Geister nicht vollständig unterdrücken. Sie stürmen auf die dicht gedrängte Menschenmenge zu. Deborah: Weihwasser, entfalte dich! Aktion: Deborahs weißes Weihwasser wird zu einem riesigen Lichtvorhang, der die Menge bedeckt. Isidor zieht sein Schwert und stürmt in den schwarzen Nebel, während Herzog Seymour in der Ferne eine magische Anordnung im siebten Kreis errichtet. Isidore: Lass es sie nicht berühren! Aktion: Der Geist reformiert sich immer wieder und Isidores Wunde reißt erneut auf. Deborah schließt die Augen. In ihrem Traum überschneiden sich Bilder: eine Wüste, ein blonder Mann, der Isidor ähnelt, und die Erinnerungen einer Heiligen namens Naira. Nairas Stimme (Off-Screen): Es gibt kein Licht, um zu beweisen, dass Sie edler als andere sind. Das Licht lässt dich nur erkennen, wen du in der Dunkelheit retten solltest. Aktion: Deborah öffnet ihre Augen. Göttliche Kraft verwebt sich mit dem Mana in der Luft und bildet einen scharfen Lichtspeer, der den Kern des Geistes durchdringt. Der schwarze Nebel bricht mit einem Schrei zusammen. Priester: Diese Macht... kam nicht von Lady Mia? Kronprinz: Wer war es dann? Aktion: Deborah stabilisiert ihren schwankenden Körper und lehnt den Jubel ab. Auf der anderen Seite des Altars sieht Mia den Zweifel in allen Augen und gräbt ihre Nägel in ihre Handfläche. 【Szene 29】Seymour Estate Garden · Abenddämmerung · Außenansicht Aktion: Nach dem Vorfall im Tempel verbreiteten sich Gerüchte, dass „Deborah die wahre Heilige“ sei. Deborah übt im Garten, die göttliche Kraft in feine Lichtstrahlen zu formen, mit Isidor an ihrer Seite. Deborah: Ich möchte nicht zum Banner von irgendjemandem werden. Isidore: Dann tun Sie es nicht. Du kannst einfach Deborah sein. Deborah: Das ist für dich leicht zu sagen. Der Senat, der Tempel, die Prinzen und die Schwarzmagier, die sich wer weiß wo verstecken, beobachten mich jetzt alle. Isidore: Deshalb müssen Seymour und Visconti zunächst auf derselben Seite stehen. Deborah: Sprechen Sie von einer Allianz oder etwas anderem? Aktion: Isidore tritt ungewöhnlich ernst näher. Isidore: Die beiden widersprechen nicht. Ich werde Blanshas Augen, Viscontis Schatzkammer und mein Schwert neben dir platzieren – vorausgesetzt, du bist bereit, mir zu vertrauen. Deborah: Ich mag es nicht, Gefälligkeiten zu schulden. Isidore: Dann nennen Sie es eine Investition. Sie sorgen immer für eine Rückgabe. Aktion: Deborah kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. Ihre Finger verschränken sich kurz. 【Szene 30】Bankettsaal des Seymour Estate · Nacht · Innenbereich Aktion: Herzog Seymour lädt Isidore offiziell zum Abendessen ein. Rosad und Belreck sitzen auf beiden Seiten und die Atmosphäre ähnelt einem Verhör. Enrique umarmt den weißen Weihwassergeist und schaut nervös umher. Belreck: Herzog Visconti hat unser Haus in letzter Zeit zu oft besucht. Isidore: Die Desserts hier sind ausgezeichnet. Rosad: Wenn du sie zum Weinen bringst, werde ich zuerst herausfinden, ob dein Schwert schnell genug ist. Isidore: Dann werde ich mein Bestes tun, ihr keinen Grund zum Weinen zu geben. Aktion: Herzog Seymour stellt sein Weinglas ab und spricht ruhig. Herzog Seymour: Teilen Sie weiterhin alle Informationen über Mia und Marquis François. Was Deborahs göttliche Macht betrifft, werden die Familie, Visconti und Blansha die Informationen gemeinsam unterdrücken. Isidore: Verstanden. Deborah: Vater, erkennst du unsere Allianz an? Herzog Seymour: Ich erkenne an, dass der Feind gegen Seymour vorgegangen ist. Herzog Visconti hat ein Gehirn, Geld und ein Schwert. Im Moment lohnt es sich, mit ihm zusammenzuarbeiten. Belreck: Nur „vorerst“? Duke Seymour: Sei still und iss. Aktion: Zum ersten Mal seit Jahren gibt es am Familientisch ein wenig Gelächter. Beim Blick auf ihren Vater, ihre Brüder, ihren jüngeren Bruder und Isidor spürt Deborah endlich, dass sie keine wandernde Seele mehr ist, die sich nur Deborahs Körper ausleiht. 【Szene 31】Kaiserliches Bibliotheksforum · Nachmittag · Innenbereich Aktion: Das Forum endet und Isidore wird durch einen dringenden Bericht über einen südlichen Riss abberufen. Deborah bleibt in der Bibliothek, um die Geschichte der schwarzen Magie zu erforschen. Der Weihwassergeist zieht sich plötzlich in ihren Ärmel zurück und schreit eindringlich. Deborah: Etwas stimmt nicht. Hier ist etwas. Aktion: Vor den Fenstern schlagen plötzlich Flammen auf, der Flur wird gezielt abgeriegelt. Maskierte Attentäter klettern über die Mauer. Albert steht über ihnen und lässt einen Schwarm giftiger Spinnenmonster frei. Albert: Das Orakel sagt, dass du das Licht bist, das unseren Weg blockiert. Dann werden wir dieses Licht hier löschen. Aktion: Deborah schneidet mit göttlicher Kraft durch die erste Spinnenwelle, aber die Attentäter zwingen sie in ein offenes Gebiet. Sie erkennt, dass ihr wahres Ziel darin besteht, sie dazu zu bringen, ihre Kräfte zu erschöpfen. Deborah: Du hast Isidore absichtlich weggelockt, um mich zu töten. Albert: Kluge Frauen sind immer die größte Verschwendung, die es zu töten gilt. Aktion: Mehrere vergiftete Dolche fallen gleichzeitig. Deborah blockt sie mit einem Lichtschild ab, aber einer schneidet sich trotzdem in den Arm. In dem Moment, in dem der Schild zu kollabieren beginnt, zerreißt räumliche Magie die Luft. Isidore: Geh weg von ihr. Aktion: Isidore springt aus der Teleportationsanordnung. Seine Schwertenergie fällt wie goldener Regen und versperrt den Attentätern den Rückzug. Er beschützt Deborah und wendet sich dem Kampf gegen Albert zu. Albert: Du hast den Süden für eine Frau verlassen? Isidore: Nicht „eine Frau“. Jemand, den ich nicht verlieren kann. Aktion: Isidor verwundet Albert schwer. Albert entkommt als Schatten einer Spinne und hinterlässt nur eine Seite, die an den Rändern verbrannt ist. Deborah lehnt sich an Isidore und betrachtet die seltsamen Buchstaben, die auf dem Papier zurückbleiben. 【Szene 32】Seymour Estate Study · Late Night · Innenbereich Aktion: Enrique legt das Worträtsel aus dem Tagebuch von Deborahs Mutter auf den Schreibtisch. Die beschädigte Seite, die schwarzmagischen Runen und das Rätsel korrespondieren miteinander und ergeben schließlich zwei Wörter. Enrique: Schwester, hier steht „JAMILA“. Und hier steht „DEMON“. Aktion: Deborahs Gesichtsausdruck verfinstert sich. Isidore durchsucht Blanshas Adelsregister, findet aber keine „Jamila“. Deborah: Mutter besuchte oft königliche Teepartys. Sie würde nicht ohne Grund ein Rätsel in ihrem Tagebuch verstecken. Isidore: Vielleicht ist „Jamila“ nicht der Name, den sie jetzt verwendet. Herzog Seymour: Sie verdächtigen die königliche Familie? Deborah: Ich vermute die Person, die immer von den Rissen, den Gerüchten über Heilige und den militärischen Errungenschaften des Dritten Prinzen profitiert. Aktion: Sie erinnert sich an den ruhigen Blick des Vierten Kaisergemahls, an die bedächtige Annäherung des Dritten Prinzen und an die unnatürliche Qualität von Mias göttlicher Macht. Deborah: Untersuchen Sie die alten Jungfern, die die vierte kaiserliche Gemahlin aus dem Königreich Nelman mitgebracht hat. Schauen Sie sich die Liste von vor zehn Jahren an. Übersehen Sie keinen einzigen Namenswechsel, Tod oder Verschwinden. Isidore: Ich werde persönlich nachforschen. Herzog Seymour: Nein. Ihr werdet zusammen gehen. Rosads Leute werden im Schatten folgen. 【Szene 33】Kleines Kloster außerhalb der Hauptstadt · Nach dem Regen · Außenansicht Aktion: Eine ehemalige königliche Magd hält voller Angst einen Beutel mit Silbermünzen in der Hand. Deborah und Isidore sitzen ihr gegenüber an einem Tisch. Ehemaliges Dienstmädchen: Ich wollte nur leben. Nachdem ich die Vierte Kaiserliche Gemahlin verlassen hatte, starben beide Dienstmädchen, die mit mir gearbeitet hatten. Deborah: Beantworte einen Namen. Jamila. Aktion: Das ehemalige Dienstmädchen lässt ihre Tasse fallen. Ehemalige Magd: Das war... der wahre Name der Vierten Kaiserlichen Gemahlin im Königreich Nelman. Später verlieh ihr Seine Majestät den Namen Astra und befahl allen, den alten zu vergessen. Isidore: Warum wurde ihr Name geändert? Ehemaliges Dienstmädchen: Ich weiß es nicht. Aber es waren immer Menschen um sie herum, die nicht am Leben sein sollten. Sie sagte, Namen seien nur Dinge, die man brauche, wenn man einem Dämon etwas opfere. Aktion: Deborah und Isidore tauschen einen Blick aus. Endlich passt jedes Fragment zusammen: Die vierte kaiserliche Gemahlin Jamila ist an einen Vertrag mit Dämonen gebunden; Mia wurde zu einer falschen Heiligen gemacht; Der Dritte Prinz wird die „Wahl der Heiligen“ nutzen, um die Legitimität für den Thron zu beanspruchen. Die Risse, Entführungen und Katastrophen sind allesamt Bewegungen in ihrem Spiel. Deborah: Sie hat nie versucht, Mia zu unterstützen. Sie benutzte Mia, um eine Krone für ihren Sohn zu schmieden. Isidore: Und du hast ihre wichtigsten Schritte ruiniert – den rosa Diamanten, die Akademie, die Gesellschaft, die Tempelzeremonie. Sie wird Sie nicht länger als gewöhnliches Hindernis behandeln. Deborah: Dann werden wir sie nicht länger als eine im Dunkeln verborgene Feindin behandeln. 【Szene 34】 Terrasse des Seymour Estate · Spät in der Nacht · Außenansicht Aktion: Nach dem Regen ist der Nachthimmel klar. Herzog Seymour, Rosad, Belreck, Enrique, Isidore und Deborah versammeln sich um eine Karte des Imperiums. Rosad: Der vierte kaiserliche Gemahl hat den Senat, Marquis François, und eine Gruppe schwarzer Magier hinter sich. Wir haben noch nicht genügend Beweise, um offen gegen sie vorzugehen. Belreck: Dann schneide ihr zuerst die Hände ab. Untersuchen Sie ihr Geld, ihre Handelswege und jeden Zauberer, mit dem sie Kontakt aufgenommen hat. Isidore: Blansha wird das U-Bahn-Netzwerk der Hauptstadt beobachten. Visconti wird die maritimen Gelder blockieren und Leticia kann in der Öffentlichkeit als unsere Augen dienen. Herzog Seymour: Seymour wird sich um den Zauberturm und das östliche Personal kümmern. Jeder Riss, jedes Opfer und jedes Verschwinden wird hier zuerst gemeldet. Aktion: Deborah schaut sich jeden von ihnen an. Deborah: Es geht nicht darum, mich zu einer Heiligen zu machen oder jemanden auf den Thron zu setzen. Ich möchte eine Welt, in der niemand Kinder, Mia, mich oder sonst jemanden als Opfer gebrauchen kann. Herzog Seymour: Gesprochen wie ein Seymour. Deborah: Ich bin einer. Aktion: Der Herzog drückt das Seymour-Siegel auf eine Ecke der Karte. Isidor platziert das Visconti-Siegel daneben. Die beiden Siegel liegen zusammen wie eine zweiköpfige Schlange mit vorübergehend zurückgezogenen Reißzähnen und einem goldenen Schild. Isidore: Von heute an stehen Sie ihnen nicht mehr allein gegenüber. Aktion: Er nimmt sanft Deborahs Hand. Sie zieht sich nicht zurück. 【Szene 35】 Vierter kaiserlicher Gemahlspalast · Dieselbe Nacht · Innenbereich Aktion: Jamila steht vor einem hohen Fenster und beobachtet das bedrohliche Mondlicht. Mia kniet im Schatten, an ihren Lippen ist noch eine alte Wunde sichtbar. Mia: Deborah weiß zu viel. Lass mich sie töten. Jamila: Du bist noch nicht stark genug. Sie hat Seymour, Visconti und ein Licht, das ihr wirklich antwortet. Mia: Was bin ich dann? Jamila: Verlangen. Solange das Verlangen lebt, bleibt es nützlich. Aktion: Jamila öffnet ihre Handfläche. Schwarze Flammen brennen um den Schatten eines blutroten Mondes. Jamila: Wenn der rote Mond aufgeht, wird sich das Tor zwischen dem Dämonenreich und der Menschenwelt erweitern und die Einmischung des Hauptgottes wird schwächer. An diesem Tag werden wahre Dämonen jeden Unfall für uns ausradieren. Aktion: Der Mond draußen ist noch nicht rot geworden. Nur eine dünne Wolke zieht langsam darüber hinweg. 【Szene 36】 Saal des Seymour Estate Council · Spät in der Nacht · Innenbereich Aktion: Jeder Vorhang wird zugezogen. In der Mitte des langen Tisches liegen die Aussage der ehemaligen Magd, zersplitterte Altartafeln, Schwarzmarktbücher und das Worträtsel aus Mutters Tagebuch. Auf den Dokumenten sind das Seymour-Siegel, das Visconti-Siegel und das violette Wappen der Leticia Trading Company zu sehen. Herzog Seymour: Eine Aussage allein kann keine Schuld beweisen. Der vierte kaiserliche Gemahl ist ein Mitglied der königlichen Familie. Ohne unwiderlegbare Beweise wird uns der Kaiser vorwerfen, dass wir die Heilige zur Machtergreifung missbrauchen. Deborah: Dann können wir uns nicht beeilen, sie zu entlarven. Sie will den roten Mond nutzen, um eine Katastrophe herbeizuführen. Zuerst nehmen wir ihr die Hände weg, die sie zum Erstellen benötigt. Rosad: Der Osten wird entlang der Risse patrouillieren. Meine Männer haben die Liste der entführten Kinder noch einmal überprüft. Jeder, der mit Ritualen, Medizin oder falschen Priestern in Verbindung steht, wird zuerst lebend gefangen genommen. Belreck: Ich werde den Zauberturm die Aufzeichnungen über die Instandhaltung von Barrieren aus zehn Jahren beschaffen lassen. Wenn jemand wiederholt dieselben Orte manipuliert, bleibt seine Manafrequenz bestehen, auch wenn sein Name gelöscht wurde. Enrique: Ich kann das Weihwasser an den Geruch der Dunkelheit erinnern. Es roch es einmal am Brunnen. Wenn es erneut auf dieselbe schwarze Magie stößt, wird es uns warnen. Aktion: Der kleine Weihwassergeist sitzt auf Enriques Schulter und stößt einen kurzen, ernsten Schrei aus. Deborah streichelt die Haare ihres jüngeren Bruders. Deborah: Du musst nicht vorne stehen. Denken Sie daran: Ihre Aufgabe ist es, die Gefahr zu erkennen, und nicht, anstelle der Erwachsenen zu sterben. Enrique: Das Gleiche gilt für dich, Schwester. Aktion: Die unschuldigen Worte des Kindes bringen den Raum zum Schweigen. Herzog Seymour sieht seine Tochter an. Sein Gesichtsausdruck bleibt streng, aber er legt seinen eigenen Stab neben ihre Hand. Herzog Seymour: Dieser Stab kann die Notfall-Teleportationsanlage der Familie aktivieren. Wenn Sie einem Feind gegenüberstehen, den Sie nicht einschätzen können, kommen Sie zuerst nach Hause. Seymour überlebte nicht so lange, indem er angab. Deborah: Ich werde mich erinnern. Isidore: Visconti wird Jamilas Geld und Kommunikation abschneiden. Sie versteckt Schwarzmagier unter der Erde; Ich werde Blanshas unterirdisches Netzwerk nutzen, um sie zurückzuverfolgen. Sobald sie sich beeilt, die Menschen zu mobilisieren, wird sie eine Spur hinterlassen, in die wir uns verbeißen können. Deborah: Was ist mit Mia? Isidore: Sie ist sowohl eine Schachfigur als auch die potenziell gefährlichste Variable. Der vierte kaiserliche Gemahl kontrolliert sie, aber sie weiß bereits zu viel. Wir können sie jetzt nicht provozieren und ihr auch nicht erlauben, allein auf Tempelressourcen zuzugreifen. Rosad: Du willst sie immer noch retten? Sie nahm an Ritualen der schwarzen Magie teil. Deborah: Ich möchte sie davon abhalten, noch mehr Menschen zu verletzen, und nicht, sie freizusprechen. Sie muss sich für das, was sie getan hat, verantworten, aber wir können sie nicht zurück in Jamilas Hände drücken. Herzog Seymour: Das ist Ihr Urteil? Deborah: Ja. Jamila ist am besten darin, Verzweiflung und Verlangen in Ketten zu legen. Wenn wir Menschen nur in die Verzweiflung treiben, dann sind wir nicht anders als sie. Aktion: Der Herzog schweigt einen Moment und nickt dann. Herzog Seymour: Dann bereiten wir uns gemäß diesem Urteil vor. Aber wenn Mia aus freien Stücken jemandem Schaden zufügt, wird Seymour keine Gnade zeigen. Deborah: Ich verstehe. Aktion: Isidore legt ein Blatt Papier vor Deborah. Es enthält eine aktuelle astronomische Berechnung: Der rote Mond könnte innerhalb weniger Wochen erscheinen, das genaue Datum ist jedoch unbekannt. Isidore: Dies ist keine Prophezeiung des Endes. Es ist nur ein Moment, von dem der Feind glaubt, dass er ihn kontrollieren kann. Wenn wir uns zuerst vorbereiten, werden sie nicht mehr die Einzigen sein, die Spielsteine auf das Brett legen. Deborah: Früher dachte ich, ich müsste jedes größere Ereignis in der Originalgeschichte vermeiden. Jetzt sehe ich, dass es keine Rolle spielt, wenn ich sie nicht vermeiden kann. Isidore: Weil du nicht mehr allein bist. Aktion: Deborah richtet das Seymour-Wappen, das Visconti-Siegel und das lila Emblem nebeneinander aus. Jeder nimmt sich eine Kopie der Aufgabenliste. Kerzenlicht beleuchtet ihre unterschiedlichen Ausdrucksformen. Deborah: Dann lass Jamila lernen, dass Schurken Allianzen bilden, Konten führen und Schulden eintreiben. Aktion: Belreck lacht wider Willen und Rosad unterdrückt kaum ein Lächeln. Herzog Seymour lacht nicht, aber zum ersten Mal bestreitet er nicht, dass seine Tochter das Wort „Schurkerei“ verwendet. 【Szene 37】Seymour Estate Garden · Morgendämmerung · Außen Aktion: Der Rosengarten ist nicht länger durch ewige Magie fixiert. Der Morgenwind trägt die Blütenblätter auf natürliche Weise zu Boden, während sich an den Zweigen neue Knospen öffnen. Deborah geht alleine den Weg entlang. Isidore holt sie von hinten ein und bietet ihr eine Tasse Eiskaffee an. Isidore: Leticias neues Rezept. Weniger Zucker. Deborah: Du hast endlich gelernt, dass nicht jeder Zucker so sehr liebt wie du. Isidore: Ich werde langsam lernen – auch, wie ich mit meinem zukünftigen Partner zusammenarbeite. Deborah: Partnerin? Isidore: Im Geschäft, auf dem Schlachtfeld oder anderswo. Sie entscheiden. Aktion: Deborah nimmt die Tasse und kostet sie. Nach der Bitterkeit folgt eine klare, anhaltende Süße. Deborah: Erste Regel: Entscheide nicht über mein Leben. Isidore: Und das zweite? Deborah: Bevor der rote Mond kommt, werden wir ein paar Teile von Jamilas Brett entfernen. Aktion: Isidore lächelt und streckt seine Hand aus. Deborah blickt auf und beobachtet, wie der noch blasse Mond im Morgennebel verschwindet. Yoon Do-hee (Voice-over): Ich habe einmal geglaubt, dass es zum Überleben nur darauf ankommt, das Ende der Originalgeschichte zu vermeiden. Jetzt verstehe ich, dass wahre Freiheit nicht darin besteht, sich unter den Flügeln eines anderen zu verstecken. Es geht darum, den Feind klar zu sehen und dennoch zu entscheiden, wen man beschützen möchte. Aktion: Sie nimmt Isidores Hand und geht auf die aufgehende Sonne zu. Hinter ihnen wiegen sich die Rosen des Hauses Seymour sanft im Wind. —Ende der ersten Staffel— Ansehen